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60% der Paketempfänger sind nicht zu Hause, wenn der Postbote klingelt. Allerdings wollen 80% der Konsumenten ihre Warensendung nach Hause geschickt bekommen. Das zeigt eine Studie des ECC Köln und Hermes.

Übergabe Paket zwischen zwei Personen
© Michael Nivelet - shutterstock

Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass die Mehrheit der Kunden ihre Bestellungen nach Hause ordern. Tatsächlich empfangen aber nur 61% ihre Sendung dann tatsächlich auch in den eigenen vier Wänden.

Zeitfenster von zwei Stunden

Grund dafür ist, dass die meisten Kunden Werktags lediglich in einem Zeitfenster von 18 bis 20 Uhr zu Hause anzutreffen sind. Während den Hauptzustellzeiten zwischen 7 und 16 Uhr sind die meisten Kunden gar nicht vor Ort. Die Folge ist, dass Pakete oft automatisch in der nächsten Filiale abgegeben werden. Das ist aus Sicht der Kunden aber nicht immer die beste Variante: Von 50% der Kunden gab es für diese Liefervariante einen Daumen nach unten.

Nach den Ergebnissen der Studie wünschen sich 69% der Kunden eine Lösung für Situationen, in denen sie kurzfristig doch nicht zu Hause sein können, wenn die Lieferung kommt. Faktisch ist es allerdings so, dass 54% der Besteller noch nie in den Lieferprozess eingegriffen haben. Als Gründe wurden unter anderem angegeben, dass ein solcher Service nicht bestand. Fast die Hälfte und zwar 41% haben gehofft, dass das Paket doch noch beim Nachbarn abgegeben wird.

Die Abgabe beim Nachbarn empfinden 58% der Konsumenten als angenehm. Tatsächlich werden aber gerade in Städten die Pakete oft nach dem missglückten Zustellversuch in eine Filliale gebracht. Hilfreich wäre es hier, wenn Kunden bereits beim Bestellprozess eine alternative Lieferadresse angeben könnten.

Händler und Logistiker sind gefragt

Im wachsenden Geschäft des Online-Handels sind nun Händler und Logistiker gleichermaßen gefragt: Immer mehr Personen bestellen im Internet. Gerade auf dem Land, wo der stationäre Handel immer weiter abnimmt, werden unkomplizierte Lieferungen von Online-Bestellungen immer wichtiger. Logistisch ist es kaum möglich, alle Lieferungen auf das abendliche Fenster von zwei Stunden zu konzentrieren. Dem Kunden soll vielmehr die Möglichkeit geboten werden, aktiv in den Lieferprozess einzugreifen. Dies kann dadurch ermöglicht werden, in dem der Kunde auf den letzten Kilometern noch kurzfristig einen anderen Lieferort oder eine andere Lieferzeit vereinbaren kann. Wichtig ist in diesem Punkt auch eine Aufklärung über diese Methoden: Bei der Studie kam heraus, dass ein großer Teil der Konsumenten gar nicht weiß, dass manche Logistiker, wie zum Beispiel DPD, einen solchen Service anbieten.

Die Ergebnisse der Studie werden kostenlos zur Verfügung gestellt.

/ Geschrieben von Sandra May


Kommentare

#4 Julian 2018-10-08 11:35
Tja, der Verweis auf DPD-Predict ist ja super - ist ja auch ein wirklich gelungener Service - gewesen.

Dumm nur, wenn der Gesetzgeber den Service in der Praxis fast illegal macht - DSGVO lässt grüßen.

Weitergabe der Emailadresse nur mit ausdrücklicher Erlaubnis - kann man im eigenen Shop vielleicht noch umsetzen aber auf Marktplätzen kann man es völlig vergessen.

HIER besteht der eigentliche Handlungsbedarf .
Jahre Lang Predict genutzt - super Erfahrungen damit - kostet nichtmal was extra - einfach gut.
Dann kommt die DSGVO und man kanns nicht mehr anbieten. Großes Kino.
#3 Schmidt 2018-10-07 10:07
Zucker in den Poppes für den Kunden wäre auch noch etwas!
Die Kunden wissen den Service durch die Lieferdienste jetzt schon nicht zu schätzen.
Wenn man im Internet bestellt und sich das nach Hause liefern lassen möchte dann muss man auch dafür sorgen, dass die Pakete angenommen werden können!
Das heute bestellt und Morgen geliefert wie es alle Propagieren funktioniert auf lange Sicht eh nicht mehr und muss auch nicht sein.
#2 Marco 2018-10-04 11:33
Aber ansonsten läuft alles noch? Wir Zusteller haben so schon mehr als genug Stress, da brauchen wir nicht noch Kunden die darüber entscheiden können wann wir kommen!

Wir arbeiten zum Teil 15 Stunden am Tag für einen Lohn der nicht mal an den Mindestlohn ran kommt. Der Kunde will sein Zeug haben? Dann soll er seinen faulen Kadaver einfach mal in die Stadt bewegen und sich den Scheiß beim Händler holen.

Wenn ich etwas bestelle, dann bestelle ich es nur, wenn ich weis, dass ich das Paket auch entgegen nehmen kann.


Gruß, ein wütender Zusteller!
#1 Avenger 2018-10-04 09:42
Nur zahlen will keiner dafür...

Wir bieten seit über 1 Jahr die DHL Wunschzeit in unserem Shop an, zum DHL-Selbstkostenpreis.

Kein einziger Besteller hat das bisher genutzt.



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