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Amazon treibt seine Logistik immer weiter voran, inzwischen stellt der US-Konzern die Hälfte seiner Sendungen selbst zu. Sind die Tage der klassischen Paketdienste bald vorüber?

Superheld mit Paket
Irina Levitskaya/shutterstock.com

Als einfacher Buchladen gestartet, hat sich Amazon inzwischen zur Weltmacht im Online-Handel entwickelt. Aber auch offline treibt der US-Konzern seine Bemühungen immer weiter voran, in sämtliche Bereiche des täglichen Lebens vorzudringen. Vor weniger als zehn Jahren machte sich das Unternehmen daran, die Logistik-Branche zu erobern. Den Zahlen einer aktuellen Studie von Rakuten Intelligence zufolge, scheint das nun so gut wie gelungen. Demnach stellt Amazon inzwischen gut 48 Prozent seiner Pakete in den USA selbst zu, vor zwei Jahren lag dieser Wert noch bei 15 Prozent. „Wenn sie die Hälfte ihrer eigenen Sendungen selber abwickeln, sind das 20 Prozent des gesamten Marktes“, wird Alex Pellas, Logistik-Experte beim Marktforschungsunternehmen Rakuten Intelligence bei Axios zitiert. „Das ist riesig.“ 

Schneller und günstiger als FedEx, UPS und Co.

Aus Kundensicht hat der Online-Händler bereits jetzt einen entscheidenden Vorteil gegenüber den klassischen KEP-Dienstleistern: Laut der Analyse kommen die Pakete nämlich nicht nur schneller beim Käufer an – Amazon stellt durchschnittlich in 3,2 Tagen zu, bei der Konkurrenz sind es im Schnitt sechs Tage – auch die Kosten werden wohl in Zukunft bei rund zwei Drittel der Preise von UPS und FedEx liegen, wie Pellas prophezeit. Zusätzlich kündigte das Unternehmen erst vor wenigen Wochen an, die Zustellung innerhalb von 24 Stunden für Prime-Mitglieder in den USA künftig zum Standard machen zu wollen. Dafür sollen im laufenden Quartal rund 800 Millionen US-Dollar in die Logistik investiert werden, speziell die Ausweitung der Warenlager sowie die Aufstockung des Personals soll vorangetrieben werden (wir berichteten).

Außerdem startete Amazon erst vor wenigen Tagen mit einem neuen Logistikkonzept namens „Counter“. Dabei können Kunden ihre Bestellungen in rund 100 Filialen der Drogeriemarktkette Rite Aid abholen, wie der Amazon Watchblog weiß.

Erste Zustelldienste gehen bereits auf Distanz

Dass Amazon mit seiner eigenen Lieferwagen- und Flugzeugflotte den klassischen KEP-Dienstleistern immer mehr die Butter vom Brot nimmt, hat bereits erste Auswirkungen auf deren Zusammenarbeit. So hat nun FedEx seinen US-Luftfrachtvertrag mit dem Online-Händler gekündigt, man wolle sich auf den „breiteren E-Commerce-Markt“ konzentrieren, wie der Logistiker laut der Internetworld begründet.

Die aktuellen Zahlen zeigen, dass die Luft für herkömmliche Paketdienste langsam dünner wird und Amazon den gesamten Prozess des Online-Handels mehr und mehr an sich reißt.

/ Geschrieben von Corinna Flemming


Kommentare

#3 Frank2 2019-07-08 11:32
Ist ja keine kunst, wenn der Subunternehmer 12oo€ netto für eine 6 Tage Woche mit 12-16 Stunden Arbeit zahlt, dass dann die Kosten niedriger sind. (PS: Ist ein Beispiel von einem ehem. Mitarbeiter eines Subunternehmers der für Amazon gefahren ist.)
#2 franz 2019-07-04 09:53
@steffen: achja sweet. wieder mal von der tapete bis zur wand gedacht - amazon sind die idioten. anstatt sich mal zu fragen, warum die logistik sich nicht selbst neu erfindet. egal ob amazon oder andere unternehmen: sie alle füllen nur die lücken, welche andere versäumt haben zu beachten.
#1 Steffen M. 2019-07-03 09:47
Somit ist der Untergang der Weltweiten freien Marktwirtschaft besiegelt, und jeder der diesen Konzern weiter aktiv unterstützt trägt schuld an der kommenden NEUEN Versklaverei der Menschheit.



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