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Scheinbar ändert die DHL ihre Preise für Geschäftskunden. In der letzten Woche erhielten viele Geschäftskunden die neuen Preise, die ab dem 01. September 2018 gelten sollen. Demnach wechselt die DHL von „Staffelpreisen“ zu einem „Pauschalpreis“ für sämtliche Pakete bis 31,5 Kilo. Gerade Händler, die leichte Pakete versenden, werden daran ordentlich zu knabbern haben. Update: DHL bestätigt Fehler bei der „Konfektionierung der Kundeninformationen“.

DHL Website
© Casimiro PT / Shutterstock.com

Wie jeder andere KEP-Dienstleister investiert auch die DHL in den Ausbau des eigenen Paketnetzes. Kostensteigerungen, nicht zu Letzt verursacht durch steigende Personalkosten, führen bei der DHL nun (wie auch bei anderen Dienstleistern wie Hermes) zu Preisanpassungen. Dabei dürften die neuesten Anpassungen vor allem kleine und mittelständische Händler, die vor allem leichte Ware versenden, vor erhebliche finanzielle Mehraufwendungen stellen.

Pauschalpreise statt Staffelpreise?

Der Grund: Die DHL wechselt bei seinen Geschäftskunden scheinbar von den bisherigen Staffelpreisen zu einem Pauschalpreis für alle Pakete bis zu einem Gewicht von 31,5 Kilo. Kostete ein Paket mit einem Gewicht von bis zu einem Kilo bisher 3,95 Euro, soll dies laut der Redaktion vorliegendem DHL-Schreiben ab dem 01. September 2018 6,80 Euro kosten. Das entspricht einer Preiserhöhung von 72 Prozent.

DHL Preisanpassung
© Screenshot Brief DHL Paket GmbH

Pakete bis

Alter Preis in Euro

Neuer Preis in Euro

Prozentualer An- bzw. Abstieg

1 Kilo

3,95

6,80

72,15

3 Kilo

4,50

6,80

51,11

5 Kilo

5,50

6,80

23,64

10 Kilo

6,60

6,80

3,03

20 Kilo

9,00

6,80

-24,44

31,5 Kilo

10,40

6,80

-34,62

Die neuen Preise berufen sich auf Angaben von einem Schreiben der DHL Packet GmbH vom 23. Juli 2018.

Die Tabelle macht deutlich, dass eigentlich jeder Händler draufzahlt, der Pakete bis 10 Kilo versendet. Nur bei Paketen, die mehr als 10 Kilo wiegen, spart man Versandkosten. Und auch die Retour-Preise erhöhen sich von 6,45 Euro auf 6,80 Euro – ein Plus von 5,43 Prozent. Die von der DHL angegebenen Preise sind ohne Umsatzsteuer.

Neuer Service Filial-Routing ab Februar

Bei den optionalen Services wie Nachnahme, Alterssichtprüfung, Zustellung zum Wunschtag bzw. Wunschzeit und die Kosten für die Transportversicherung bleiben gleich. In den Unterlagen verbirgt sich zudem ein neuer Service der DHL: Das Filial-Routing, das ab dem 01.02.2018 buchbar sein soll. Hinter dem neuen Service verbirgt sich folgendes: Unzustellbare Pakete, die bisher direkt an den Absender zurückgingen, werden bei dem neuen Service „grundsätzlich in der nächstgelegenen Filiale mit Paketausgabe für 7 Werktage“ bereitgestellt. Der Empfänger hat dann die Chance, das Paket dort abzuholen.

Was ist dran an der Preiserhöhung?

Die allgemeinen Preisanpassungen bei der DHL sorgten in den einschlägigen Foren und Facebook-Gruppen für viele Diskussionen. Ein Post in der Gruppe „Multichannel Rockstars“ lässt zudem Fragen aufkommen, ob bei der DHL alles richtig gelaufen ist. Zu dem entsprechenden Post der Preisanpassung vom 27. Juli 2018 heißt es in einem Mitglieder-Kommentar, dass man auf persönliche Nachfrage bei der DHL bekannt gegeben hat, dass die Briefe „irrtümlich“ versendet worden.

Tatsächlich, so heißt es in der Gruppe, sollen die Staffelpreise für Geschäftskunden mit eigenem Vertrag beibehalten werden. Preiserhöhungen wird es trotzdem geben. Wie diese dann ausfallen werden, bleibt abzuwarten.

Wir haben die DHL Paket GmbH wegen der vermeintlichen Preisanpassung und dem scheinbar irrtümlichen Versand der Briefe angefragt. Bisher hat das Unternehmen kein Statement dazu abgegeben. Sobald ein Statement vorliegt, werden wir es entsprechend veröffentlichen.

