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Am 4. Februar bringt die Deutsche Post erstmals eine Briefmarke der „neuen Generation“ in Umlauf. Die neuen Marken sollen fälschungssicherer und digital lesbar sein.

Briefkästen Deutsche Post
Mickis-Fotowelt / Shutterstock.com

Die Digitalisierung in der Briefpost schreitet weiter voran: Die Deutschen Post hat der klassischen Papierbriefmarke erstmals einen sogenannten Matrixcode hinzugefügt. Solche 2D-Codes sind bei dem Bonner Logistiker keine neue Erfindung – sie werden seit Jahren für die Frankierung der Geschäftskundenpost sowie für Internetmarken verwendet – auf den herkömmlichen Marken feiern sie nun aber ihr Debüt. Das Motiv der Briefmarke, die zum ersten Mal das 2D-Zeichen besitzt, trägt den dazu passenden Namen „Digitaler Wandel“. 

Im Laufe dieses Jahres sollen weitere Marken mit Matrixcode folgen. Ab 2022 sei dann von der Post und dem Bundesministerium der Finanzen vorgesehen, alle Briefmarken mit diesem auszustatten. Die alten Briefmarken ohne Code behalten auch weiterhin ihre Gültigkeit, erklärte ein Post-Sprecher auf Nachfrage.

Mehr Transparenz in der Briefzustellung

Der Code befindet sich neben dem eigentlichen Motiv. Dies hat auch Auswirkungen auf das Format, wegen des Codeschnipsels sind die Marken nun insgesamt größer und bieten mehr Platz für die Gestaltung. Vor allem aber erlaubt das digital scannbare Zeichen künftig auch eine Basis-Sendungsverfolung: „Durch den Matrixcode machen wir uns nun auch im Bereich der herkömmlichen Briefmarken transparent, denn ab sofort können die Kunden in der Post & DHL App sehen, wann ihr Brief im Briefzentrum in der Abgangsregion bearbeitet wurde und wann er in der Zielregion angekommen ist“, erläutert Tobias Meyer, Konzernvorstand Post & Paket Deutschland von Deutsche Post DHL Group, zur Neuerung.

Darüber ließe sich etwa zusätzlich erkennen, inwieweit es zu Laufzeitverzögerungen bei der Zustellung komme. Derartige betriebliche Unregelmäßigkeiten könnten dann schneller behoben werden. Erst kürzlich wurde etwa bekannt, dass die Zustellgeschwindigkeit von Briefpost im Jahr 2020 coronabedingt nachgelassen habe.

Lückenlos wie beim Paket funktioniert die Nachverfolgung von Sendungen jedoch nicht – wer rechtsverbindlich wissen möchte, ob eine Sendung tatsächlich beim Empfänger landet, müsse weiterhin per Einschreiben versenden.

Mehr Schutz vor Fälschungen

Die Frankierung mit Matrixcode reduziere zusätzlich das Risiko von Fälschungen, die ein „massiv wachsendes Problem“ für Postdienstleister darstellten. So könne die Wertmarke nicht mehrfach verwendet werden, der Code mache jede einzelne von ihnen zum Unikat.

Briefe, die mit der neuen Generation der Marken frankiert wurden, sollen digital entwertet sowie auch weiterhin in Briefzentren gestempelt werden. Statt der typisch schwarzen Stempelfarbe werde dabei künftig auf eine blaue Variante zurückgegriffen. So soll sichergestellt sein, dass Kunden den Matrixcode auch im Nachhinein mit dem Smartphone in der Post&DHL-App abscannen können, denn: Neben der Option für die Sendungsverfolgung führe der Code zu Informationen über das Motiv, die Auflage oder die Geschichte der Marke. So werden die neuen Briefmarken dem Post-Vorstand zufolge zur „Bereicherung für jeden Briefmarkensammler“.

/ Geschrieben von Hanna Behn


Kommentare

#3 Heidemann 2021-02-04 12:55
gut das niemand mehr Walter Ulbricht kennt.
"Niemand hat die Absicht eine Mauer zu bauen"
jedenfalls noch nicht Heute ......
#2 Heidemann 2021-02-03 09:33
und was kommt 2022 dann noch ?
alle Marken ohne Code werden ungültig ?
wieder Milliarden für die ,die Post ,keine Leistungen erbringen muss.
dafür werden wir dann wahrscheinlich mit weiteren Sondereditionen beglückt - vielleicht ja sogar dann Sammelmappen ohne Digitalcode !?
naja ich möchte hier keinen Vortrag über Briefmarken halten - dann lieber gleich nur noch Internetmarke ausdrucken.
#1 Günther Probst 2021-02-03 09:29
Hallo Frau Behn,

vielen Dank für den interesanten Bericht.
Dazu hätte ich nur eine Frage, werden dann nach einer bestimmten Übergangsfrist alle Marken ohne den Code ungültig, wie damals nach der Umstellung auf den Euro?

Auf eine aussagesichere Antwort wartend,
verbleibe ich mit freundlichen Grüßen
Günther Probst

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Hallo Herr Probst, vielen Dank für Ihren Kommentar. Alte Marken bleiben gültig, bestätigte ein Sprecher der Post. Wir haben den Artikel entsprechend ergänzt.

Viele Grüße,
die Redaktion



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