Die Deutsche Post könnte zum neuen Jahr erneut das Briefporto anheben, derzeit prüfe die Bundesnetzagentur das Vorhaben.

Deutsche Post Briefkästen
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Im zweiten Quartal erwirtschaftete die Deutsche Post DHL Group (DPDHL) erneut Rekordgewinne und -umsätze in sämtlichen Geschäftsbereichen. Auch das eher angeschlagene Briefgeschäft war erneut erstarkt, die Sparte verzeichnete ein Wachstum von 6,7 Prozent, denn im Vergleich zum Vorjahr warben u. a. wieder mehr Unternehmen mit Dialogpost. An jedem Werktag habe man im Schnitt 55 Millionen Briefsendungen befördert – diese Entwicklung habe „oberhalb unserer Erwartungen“ gelegen, so Postchef Frank Appel laut Welt.

Einen Trendwechsel erwarte der Konzernchef im Briefgeschäft deswegen jedoch nicht, mittelfristig rechnet er mit einem Mengenrückgang. Und ein solcher könnte bei steigenden Kosten eine Erhöhung des Briefportos rechtfertigen, dass die Deutsche Post nun forciere. Der Welt zufolge habe die Post aktuell Daten und Berechnungen bei der Bundesnetzagentur eingereicht, um eine Portoerhöhung genehmigen zu lassen. 

Spekulationen: Standardbrief könnte künftig 1 Euro kosten

Dem Bericht zufolge gebe es Spekulationen, dass der Standardbrief künftig einen Euro kosten könnte. Das wäre ein Preisanstieg von etwa 25 Prozent. Zuletzt war das Porto im Juli 2019 von 70 auf 80 Cent, und damit um 14 Prozent, gestiegen.

Für die Genehmigung spielt es eine Rolle, ob die Briefmengen bzw. die Nachfrage zurückgeht, die Ausgaben aber mehr werden. Bereits im Frühjahr hatte sich Frank Appel für eine Anhebung des Portos für Standardbriefe ausgesprochen – mit der Begründung, dass diese u. a. wegen der zurückgehenden Briefmengen gerechtfertigt sei. Dies habe immer noch Geltung, denn wenngleich die Mengen punktuell zugelegt haben, sind sie 2020 insgesamt um etwa zehn Prozent zurückgegangen. Dadurch läge der Volumenrückgang in etwa im Normalbereich, errechnete das Verbraucherportal Paketda. Steigende Mitarbeiterlöhne und Energiekosten, die die Post nun ebenfalls als Grund für die Portoerhöhung anführt, könnten die Steigerung deshalb rechtfertigen. 

Porto sei in Deutschland vergleichsweise günstig

Hinzu kommt, dass eine derart starke Erhöhung inzwischen auch durch europäische Vergleichsdaten legitimiert werden könnte. Die Bundesregierung hatte das Postgesetz angepasst, nachdem die letzte Portoerhöhung vom Verwaltungsgericht Köln als rechtswidrig eingestuft worden war. Zuvor war die Nutzung solcher Vergleichsdaten als Berechnungsgrundlage nicht im Postgesetz verankert. Einer Erhebung der Post zufolge sei der Standardbrief hierzulande bislang vergleichsweise günstig, der europäische Durchschnittspreis liege bei 1,16 Euro. 

Wie hoch die beantragte Portoerhöhung tatsächlich ist, ist allerdings nicht bekannt. Eine Entscheidung wird frühestens Ende September erwartet. Die Preiserhöhung würde dann ab 2022 gelten.

/ Geschrieben von Hanna Behn

Kommentare

#2 gunnar 2021-08-12 10:08
briefe lohnen sich nicht ???
daher erhöhung der preise.
=
dhl pakete bringen gewinn ohne ende, also preise stark runter.!
wird den aktionären dann natürlich nicht gefallen ( der statt kassiert immerhin auch ordentlich als großaktionär mit )
#1 andi 2021-08-12 08:58
Der Service wird immer schlechter aber die Preise werden erhöht. Da wollen sich die Manager mal wieder einen dicken Boni sichern so wie es aussieht



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