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Die Deutsche Post erhöht das Briefporto offenbar erst im Sommer – dann soll die Preissteigerung aber auch stärker als bislang erwartet ausfallen.

Brief wird in einen Briefkasten gesteckt
© Asvolas / Shutterstock.com 

Wann kommt sie und wie hoch wird sie ausfallen? Schon seit einigen Monaten gibt es eine Rangelei um die nächste Briefportoerhöhung der Deutschen Post. Im Januar war die Preiserhöhung von 70 auf 80 Cent für einen Standardbrief zum 1. April 2019 angepeilt worden. Die Bundesnetzagentur hatte einen Preiserhöhungsspielraum von 4,8 Prozent ab dem 1. April eingeräumt, der bis zum 31. Dezember 2021 gelten soll. Zu wenig, fand die Deutsche Post: Der Bonner Konzern lehnte das Angebot von 4,8 Prozent ab und wollte das Briefporto weiterhin um zehn Prozent anheben.

Wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung laut Spiegel Online in ihrer Montagsausgabe nun berichtet, soll das Briefporto jetzt doch später als bisher angepeilt erhöht werden. So sei die Preiserhöhung vom April in den Sommer verschoben worden. Die FAZ berufe sich in ihrem Bericht auf einen ihr vorliegenden Entwurf zur Änderung der Post-Entgeltregulierungsverordnung des Bundeswirtschaftsministeriums.

Steigt das Briefporto auf 90 Cent?

Das Ministerium gestehe dem Bonner Konzern angesichts der schwindenden Briefmengen, steigenden Allgemeinkosten und der Verpflichtung, Briefe flächendeckend an jedem Werktag in ganz Deutschland zustellen zu müssen, eine höhere Umsatzrendite zu. Die bisherigen Preise würden den Effizienzdruck, unter dem das Unternehmen steht, nicht hinreichend adäquat abbilden, heißt es dem Medienbericht zufolge in dem Ministeriumspapier.

Die Bundesnetzagentur dürfte die die neuen Vorgaben dazu gezwungen werden, der Deutschen Post einen größeren Spielraum für die Erhöhung des Briefportos einzuräumen. Der bisherigen Spielraum von 4,8 Prozent bis Ende 2021 hätte Insidern zufolge knapp ausgereicht, um das Porto für den Standardbrief von 70 auf 80 Cent anzuheben. Die Post hätte dadurch die Preise für andere Briefprodukte dann aber nicht anheben können. Mit der neuen Verordnung sei eine deutlichere Preiserhöhung möglich.

In Branchenkreisen werde sogar von einer Portoerhöhung auf 85 oder sogar 90 Cent gesprochen. Die neuen Preise sollen für voraussichtlich drei Jahre gelten. Die Deutsche Post hat sich auf Anfrage von Logistik Watchblog bislang noch nicht zu dem Medienbericht geäußert.

/ Geschrieben von Michael Pohlgeers


Kommentare

#1 Johannes Offermann 2019-02-11 19:34
Sehr geehrter Herr Pohlgeers,

fragen Sie doch mal beim BM für Wirrtschaft und Energie nach, aus welchen Vorschriften des Postgesetzes sich für die DP AG die "Verpflichtung, Briefe flächendeckend an jedem Werktag in ganz Deutschland zustellen zu müssen", ergibt. Die DP AG ist dort nicht namentlich erwähnt, also ist sie auch nicht "verpflichtet". Sie macht den sog. Universaldienst , weil sie dafür dann von der MWSt. befreit wrid! Ausserdem wäre es interessant zu erfahren, wie hoch der Grad der Kostendeckung für den Briefdienst (nur den Briefdienst, nicht PEP!) ist. Nach meiner Kenntnis liegt der "seit Ewigkeiten" immer über 100%, und der Gewinn wird für die Quersubventioni erung des Paketdienstes genutzt. Das BM für Wirtschaft und Energie ist damit einverstanden, weil die DP AG nur dann eine Chance hat, gegen Amazon zu bestehen. Die DP AG bekommt also nicht nur die MWSt. nachgelassen, sondern auch den stolzen Überschuß aus der absehbaren Briefpreiserhöh ung! Das Blöde ist, dass die Nutzer des Briefdienstes dafür bluten müssen.



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