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Nach Hessen und Schleswig-Holstein soll in Baden-Württemberg nun der dritte E-Highway für Oberleitungs-Lkw in Deutschland entstehen. Das Land erhält für das Pilotprojekt 16,8 Millionen Euro Förderung vom Bund. Ende 2019 soll es losgehen.

Oberleitungs-Lkw
© Siemens

Die Technologie der Oberleitungs-Lkw ist nicht neu und ist doch gerade dabei, wieder Schule zu machen. Nachdem bereits in Hessen und Schleswig-Holstein Projekte für Oberleitungs-Lkw ins Leben gerufen wurden, wurde nun der Start eines dritten Projektes bekannt gegeben.

Wie transport-heute.de berichtet, wird der dritte deutsche E-Highway auf zwei Teilstücken der Bundesstraße 462 im Murgtal zwischen Gernsbach-Obertsrot und Kuppenheim in beiden Richtungen auf einer Gesamtlänge von etwa sechs Kilometern entstehen. Das Projekt wird vom Bundesumweltministerium mit 16,8 Millionen Euro gefördert. Bei dem Feldversuch sollen die Oberleitungs-Lkw im Jahr mehr als 250.000 Kilometer zurücklegen.

Karte Pilotstrecke B462 E-Highway Baden-Württemberg
© Straßenbauverwaltung Baden-Württemberg, 2017

Test unter realen Bedingungen

Hintergrund der Tests der elektrischen Lkw ist die Erreichung der Klimaschutzziele. Gerade der Straßengüterverkehr, der in den kommenden Jahren eher ansteigen statt abnehmen wird, muss umweltfreundlicher gestaltet werden. Tatsächlich geht das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur davon aus, dass der Anteil der Lkw am Güterverkehr im Jahr 2017 bei 71,8 Prozent liegen wird. Für 2020 wird ein Wert von 72,1 prognostiziert. Die Transportleistung im deutschen Straßengüterverkehr liegt nach Angaben des ADAC 2015 bei 474,2 Milliarden Tonnenkilometer.

Für Bundesumweltministerin Barbara Hendrick sind elektrisch betriebene Oberleitungs-Lkw von daher eine besonders interessante Lösung auf dem Weg zu einem klimaneutralen Güterverkehr. „Sie sind sehr energieeffizient und ermöglichen mit wenig erneuerbarem Strom viele emissionsfreie Kilometer. Wir haben Oberleitungs-Lkws auf einer nicht-öffentlichen Teststrecke bereits seit mehreren Jahren erprobt. Jetzt ist die Technologie reif für einen Test unter realen Bedingungen, eingebunden in die alltäglichen Fuhren von Logistik-Unternehmen.“

Teststrecke steht für besondere Anforderungen auf Bundesstraßen

Durch die Förderung der dritten Strecke erwartet sich die Bundesumweltministerin eine deutliche Ausweitung des Erfahrungsspektrums. Denn im Gegensatz zu Hessen und Schleswig-Holstein wird in Baden-Württemberg der Einsatz von Oberleitungs-Lkw erstmals auf einer Bundesstraße mit Ortsdurchfahrten getestet.  „Die B 462 zeichnet sich zudem durch eine besondere Tallage aus. Die Teststrecke steht daher exemplarisch für die besonderen Anforderungen auf Bundesstraßen mit teilweise sehr anspruchsvollen straßenbaulichen Verhältnissen,“ erklärt Hendrick weiter.

Wie die Verkehrs Rundschau berichtet, sind an dem Projekt, neben dem Verkehrsministerium in Stuttgart als Vorhabenträger, die Südwestdeutschen Verkehrs-Aktiengesellschaft (SWEG), das Regierungspräsidium Karlsruhe, der Landkreis Rastatt sowie das Konsortium Forschung e-WayBW, das aus dem Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung Fraunhofer ISI, der PTV Transport Consult GmbH, dem FZI Forschungszentrum Informatik und dem Fraunhofer-Institut für Chemische Technologie besteht, beteiligt.

 

/ Geschrieben von Julia Ptock


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