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Laut der Unfallstatistik für 2019 wurde hierzulande seit Beginn der Erhebung die niedrigste Anzahl an Unfalltoten verzeichnet. Ziel sei weiterhin, deren Anzahl auf null zu senken.

Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU)
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Im Jahr 2019 sind 3.046 Menschen im Straßenverkehr in Deutschland ums Leben gekommen. Dies sei der niedrigste Wert seit 1950, in dem erstmals Unfallstatistiken erhoben wurden, wie die Bundesregierung unter Bezugnahme auf den aktuellen Unfallverhütungsbericht 2018/2019 erklärt. Insgesamt sei die Zahl der im Straßenverkehr Getöteten zwischen 2011 und 2019 um 24 Prozent gesunken. Aufgrund der Corona-Pandemie und dem damit einhergehenden geringeren Verkehrsaufkommen wurden im ersten Halbjahr 2020 insgesamt weniger Verkehrstote registriert. 

Allerdings habe man sich im Verkehrssicherheitsprogramm 2011 eine Reduktion von 40 Prozent bis zum Jahr 2020 zum Ziel gesetzt, welche nicht erreicht wurde. Die Regierung spricht deshalb von einem Teilerfolg.

Vision Zero steht weiterhin im Fokus

Es stehe weiterhin die „Vision Zero“ im Zentrum der Verkehrspolitik – die Zahl der Verkehrstoten auf null zu reduzieren. So wurde es auch im Koalitionsvertrag vereinbart. Die Bundesregierung arbeite nun an einem Folgeprogramm zur Verkehrssicherheit für den Zeitraum 2021 bis 2030.  

Schwächere Verkehrsteilnehmer seien immer noch benachteiligt, das gelte vor allem für Radfahrer. Seit 2010 sei ein Anstieg der tödlich verunglückten Radfahrer zu verzeichnen. Zugenommen habe die Zahl der Unfälle mit einem E-Bike. Seit 2000 sei die Anzahl an Fußgängern, die im Straßenverkehr getötet wurden, wiederum um fast 60 Prozent gesunken. 

Abbiegeassistent und Fahrradhelme statt StVO-Novelle

„Wir wollen vor allem noch mehr Schutz für Radfahrer und Fußgänger“, zitieren Deutsche Presseagentur und Süddeutsche Zeitung Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) zu den Ergebnissen des Berichts. Zwar würden Maßnahmen für mehr Verkehrssicherheit wirken, doch sei jeder Verkehrstote einer zu viel.

Erreichen wolle Scheuer dies durch mehr Helme bei Radfahrern und Abbiegeassistenten im Lkw – um die meist besonders schweren Unfälle bei rechtsabbiegenden Lastwagen, die Radfahrer dabei übersehen, zu vermeiden. Zu mehr Sicherheit für Radler sollte eigentlich eine Novelle der Straßenverkehrsordnung (StVO) im April letzten Jahres beitragen, die u. a. die Schrittgeschwindigkeit beim Abbiegen von Lkw vorschrieb und auch weitere Regelungen wie Sicherheitsabstände und härtere Strafen für zu schnelles Fahren beinhaltete. Wegen eines Formfehlers trat diese jedoch nie richtig in Kraft – hier steht nach wie vor eine Einigung von Bund und Ländern aus. Insbesondere die Strafen für Temposünder sind stark umstritten. 

 

/ Geschrieben von Hanna Behn


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