Die Deutsche Post hat zum Jahreswechsel die Erhöhung des Briefportos angekündigt.

Briefträger Deutsche Post
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Bereits seit mehreren Wochen gibt es Gerüchte um die Preiserhöhung – zwischenzeitlich gingen Spekulationen sogar von bis zu einem Euro Porto für den Standardbrief aus, vor wenigen Tagen war immerhin noch von 90 Cent Steigerung die Rede. So viel ist es aber letztlich nicht geworden: Die Briefpreise dürfen sich zum 1. Januar 2022 um 4,6 Prozent erhöhen. Dieser Spielraum wurde dem Konzern von der Bundesnetzagentur zugestanden, wie die Behörde nun mitteilte

Die geplanten Portoerhöhungen der Post im Überblick 

Um diese 4,6 Prozent kann die Deutsche Post DHL Group (DPDHL) nun entsprechende Versandpreise für bestimmte Produkte, darunter Standardbrief, Postkarte, Kompakt-, Groß- und Maxibrief sowie Zusatzleistungen wie Einschreiben, Nachnahme und Wertversand, erhöhen. 

Preiserhöhung bei Basisprodukten

Die Produkte Standard-, Kompakt-, Groß- und Maxibrief werden zum 1. Januar 2022 jeweils fünf Cent teurer. Das Porto für den Standardbrief, als das am häufigsten von Privatkunden genutzte Produkt, soll von 80 auf 85 Cent steigen. Damit sei der Standardbrief in Deutschland im europäischen Vergleich fast 30 Prozent unter dem Durchschnitt und auf dem Niveau von Ländern wie Kroatien, kritisierte die Post. Für die Postkarte will der Bonner Logistiker bei der Bundesnetzagentur eine Preiserhöhung um zehn Cent, also von 60 auf 70 Cent, beantragen.

Deutsche Post Portoerhöhung Basisprodukte 2021

Preiserhöhung bei Zusatzleistungen

Für Eilbriefe, also schnellere Zustellung und Sendungsverfolgung, wird künftig ein Aufpreis von 1,10 Euro statt bisher 1,00 Euro fällig. Die Preise für Einschreiben sollen um 15 Cent erhöht werden. 

Deutsche Post Portoerhöhung Zusatzleistung2021

Preiserhöhung bei Bücher- und Warensendungen

Bei Bücher- und Warensendungen sollen die Preise „moderat“ angehoben werden. Für diese gelten die Abmessungen von maximal 35,3 cm Länge x 25 cm Breite x 5 cm Höhe und die zwei Gewichtskategorien 500 Gramm bzw. 1000 Gramm. Das Porto erhöht sich um jeweils fünf Cent. 

Deutsche Post Portoerhöhung Bücher- und Warensendungen 2021
Preiserhöhungen für Nachsendeservice

Auch die Preise für den Nachsendeservice bei Privatkunden ändern sich minimal, dies gilt allerdings nur für den zwölfmonatigen Nachsendeservice, der Online-Preis steigt hierbei von 26,90 Euro auf 30,90 Euro. 

Die geplanten Preisanpassungen hat die Deutsche Post auch in einer Übersicht zusammengestellt.

Erst kürzlich wurde darüber hinaus die Änderung der Versandtarife für Firmenkunden angekündigt, die Kostenerhöhungen betreffen vor allem schwere Pakete und Dialogpost.

Gute Entwicklung im Paketgeschäft hat Einfluss auf Portoerhöhung

„Das neue Preisniveau ergibt sich aus der Differenz der Inflationsrate in Höhe von 3,25 Prozent und der Produktivitätsfortschrittsrate, die auf -1,35 Prozent festgelegt werden soll“, erläuterte die Bundesnetzagentur zum Erhöhungsspielraum. Diese fällt deutlich geringer als die von der letzten Erhöhung aus, bei dem eine Teuerung von bis zu 8,86 Prozent möglich war. Die Behörde berücksichtige dabei u. a. maßgeblich die äußerst positive wirtschaftliche Entwicklung des Konzerns durch das Paketgeschäft. So habe der Paketbereich „diesmal im besonderen Maße zur Lastendeckung und damit zu einer Entlastung des Briefbereichs“ beigetragen. 

Die Post moniert indes, dass der Preiserhöhungsspielraum nur den Teil der Kosteninflation ausgleiche. Es sei „weniger als der Ausgleich der zwischenzeitlich eingetretenen Lohnkostensteigerungen und erst recht kein Ausgleich für die in den nächsten Jahren zu erwartende Steigerung der Stückkosten durch weiter sinkende Briefmengen, höhere Inflation und Zusatzkosten für einen klimafreundlicheren Briefdienst. Auch der Spielraum für Tariferhöhungen bei den Beschäftigten der Deutschen Post innerhalb der kommenden drei Jahre wird deutlich eingeschränkt“, schreibt der Konzern. Auch nach der Preiserhöhung werde das deutsche Porto zu den günstigen in Europa zählen, heißt es.

