timocom
Logo logistik Watchblog

Wie uns von einem Mitglied des Händlerbundes berichtet wurde, kursiert derzeit ein Rundschreiben der Deutschen Post unter den Händlern. Konkret geht es um Versandmodalitäten im internationalen Handel.

Post-Hauptquartier in Bonn
© nitpicker / Shutterstock.com

Ab dem 01. Januar 2019 wird der internationale Warenversand in Briefen verboten – das ist dem Schreiben zu entnehmen, was laut Sellerforum an Händler verschickt wurde. Im Versandhandel ist es durchaus üblich, für kleine Produkte, wie etwa DVDs, zum normalen Briefumschlag zu greifen. Beim grenzübergreifenden Versand wird dabei auf den „Brief international” zurückgegriffen. Doch damit ist ab Januar scheinbar Schluss, berichtet Paketda: In Briefumschlägen dürfen dann nämlich nur noch gezeichnete, gedruckte oder digitale Mitteilungen und Informationen versendet werden. Das Produkt „Buch International” wird ebenfalls abgeschafft, wie dem Schreiben zu entnehmen ist:

„Ab dem 01.01.2019 können Sie 

• Dokumente - wie bisher auch - in Briefen, als Dialogpost oder Presse International versenden (Dokumente sind schriftliche, gezeichnete, gedruckte oder digitale Mitteilungen und Informationen),

• für den Versand von Waren weltweit das neue Produktportfolio „Warenpost International“ nutzen und

• Bücher mit dem Produkt „Warenpost International“ verschicken (das bisherige Produkt „Buch International“ wird zum 01.01.2019 eingestellt)."

Warenpost international

Stattdessen müssen Waren (bis 2 kg) als „Warenpost international” versendet werden. Hierbei wird zwischen einer getrackten und einer ungetrackten Variante entschieden.

Hier dürften sich Händler besonders über die Regelung der Haftung ärgern. Mit dem Brief international konnten bis jetzt Waren, der Valoren Klasse II (zum Beispiel: Schmuck und Edelmetalle) bis zu einem Wert von 500 Euro versendet werden. Als Zusatzleistung konnte gegen Aufpreis die Haftung hinzugebucht werden. Das sieht bei der „Warenpost International” anders aus. Dort steht unter dem Punkt Haftung: „Für Warenpost International Tracked in bestimmte Länder gewähren wir Haftung bis max. 20,00 Euro des nachgewiesenen Schadens. Bis zu einer Gesamthöhe von 20,00 Euro werden Warenwert und Porto erstattet.” So wie es im Moment aussieht, sieht das neue, verpflichtende Produkt, keinerlei zubuchbare Haftungserweiterung mehr vor. Händler, die bisher kleine, teure Produkte in Umschlägen versendet haben, bleibt daher als Alternative nur der teurere Paketversand über DHL..

Außerdem sollen Händler künftig, Liefer- und Zollinformationen digital an die Deutsche Post übermitteln. Das würde die Zollabfertigung vereinfachen, heißt es auf Paketda. In dem Brief an die Händler heißt es dazu: „Mit diesem Produkt können Sie Ihre leichtgewichtigen Waren bis 2 kg einfach und günstig ins Ausland senden. Zudem schafft es die Voraussetzungen für die Übermittlung relevanter Zolldaten für Versande ins Non-EU Ausland. Die Daten werden vorab elektronisch übermittelt, um die Zollbearbeitung im Zielland zu erleichtern und somit weiterhin eine prioritäre Behandlung Ihrer Sendungen zu gewährleisten."

/ Geschrieben von Sandra May


Kommentare

#9 Adrian Berisha 2019-02-13 23:48
@P.U. Baer: Und genau so kam es.
Kein Warenversand mehr international möglich (per Brief)

