Seit 12 Jahren gab es via E-Post die Möglichkeit, digital Briefe zu versenden und zu erhalten. Für Privatleute wird dieser Service jetzt abgeschafft.

Deutsche Post Logo auf Smartphone
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Die Deutsche Post DHL hat angekündigt, für private Nutzerinnen und Nutzer den Dienst E-Post bis Ende November dieses Jahres einzustellen. Das Ende von E-Post betrifft ausschließlich das private Segment: „E-POST als zentrale Plattform für Geschäftskunden zur Digitalisierung der Briefkommunikation wird hingegen unverändert fortgeführt und weiter ausgebaut“, erläutert der Logistiker in einer entsprechenden Mitteilung.

Bis zum 30.11. werde die eingehende Post noch auf den eigenen Servern gespeichert, danach sind Dokumente nicht mehr erreichbar, meldet der Spiegel zum Thema. Via Download-Funktion müsse jetzt noch alle Briefpost gesichert werden, wenn man diese auch künftig zur Verfügung haben wolle. Wer alle Briefe digital erhalten will, muss bei der Deutschen Post künftig 24,99 Euro pro Monat zahlen. 

Offline-Briefversand lässt sich jetzt via GMX und Web.de beauftragen

Das Unternehmen empfiehlt seiner privaten Nutzerschaft nun, die E-Mail-Anbieter Web.de und GMX sowie die eigene Post & DHL App als Alternativen für hybride Briefdienstleistungen zu verwenden. 

Wer sich in diesem Fall für die beiden deutschen E-Mail-Anbieter entscheidet, soll sogar die Möglichkeit haben, aus dem integrierten Online-Office Briefe zu verschicken. Das werde nach Angaben der Post nun ab sofort allen 35 Millionen Konteninhabern der beiden Provider ermöglicht: Dokumente sollen sich mit der Funktion „Als Brief versenden“ an die Deutsche Post übermitteln lassen, die die entsprechenden Dokumente dann ausgedruckt, frankiert und auf dem Postweg als echten Brief an die Empfänger-Adresse zustellt. 

 

Testphase: Drei digitale Briefe kostenlos versenden

„Mit dem neuen Service lassen sich Briefe so einfach, schnell und komfortabel versenden wie E-Mails. Da es immer noch viele Fälle gibt, in denen eine Kommunikation per Brief notwendig ist, bieten wir diese Versandmöglichkeit als digitale Brücke an“, erläutert der Web.de- und GMX-CEO Jan Oetjen. Zum Start sollen während einer Testphase bis Ende des Jahres sogar monatlich drei Briefe pro E-Mail-Konto kostenlos versendet werden dürfen. 

Als Basis für den neuen Service dient die Möglichkeit, sich Briefe bereits vorab digital u. a. via E-Mail als auch in der App der Deutschen Post ankündigen zu lassen. „Bei der Registrierung zur Briefankündigung wird die Postadresse eines Nutzers oder einer Nutzerin verifiziert. Beim digitalen Briefversand dient diese verifizierte Postadresse als Absender“, so die Post zur Vorgehensweise.

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/ Geschrieben von Hanna Behn

Kommentare

#1 Dirk 2022-08-31 10:03
Anstatt Millionen (oder Milliarden?) für solche unsinnigen Pseudo-Zukunfts projekte zu verschwenden, die eh keiner nutzt, sollte sich die Post /DHL auf ihr Kerngeschäft konzentrieren. Da gibt es genug Optimierungsbed arf. Wenn Gelder hier gezielter eingesetzt würden anstatt sie für derartige Vorhaben zu stecken, für die es gar keinen Bedarf gibt - nach dem Motto "Briefe schreibt ja keiner mehr, wir müssen jetzt mehr mit diesem Internet machen..." - dann müssten auch nicht die Preise ständig erhöht werden.



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