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Hermes hat erstmals in der Unternehmensgeschichte die drei Milliarden Euro Grenze überschritten. Dies geht aus der veröffentlichten Jahresbilanz der Otto Group Tochter hervor. Und auch bei den transportierten Mengen wächst Hermes zweistellig. Mit Blick auf den länderübergreifenden Online-Handel kündigt Carole Walker, CEO von Hermes Europe, die Gründung einer eigenständigen Geschäftseinheit Hermes International an.

Zugmaschine mit Wechselaufbauten am Hermes Logistik-Center Graben
© Hermes

2017 hätte für Hermes fast nicht besser laufen können. Der Logistiker hat seine Bilanz für das vergangene Geschäftsjahr veröffentlicht und zeigt sich mit den erreichten Ergebnissen durchaus zufrieden. „Wir freuen uns sehr über das bisher erfolgreichste Geschäftsjahr unserer Firmengeschichte, das wir erneut mit einem zweistelligen Wachstum beschließen“, erklärt Carole Walker, seit November 2017 CEO von Hermes Europe.

80 Prozent der Paketaufträge stammen von Otto und Co.

Die Fakten: Hermes konnte den Umsatz in 2017 um zwölf Prozent auf 3,13 Milliarden Euro steigern. Besonderen Anteil an diesem Wachstum haben die positiven Entwicklungen der Hermes Paket- und Zwei-Mann-Handling-Gesellschaften im In- und Ausland, auf die über 85 Prozent der Umsätze entfallen.

Entsprechend hoch auch die Zahl der transportierten Pakete: In ganz Europa lieferten die Hermes Paketgesellschaften in Deutschland, UK, Frankreich, Österreich, Italien und Russland über 766 Millionen Pakete an Privatpersonen aus. Das ist ein Wachstum von 15 Prozent im Vergleich zu 2016. Der größte Teil (80 Prozent) entfällt dabei auf Auftraggeber und Händler im Drittkundengeschäft der Otto Group. In diesem Bereich wuchs die Auftragslage um 17 Prozent.

Generell, so heißt es in der Meldung, konnte Hermes „seine führende Marktposition in Deutschland, UK und Frankreich weiter ausbauen.“ Im Großstücksegment in Deutschland (Hermes Einrichtungs-Service) bzw. Frankreich (Girard Agediss) bleibt Hermes Marktführer; im deutschen Markt hält die Otto Tochter hier einen Marktanteil von über 70 Prozent.  

Kein Wort verliert Hermes jedoch über den Gewinn. Dafür verweist Hermes auf die steigende Mitarbeiteranzahl. Weltweit beschäftigt der Konzern im Geschäftsjahr 2017 rund 15.300 Menschen, was einem Plus von 8,2 Prozent entspricht.

Investitionen in Millionen-Höhe und mehr Services für Endkunden

Insgesamt investierte der Logistiker 2017 mehr als 130 Millionen Euro in moderne Infrastruktur, kundennahe Services und Digitalisierung. Allein in Deutschland wurden 2017 im Rahmen eines 300 Millionen Euro schweren Investitionsprogramms vier hochmoderne Logistik-Center in Betrieb genommen, unter anderem in Berlin, Bad Rappenau und Mainz. In diesem und in den kommenden beiden Jahren sind fünf weitere Neubauten geplant, unter anderem in Hamburg, Köln und Leipzig-Halle.

Auch beim Endkunden-Service will Hermes in Deutschland punkten und kündigt eine Erhöhung der PaketShop-Anzahl an. Das Ziel ist ein 30-prozentiges Wachstum, was zu 20.000 Annahmestellen führen soll. Aber auch bundesweite Kooperationen mit dem Einzelhandel sind geplant. Weitere Verbesserungen soll es zudem bei der Wunschzustellung geben: Kürzerer Lieferzeitfenster die die Ankunft des Pakets auf bis zu 30 bis 60 Minuten genau prognostizieren, sollen durch eine neue, voll digitalisierte Tourenplanung erreicht werden. Zudem soll künftig eine Bindung an die Kundennummer entfallen, was vor allem die kurzfristige Umleitung von Paketen vereinfachen soll.

Weniger gute, aber keine neuen Nachrichten, gibt es für die Geschäftskunden von Hermes. Aufgrund der Wettbewerbssituation und des hohen Investitionsdrucks hatte das Unternehmen im Februar Preiserhöhungen von durchschnittlich 4,5 Prozent bekannt gegeben. Auch die Einführung von zusätzlichen Peak-Zuschlägen pro Sendung im Weihnachtsgeschäft ist beschlossene Sache.

Gründung einer eigenständigen Geschäftseinheit Hermes International

Neben dem heimischen Markt baut Hermes seine Position im Ausland weiter aus. Carole Walker erklärt: „Unser Hauptaugenmerk für 2018 liegt jetzt auf dem Ausbau unseres grenzüberschreitenden Paketgeschäfts, das wir über umfangreiche Investments sowie die Gründung einer eigenständigen Geschäftseinheit Hermes International fokussiert vorantreiben.“ Die Gründung der Geschäftseinheit Hermes International fand bereits im März 2018 statt. Zu Hermes International gehört unter anderem das StartUp BorderGuru, das sich verstärkt den E-Commerce-Märkten in Asien und den USA widmet und u.a. den globalen Handelsriesen Alibaba und den US-Retailer Revolve zu seinen Kunden zählt. 

Dass sich ein Ausbau der internationalen Geschäfte lohnt, zeigen die Zahlen aus den Märkten Großbritannien und Frankreich. Hermes UK verzeichnete 2017 ein signifikantes Wachstum über dem Markt. Mengenzuwächse konnten vor allem im Bereich Next Day Delivery (+22 Prozent), bei der PaketShop-Belieferung (+25 Prozent) und beim Ausbau des internationalen Paketgeschäfts (+15 Prozent) generiert werden. Eine vergleichbar positive Bilanz lässt sich auch für den französischen Markt ziehen. Die Hermes France Group (vormals 3SI/ Otto Group) erreichte 2017 ein zweistelliges Umsatz- und Mengenplus. So wird darauf hingewiesen, dass Mondial Relay (ehemalige 3 Suisse International (3 SI)-Konzerntochter) im Privatkundensegment ein Mengenplus in Höhe von mehr als 30 Prozent erreichte.

Carole Walker legt 2018 den Fokus vor allem auf globales Wachstum und Investments im Servicebereich: „Wir blicken positiv auf das Geschäftsjahr 2018, das für uns klar unter dem Vorzeichen fortgesetzten internationalen Wachstums steht und signifikante Investments in Services und Infrastruktur in zentralen nationalen Märkten vorsieht. Um weiter erfolgreich expandieren zu können, setzen wir auf Partnerschaften und Kooperationen in den von uns bedienten Märkten und werden auch im weiteren Handels- und Wettbewerbsumfeld stets neue und attraktive Geschäftspotentiale suchen und nutzen.“

/ Geschrieben von Julia Ptock


Kommentare

#1 Avenger 2018-04-12 10:54
Hermes erwirtschaftet seine Gewinne durch brutale Ausbeutung der Zustellfahrer,

Und wäscht seine Hände in Unschuld, indem es die Verantwortung dafür auf seine Sub-Sub-Sub-Unt ernehmer abwälzt.

Und während sich die deutschen Textilhändler für die Arbeitszustände in Bangladesch uns sonstwo verantowrten müssen, kommt Hermes hier vor Ort damit durch.



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