Na dann, Gute nacht!
#8 Pichatu 2019-01-31 12:47
Auch mir wurde mitgeteilt, dass man noch bis zum 28.2.19 Warensendungen verschicken könnte. Nur weis in den Filialen niemand Bescheid.Daher musste ich doch auf ein 50 Euro Paket zurück greifen.
Ich verstehe auch nicht , warum noch kein Fernsehsender oder Radiosender über diese Thematik berichtet.
#7 Mark Hilberg 2019-01-25 14:25
Die Umstellung ist nach Infos der Post bis 28.2. ausgesetzt. Sie soll angeblich v.a. chinesiche Händler treffen, die momentan Waren extrem günstig als Brief verschicken können, weil China im int. Postverein noch den Status eines Entwicklungslan des hat. Das führt zu der kuriosen Situation, dass man in Deutschland z.B. elektronische Bauteile und Batterien inkl. Porto in China zu einem Bruchteil des deutschen Preises bestellen kann.
#6 Post Hater 2019-01-09 17:39
Grausame Realität: In die Eingabemaske der Post muss nun jede Empfänger-Adres szeile *einzeln* eingefügt werden. Zudem ist es sogar erforderlich, sowohl die Telefonnummer wie auch die E-Mail-Adresse des Empfängers einzutragen. Vorausgesetzt, dass ich all diese sensiblen Daten hätte und mein Kunde mir das Einverständnis zur Weiterleitung sämtlicher Kontaktinformat ionen an die Deutsche Post gegeben hat, bräuchte ich eine dreiminütige Copy-Paste-Arie für jedes Etikett. Datenschutzrech tlich und praktisch nicht umsetzbar. Hoffentlich "nur" schlecht programmiert.
Zwingend Nachbesserung erforderlich: , d.h. *ein* Adressfeld zur freien Eingabe der vollständigen Empfängeradress e in einem Rutsch und Entfernen des Eingabezwanges von Telefonnummer und E-Mail-Adresse für gewöhnliche Warenpost International "untracked".
#5 hannes 2019-01-07 13:19
Ist doch ganz einfach , die Warenpost kostet etwa gleich viel wie die Briefsendungen vorher , aber die Post kann, da sich das Produkt an Geschäftskunden richt auch noch Umsatzsteuer berechnen die oben drauf kommt
#4 Dilemma 2019-01-04 13:18
In Deutschland wird sowas einfach beschlossen und basta. Das ist übrigens ein Beschluss des Weltpostvereins oder wie der Laden heißt. Da wird Protestieren herzlich wenig bringen. Beuten wir die kleinen Leute halt mal wieder aus. Die Dummen wehren sich ja sowieso nicht. Und eine Preissteigerung von fast 400 % interessiert scheinbar auch die Bundesregierung herzlich wenig. Eine Mail an die Bundesnetzagent ur hat jedenfalls nichts gebracht. Nicht mal eine Antwort.
#3 Auswanderer 2019-01-01 13:43
Es ist schon bedauerlich, aber typisch für die BRD im 21. Jahrhundert, wie hier der Privatkunde abgezockt wird.

Gut das wir weg sind!
#2 P.U.Baer 2018-12-19 11:03
Lieber Logistik-Watchblog,

ihr schreibt:
"Doch damit ist ab Januar scheinbar Schluss,..."

Dann ist der Schluss also nur zum Schein und in Wirklichkeit geht es weiter wie bisher?

Oder meint Ihr vielleicht
"Doch damit ist ab Januar ANSCHEINEND Schluss," was bedeuten würde, daß es dem Anschein nach, nach einer solchen Änderung aussieht, ihr aber nicht ganz sicher seid oder es noch nicht endgültig bestätigt wurde.


Da Ihr schon öfter solche oder ähnliche irreführende bzw. falsche Formulierungen benutzt habt, kümmert Euch bitte mal um den präzisen Gebrauch der Sprache.

Das fördert auch das Vertrauen in Eure Inhalte und Euren Service.

Danke

P.U. Baer
#1 pitti 2018-12-19 10:10
verboten?! was will man uns denn noch alles verbieten? Wir bezahlen doch die Sendungen. Wieso kann man uns jetzt verbieten weiter mit Groß- und Maxibrief zu versenden?
Also das finde ich ja unmöglich! Wer sind wir denn - dumme kleine Kinder, denen man alles verbieten kann?
Das sich darüber Keiner aufregt wundert mich aber sehr!
Sind wir nur noch eine Herde dummer Schafe, die folgsam alles machen, was uns nicht erlaubt ist?



Kommentar schreiben


Sicherheitscode
Captcha aktualisieren

Anchor Top
 
 
timocom