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Der Deutsche Verband für Post, Informationstechnologie und Telekommunikation (DVPT) will die Briefsparte der Deutschen Post jetzt einer Langzeitmessung unterziehen. Ein Jahr lang sollen die Zustellzeiten bei der Geschäftspost überprüft werden.

Briefeinwurf Briefkasten
Asvolas/shutterstock.com

Der Zustellservice der Deutschen Post soll sich in den letzten Jahren um einiges verschlechtert haben. Wie in einem Bericht der Welt zu lesen ist, warten Kunden heute teilweise mehrere Tage auf Briefe, trotz der Formel „E+1“ (der Einwurf in den Briefkasten und die Zustellung am nächsten Werktag). Wie lange die Sendungen tatsächlich vom Absender zum Empfänger benötigen, will der Deutsche Verband für Post, Informationstechnologie und Telekommunikation (DVPT) jetzt herausfinden. Die Organisation hat das Marktforschungsinstitut Spectos beauftragt, in den kommenden Tagen eine Langzeitmessung zu starten. Ab Anfang März soll die Briefsparte der Deutschen Post einem einjährigeren Test unterzogen werden. Das Verfahren wird zusätzlich vom TÜV zertifiziert. Insgesamt sollen 72.000 Geschäftsbriefe erfasst werden, die ersten Ergebnisse will man bereits nach drei Monaten auswerten.

Privatpost vs. Geschäftspost

„In den vergangenen 18 Monaten ist die Unzufriedenheit unserer Mitglieder über die Zustellarbeit der Post massiv gestiegen“, erklärt Klaus Gettwart, Vorstand des Verbandes DVPT, gegenüber der Welt. Besonders an einzelnen Wochentagen sowie in bestimmten Regionen gebe es stets Auffälligkeiten. Den Stein ins Rollen gebracht hat laut Gettwart allerdings das „miserable Beschwerdemanagement“ der Post. Wie der Verbandschef weiter ausführt, werden Nachfragen teilweise nicht ernst genommen und auf Beschwerden nicht reagiert.

Der DVPT konzentriert sich bei seiner Untersuchung in den kommenden zwölf Monaten ausschließlich auf die Geschäftspost. Da viele Unternehmen wegen der großen Mengen diese zu rabattierten Preisen verschicken können, fällt sie nicht unter die „E+1“-Regelung, die Kunden haben also keinen Anspruch auf die kurzen Lieferzeiten.

Deutsche Post gibt sich gelassen

Sollte der Test Missstände aufdecken, hofft der DVPT auf eine schnelle Reaktion der Behörden. „Wir gehen davon aus, dass die Bundesnetzagentur aktiv werden und Druck auf die Post ausüben müsste“, so der Klaus Gettwart. Kommt es zu keiner Besserung, will der Verband auch selbst reagieren: „Dann könnten wir unseren Mitgliedern in den betroffenen Regionen gezielt empfehlen, zu einem privaten Konkurrenten der Post zu wechseln“, betont der Verbandschef. Die Deutsche Post sieht der bevorstehenden Prüfung entspannt entgegen und verweist auf die eigenen regelmäßig durchgeführten Stichproben, deren Umfang zehnmal so groß sein soll, wie die jetzt geplante Langzeitmessung des DVPT. „Wir bezweifeln, dass die Messung des DVPT aussagekräftiger ist als das seit vielen Jahren bewährte Verfahren“, wird ein Post-Sprecher in der Welt zitiert.

/ Geschrieben von Corinna Flemming


Kommentare

#2 Wittnebel Hans 2019-04-05 09:03
Was ist los bei euch??? Habe vor 2 Wochen ein Brief so groß wie eine Din a4 Seite nach Leipzig geschickt . Der Brief ist bis heute nicht dort angekommen. Es sind nur wichtige Unterlagen für meine Tochter darin enthaltenen.
Frage muss mann seine Post selber zum Empfänger bringen damit die auch ankommt???
#1 uni24 2019-02-28 09:36
Das können wir nur bestätigen. Wir geben Montags keine Briefpost mehr auf, da diese bis zu einer Woche unterwegs sind. Hingegen wenn wir diese am Dienstag aufgeben, werden die meistens schon am nächsten Tag (Mittwoch) zugestellt. Das scheint aber immer am jeweiligen Briefzentrum zu liegen. Da wir Großkunde bei der Post sind, werden wir auch von dieser ab und zu mal gefragt wie wir mit der Post so zufrieden sind. Auf Nachfrage, warum die Montagspost so lange benötigt, bekommen wir vollkommende Unwissenheit und Ahnungslosigkei t entgegen.



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