Vor etwas über einem Monat endete der längste Streik in der Geschichte der Deutschen Post. Doch noch immer sollen nicht alle Pakete, die durch den Arbeitsausstand liegengeblieben sind, zugestellt worden sein. Die Post hat sich nun zu diesen Vorwürfen geäußert.

DHL Hub in Leipzig von oben
© Deutsche Post DHL

Die Auswirkungen des Poststreiks sind bei den Kunden noch immer spürbar: Etliche Pakete sollen noch in den Paketzentren liegen – und das, obwohl der Streik vor mehr als einem Monat endete. Vor allem kleinere Händler sollen davon betroffen sein, ihre Sendungen wurden Medienberichten zufolge noch immer nicht zugestellt. Dem Logistik Watchblog gegenüber versicherte die Deutsche Post DHL aber jetzt, dass die Rückstände „bundesweit nahezu vollständig aufgearbeitet“ seien.

„Eine der größten Herausforderungen hierbei waren sperrige Güter, da diese nicht maschinell sortiert werden können und auch einen großen Platzbedarf haben“, so die Deutsche Post weiter. „In Berlin haben einzelne wenige Pakete ihre Empfänger noch nicht erreicht, darunter vor allem Sperrgutsendungen.“ Die Post arbeite nun aber „mit Hochdruck und unter Einsatz von zusätzlichen Kräften“ daran, diese letzten Sendungen noch zuzustellen. In den nächsten Tagen sollen damit die Rückstände des Streiks vollständig ausgeliefert sein.

Nachforschungsaufträge bei vermissten Paketen

Die Deutsche Post widerspricht der Meldung, dass noch zahlreiche Pakete nicht zugestellt worden sein sollen: „Rückstände bei der Bearbeitung von Sendungen in den Paketzentren gibt es nicht.“ Wer aber ein Paket vermisst, dem empfiehlt das Unternehmen, einen Nachforschungsauftrag zu stellen. „Dann wird noch einmal detailliert intern nach dem Verbleib der Sendung nachgeforscht und – falls die Sendung möglicherweise nicht gefunden werden kann – nach Klärung aller haftungsrechtlichen Fragen auch Ersatz geleistet“, erklärt die Deutsche Post. Laut seiner AGB haftet der Konzern für bis zu 500 Euro im Falle von Beschädigungen oder Verlust.

Der Poststreik hatte den Konzern und die Bundesrepublik für vier Wochen in Atem gehalten. Es handelte sich dabei um die längsten Arbeitsniederlegungen in der Geschichte der Deutschen Post. Vor allem für Online-Händler war der Poststreik eine gewaltige Belastung. Einer Händlerbund-Studie zufolge erhielten 92 Prozent der Händler Beschwerden von Kunden während der Streikwochen.

/ Geschrieben von Michael Pohlgeers

Kommentare

#2 Frohnbachtaler 2015-08-24 12:12
Einfach nur lächerlich:
Schadensersatz bei verloren gegangener Senund und Prüfung aller haftungsrechtli chen Fragen.
DHL kennt doch überhaupt keinen Schadensersatz. Aber Papier ist ja geduldig.
Bei Schadensfällen wird der Kunde solange hingehalten, bis er entnervt aufgibt.
So wird aus fadenscheinigen Gründen ein Versandnachweis verlangt, obwohl sich aus der Sendungsverfolg ung/ dem Tracking-Code eindeutig ergibt, dass das Paket versendet wurde. Diese Taktik wenden aber auch Hermes oder DPD an.
#1 Verena 2015-08-23 13:30
Ich warte in Berlin immer noch auf Konzertkarten vom 12.06.2015.

Das zum Thema „In Berlin haben einzelne wenige Pakete ihre Empfänger noch nicht erreicht, darunter vor allem Sperrgutsendung en.“



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