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Laut einer Studie würde die englische Küstenstadt Dover bei einem ungeregelten Brexit im Chaos versinken. 

Stau in Dover
© Paul J Martin / Shutterstock.com

Bevor das britische Parlament am Dienstag, den 11. Dezember über die Details des Brexit abstimmt, zeigt eine Studie ein Horror-Szenario, was bei einem ungeregelten Austritt der Briten aus der EU passieren würde. Die deutsche Verkehrszeitung bezieht sich in ihrem Bericht auf britische Zeitungen, die sich auf eine Studie der Stadt Dover stützen. Dover wäre als wichtigster englischer Hafen und Knotenpunkt am Ärmelkanal extrem von einem ungeregelten Austritt betroffen. 

Der Eurotunnel zwischen Dover und Calais würde wegen der dann anstehenden Zollkontrollen zu einem Nadelöhr werden. Die Folge davon: Zehntausende Lkw blieben im Stau stecken oder müssten auf Parkplätzen ausharren. Der Flughafen Manston würde dann möglicherweise als Parkfläche für etwa 1.000 Fahrzeuge genutzt. Demnach würden laut der Studie in der Dover umgebenden Grafschaft Kent über Wochen der Verkehr kollabieren und der Müll sich auf den Straßen türmen. Für die Bewohner der Grafschaft Kent bedeutet das neben dem Verkehrschaos außerdem eine Verschlechterung der Luftqualität, so die Experten. Viele Menschen könnten voraussichtlich wochenlang nicht zu ihrem Arbeitsort. Es gebe bereits Überlegungen, möglichst viele Verwaltungsangestellte der Region für drei bis sechs Monate ins Home Office zu schicken.

Britisches Parlament entscheidet am Dienstag über Brexit 

Das britische Unterhaus stimmt am Dienstag über das mit der EU ausgehandelte Brexit-Abkommen ab. Politische Beobachter halten es derzeit für unwahrscheinlich, dass der bestehende Vertrag durchgeht. Am 29. März soll der Brexit vollzogen werden, dann läuft eine Übergangsphase bis 2021. Ein ungeregelter Austritt wäre eine mögliche Option, Experten spekulieren aber auch über ein zweites Referendum oder sogar Neuwahlen.

Laut einer Studie sieht rund die Hälfte der Logistikunternehmen dem Brexit mit Sorge entgegen und fühlt sich nicht ausreichend auf diesen vorbereitet. Der Handel zwischen Deutschland und Großbritannien ist wegen des anstehenden Brexits im Vergleich zum Vorjahr bereits deutlich eingesackt, zeigt eine weitere Studie

/ Geschrieben von Markus Gärtner


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