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Als erstes Unternehmen in Deutschland liefert die Deutsche Post DHL jetzt Pakete mit Lieferdrohnen aus. Die unbemannten Fluggeräte sollen ab kommenden Freitag starten.

Deutsche Post DHL Drohne
© 2014 Deutsche Post AG

Die Deutsche Post wird ab kommenden Freitag offiziell Drohnen einsetzen. Nach Auskunft des Unternehmens, sollen dann mithilfe von Paketdrohnen regelmäßig Medikamente auf eine Nordsee-Insel transportiert werden. Die Deutsche Post ist damit das erste Unternehmen in Deutschland, das Pakete mithilfe von Drohnen zustellt.

Einsatz beginnt bereits in dieser Woche

Ende vergangenen Jahres hatte die DHL medienwirksam eine Paketdrohne in Bonn getestet. Bereits damals wurde erfolgreich ein Paket einer Apotheke in 2,7 Kilometer Luftlinie über den Rhein zum Posttower geflogen. Jetzt wird die Deutsche Post die Lieferung per Drohne erstmals unter Alltagsbedingungen regulär in Betrieb nehmen.

Nach Angaben der DHL soll dieser Feldversuch weltweit einzigartig sein. Das Projekt sieht vor, dass bis zum Ende dieses Jahres ein sogenannter „DHL-Paketkopter“ Medikamente von der niedersächsischen Hafenstadt Norden zu einer Apotheke auf der kleinen Nordsee-Insel Juist transportieren wird.

In der vergangenen Woche hat die DHL nach eigenen Angaben bereits erfolgreich Testflüge durchgeführt. „Erstmals darf mit dem DHL-Paketkopter ein unbemanntes Luftfahrzeug außerhalb der Sichtweite eines Piloten in der realen Welt eine Transportaufgabe erledigen. Ohne dieses Höchstmaß an Bereitschaft zur Innovation und zur Lösungsfindung bei den beteiligten Behörden und Gemeinden sowie bei der Nationalparkverwaltung Niedersächsisches Wattenmeer wäre ein solches Projekt nicht möglich“, unterstreicht Jürgen Gerdes, Konzernvorstand PEP bei der DHL.

DHL kommt Google und Amazon zuvor

Die DHL kommt dadurch sogar den Technologieriesen Amazon und Google zuvor, die ihrerseits seit Jahren an Lieferdrohnen forschen – offenbar aber noch nicht über einsatzfähige Modelle verfügen. Das Unternehmen betont, dass es zwar ein regulärer Betrieb der Lieferdrohnen sein wird, es sich aber trotzdem noch um ein Forschungsprojekt handeln wird.

Besucher oder Einwohner der Insel Juist, können bei der Seehund-Apotheke auf der kleinen Nordsee-Insel jetzt Medikamente bestellen und sich diese dann von der DHL vom Festland aus an die Apotheke liefern lassen.

Damit alles reibungsfrei abläuft, hat sich die DHL externe Partner an Bord geholt. So betreuen Wissenschaftler des Instituts für Flugsystemdynamik der RWTH Aachen, sowie Mitarbeiter der Microdrones GmbH das Projekt mit.

Für die Zukunft kündigt die DHL an: „Sofern technisch realisierbar und ökonomisch sinnvoll, ist in der Zukunft ein Einsatz von Paketkoptern für die Zustellung besonders eiliger Güter in dünn besiedelten oder schlecht erreichbaren Gebieten sowie bei der Notfallversorgung denkbar.“

 

 

/ Geschrieben von Giuseppe Paletta


Kommentare

#1 Daboshop.de 2014-09-26 12:27
Notfälle ausnahmsweise mit der Ethik vertretbar. Sonst kann ich nur den Kopf schütteln.



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