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Kommt es zu einem harten Brexit, könnten ganze Lieferketten zusammenbrechen. Um das zu verhindern, will die britische Regierung Lkw aus der EU in einem solchen Fall auch ohne Genehmigung ins Land lassen. Es soll ein reibungsloser Import und Export sichergestellt werden.

Lkw an Grenze
Paul J Martin/Shutterstock.com

Der geplante Austritt Großbritanniens aus der EU Ende März rückt immer näher und noch immer konnten sich die Regierungen auf keine konkreten Pläne einigen. Da das britische Parlament den Brexit-Deal abgelehnt hat, wird das Szenario eines harten Brexits immer wahrscheinlicher. Sollte es tatsächlich soweit kommen, will die britische Regierung dennoch Lkw aus der EU ohne zusätzliche Genehmigungen über die Grenzen und in das Land lassen. Damit soll verhindert werden, dass Lieferketten zusammenbrechen. „Das Vereinigte Königreich muss sicher sein, dass wie üblich ausländische Produkte importiert und britische Produkte exportiert werden können", wird eine Erklärung der Regierung bei der Zeit zitiert.

Mit dem Verzicht auf eine zusätzliche Genehmigung würde der internationale Güterverkehr gewährleistet werden. Außerdem erhoffe sich die britische Regierung eine ähnliche Herangehensweise für Transportunternehmen aus Großbritannien. Das Volumen des Lkw-Warenverkehrs zwischen Europa und Großbritannien beläuft sich auf 480 Millionen Euro jährlich, 80 Prozent davon fallen auf Laster aus der EU.

Kilometerlange Staus durch ungeregelten Brexit

Bereits seit einiger Zeit wird untersucht, welche Auswirkungen ein No-Deal-Brexit hätte. Anfang Januar wurde dafür in Dover, Knotenpunkt zwischen Großbritannien und dem Festland, der Ernstfall eines ungeregelten Austritts simuliert. Insgesamt 89 Lastkraftwagen beteiligten sich am Härtetest, welcher von vielen Seiten scharf kritisiert wurde. „Weniger als hundert Lkw sind wie ein Tropfen im Ozean, angesichts der 10.000 Lastwagen, die jeden Tag den Hafen passieren“, kritisierte die liberaldemokratische Abgeordnete Layla Moran. Aktuell benötigt ein Lkw zwei Minuten für die Abwicklung an der Grenze. Verdoppelt sich diese Zeit, könnte es zu Staus von einer Länge bis zu 27 Kilometern kommen und ganz Dover ins Chaos stürzen.

/ Geschrieben von Corinna Flemming


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