Voraussichtlich im November wird die Bundesnetzagentur die endgültige Höchstpreisregulierung (die sogenannte Price-Cap-Maßgrößenentscheidung) beschließen, unmittelbar danach wolle die Deutsche Post dann die Genehmigung der ab 1. Januar 2022 geltenden Briefpreise bei der Behörde beantragen. Mit einer Genehmigung der Entgelte sei dann Anfang Dezember 2021 zu rechnen.

/ Geschrieben von Hanna Behn

Kommentare

#6 gunnar 2021-10-10 14:53
habe gerade mit einem bekannten gesprochen.
die machen nun künstlich die briefmengen höher :-((
er bekommt zzt andauernd seine prio sendungen an sich selbst zugestellt.
dabei stimmt alles, die adresse ist selbst für halbblinde gut zu lesen, der absender ist oben links klein in der ecke, die maße und das porto sind ok.
wieder bei der post abgeben geht nicht, da die sendung als zugestellt gilt.
also muß er jedesmal 1,80 bis 3,70 neues porto draufkleben.
oder macht die post das mit ,, voller absicht ,, , damit er auf dhl warenpost umstellt ???
an ebay usw hat er das gemeldet und auch einige bilder als beweis zukommen lassen.
die kunden werden auch alle informiert, damit er hinterher keine probleme wegen der um mindestens 3 werktage verlängerten lieferzeit bekommt.
auf 2 schreiben an die post kam weder antwort noch ersatz fürs porto.
auch sucht man sich tot, nach einer emailadresse, wo man das richtig melden kann.
jede kleine firma muß im impressum eine emailadresse angeben, wo auch eine antwort drauf kommt, bzw es dann intern weitergeleitet wird an die zuständige stelle um antworten zu bekommen.
aber die post / der rechtsstaat macht ja auch die einlieferer der sendungen für die laufzeit der sendungen verantwortlich. :-((
eine der vielen schildbürger streiche. ,,tschuldigung, , machen ja die oberen ( unsere angeblichen vertreter ), also ja wohl doch wir normalen bürger ???
einen schönen sonntag
#5 Oejendorfer 2021-10-07 10:59
Und wie hoch wird die WARENPOST ???
Da macht die DPDHL riedige Gewinne auf dem Paketsektor und kann nicht mal die Briefkosten kompensieren. Da fehlt estwas Nachhilfe in Betriebswirtsch aft. Auch so, ich hatte natürlich die sehr hohen Gehälter der Vorstände vergessen sorry.
Und die SPD will nun auch noch in der neuen Regierung die Steuern erhöhen.
Ja, Deutschland du hast gewählt. Viele online Händler müssen bald aufgeben un zum Sozialamt gehen. Wie sagte noch Heinrich Heine in seinen Briefen aus Paris: Denkt ich an Deutschland, bin ich um den Schlaf gebracht
tschüs
wolfgang Köbke
DAC
#4 Nexusgamez 2021-10-07 10:42
war ja zu erwarten dennoch verschwinden immer mehr Briefe und kommen nicht bei unseren Kunden an , 5 % Verlustquote 2019, 6 % 2020 die Preiserhöhung bei steigenden Milliardenumsät zen ist für uns absolut nicht nachvollziehbar und bei immer schlechter werdenden Kundenservice & den ganzen Langfingern bei der Post ? Desweiteren ist ein Brief irgendwann so teuer wie Paket was steckt außer Profitgier bitte den sonst dahinter ? Man nimmt die Verstaatlichung einfach in Kauf vor wem außer der Politik muss sich den die Post erklären es gibt leider nachwievor zu wenige Konkurrenten die Deutschlandweit ausliefern könnten leider . 30 % Preisteigerung in 2 Jahren wenn man das von den Gehältern mal auch sagen könnte
#3 Jürgen Scheid 2021-10-07 09:48
Anfang des Jahres wurde die Warenpost, was sicher eine große Menge der Briefsendungen ausmacht, schnell mal an DHL ausgegliedert., meine Vermutung nach wurden so die Umsätze reduziert um nun die Preiserhöhung durchzubekommen?
Mfg J.scheid
#2 gunnar 2021-10-07 08:29
das gejammer der post/dhl konzerns ist schon peinlich.
die werden sich garantiert trennen und dann können die so richtig zuschlagen und noch mehr milliarden an die aktionäre verteilen.
man sollte auch nicht die preise in europa anschauen, dann muß man sich auch die bevölkerungsdic hte ansehen, die bei und sehr hoch ist.
also ein zusteller viel mehr mit weniger zeit und kilometer schafft.
und der mehr zeitaufwand von zustellern ist ja nicht der briefpost zuzuschreiben.
die wird im normalfall einfach in den briefkasten geworfen.
problem sind die vielen pakete, wo er überall klingeln und warten muß.
oft auch noch warten bis der dann den ausweis holt.
dann müssen die zusteller auch noch sendungen annehmen und belege dazu ausfüllen.
also nicht alles auf die paar weniger briefe schieben.
und nur da irgendeiner in europa 10.- für einen brief nimmt, auf angleich drängen.
#1 Schmitz 2021-10-07 08:04
Mit den ganzen Milliarden Gewinnen kommt man auch nicht gut über die Runden.



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