Update - 30.07.2018 / 12:50 Uhr

Die Deutsche Post DHL Group hat auf Nachfrage bestätigt, dass es in der Tat „bei der Konfektionierung der Kundeninformationen zu einem technischen Fehler gekommen“ ist „und Kunden, die bislang bei uns auf der Basis von Staffelpreisen abgerechnet wurden, [..] irrtümlich eine Pauschalpreisinformation erhalten“ haben. Bei der DHL bedauert man den Fehler sehr und entschuldigt sich bei den betroffenen Kunden, „die natürlich weiterhin basierend auf Staffelpreisen abgerechnet werden.“ In den kommenden Tagen werden alle Kunden, die davon betroffen sind, eine Korrektur der Informationen erhalten. 

Weiterhin heißt es: „Die jährlichen Anpassungen für die Kunden mit Listenpreisen, die wir in diesem Jahr zum 1. September durchführen, fallen aufgrund der nach Gewicht und Menge gestaffelten Preise unterschiedlich aus und berücksichtigen die gestiegenen Transport- und Personalkosten am Markt. Sie werden daher jeweils für den einzelnen Kunden je nach Nutzerstruktur der nachgefragten Produkte und Dienstleistungen auch unterschiedliche Auswirkungen haben.“

Päckchenpreise um bis zu 15 Prozent gesenkt

Neben neuen und vor allem höheren Preisen für Geschäftskunden hat die DHL auch am Päckchenpreis geschraubt. Wie PaketDa bereits Ende Juni berichtete, änderte die DHL die Preise nach unten. Demnach gibt es seit dem 01. Juli die Kategorie „Päckchen XS“ gar nicht mehr. Die Preise für das Päckchen S bis 2 Kilo (max. 35 x 25 x 10 cm) liegen in der Filiale und online nun bei 3,79 Euro. Vorher belief sich der Filialpreis auf 4,50 Euro, der Onlinepreis lag bei 4,39 Euro. Das entspricht einem Minus von 15,78 bzw. 13,67 Prozent. Das neue Päckchen M bis zwei Kilo (max. 60 x 30 x 15 cm) kostet seit dem 01.07. in der Filiale 4,50 Euro, online 4,39 Euro.

PaketDa weist zudem darauf hin, dass die DHL keine Meldung zur Preissenkung veröffentlicht hatte und spekuliert: „Vielleicht will DHL das Image als Tiefpreisanbieter lieber vermeiden. Paketchef Jürgen Gerdes wurde schließlich gefeuert, weil seine Sparte zu wenig Gewinn erwirtschaftete.“ Falls sich Online-Händler nun Gedanken machen, gerade leichte Sendungen als „Päckchen S“ zu versenden, sei jedoch gesagt, dass diese in den Briefzentren der Deutschen Post bearbeitet werden. Die etwas größeren Päckchen M landen hingegen in den DHL-Paketzentren und finden von dort aus ihren Weg zum Empfänger. „Daraus folgt“, so PaketDa, „dass Päckchen S keinen Strichcode-Aufkleber mit Leitcodierung bekommen. Dieser ist zur automatischen Sortierung in Paketzentren notwendig.“

/ Geschrieben von Julia Ptock


Kommentare

#3 Lehmann 2018-08-08 10:50
Habe das gleiche Schreiben von DHL bekommen. Sofort im Service angerufen!
Es handelt sich um ein Versehen! Ich erhalte natürlich weiterhin meine Staffelpreise...

Also einfach nachfragen!
#2 Jeske, Iron Pages 2018-08-02 17:35
Hä? Wir haben seit Urzeiten einen DHL-Geschäftsku ndenvertrag und es gab nie Staffelpreise! Immer ein Preis für alles. Früher war es top, die Preise sind in den letzten Jahren aber immer schon erhöht worden. Gleichzeitig sind die Sendungsgewicht e jedoch gesunken. Mit den neuen Erhöhungen müssen wir das sicherlich nochmal neu durchrechnen. Aber bei den massiv negativen Erfahrungen mit anderen (?) Dienstleistern (?) sehe ich keine sinnvolle Alternative.
#1 anja 2018-07-31 15:42
gut, daß ich nicht mit DHL versende ;) und wenn alle pakete gleich teuer sind bis 31,5 kilo, dann sollten mal massen nur noch pakete mit 30-31 kilo versenden (weil die sind ja dann sehr günstig) - und wenn der karton nur mit schrott gefüllt ist. garantiert würde diese preisänderung ruckzuck wieder verschwinden. nur noch schwerpakete herumschleppen statt handlichen kleinen paketen ? da würde es wohl nur 1 woche brauchen bis zum nächsten streik ;)



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