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Dover ist der wichtigste Knotenpunkt zwischen der britischen Insel und dem europäischen Festland. Rund 10.000 Lkw kommen hier täglich durch, derzeit noch ohne Grenzkontrolle. Doch wie würde es nach dem Brexit aussehen?

Stau
© G. K. / Shutterstock.com

Wie würde sich ein Brexit auf Dover, Knotenpunkt zwischen Großbritannien und dem Festland, auswirken? Erste Studien sehen Dover bereits im Chaos versinken. Daher hat die britische Regierung jetzt den Ernstfall eines ungeordneten EU-Austritts simuliert und mit 89 Lastkraftwagen getestet, wie ein möglicher Verkehrskollaps verhindert werden könnte. Das berichtet Spiegel Online.

Brexit-Test ist eine „Farce auf Kosten der Steuerzahler“

Der Lkw-Konvoi fuhr von dem stillgelegten Flughafen im nahe gelegenen Manston zum Hafen von Dover und dann wieder zurück. Das Flughafengelände soll Dover im Fall von Staus entlasten, heißt es. Der Härtetest kostete rund 50.000 Pfund.
Der Test stieß allerdings auf einige Kritik. „Das ist eine Farce auf Kosten der Steuerzahler“, kritisierte die liberaldemokratische Abgeordnete Layla Moran. Der Test werde die EU nicht davon überzeugen, dass Großbritannien auf einen harten Brexit vorbereitet sei. Auch der konservative Abgeordnete Charlie Elphicke fand klare Worte: „Weniger als hundert Lkw sind wie ein Tropfen im Ozean, angesichts der 10.000 Lastwagen, die jeden Tag den Hafen passieren.“ Die Regierung könne Lastwagen nicht wie bei einer wilden Gänsejagd durch kurvenreiche und einspurige Straßen durch Dörfer in Kent schicken. Auch die Road Haulage Association (RHA), ein Handelsverband für Straßentransport, hält nichts von dem Versuch. Der Test komme viel zu spät und sei viel zu klein, um den Ernstfall mit Tausenden Trucks zu proben.

Ungeregelter Brexit könnte lange Staus verursachen

In Dover werden 17 Prozent des Warenhandels des Vereinigten Königreichs abgewickelt. Bislang braucht ein Lkw zwei Minuten für alle nötigen Formalitäten. Doch allein zwei Minuten mehr für diese Abfertigung könne laut Hafenbetreiber Staus von mehr als 27 Kilometern verursachen.

Am 29. März wird das Vereinigte Königreich aus der EU austreten, dann läuft eine Übergangsphase bis 2021. Das britische Parlament soll am 15. Januar über den hochumstrittenen Brexit-Deal abstimmen. Allerdings gibt es viel Widerstand gegen die Details des ausgehandelten Austrittsabkommens. Eventuell soll die Abstimmung verschoben werden. Laut einer Studie ist der Handel zwischen Deutschland und Großbritannien bereits deutlich zurückgegangen. 

/ Geschrieben von Markus Gärtner


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