Logo logistik Watchblog

Die Sonntagszustellung ist in der KEP-Branche ein umstrittenes Thema. Doch angesichts der derzeitigen Ausnahmesituation wird sie punktuell erlaubt.

Kerze 4. Advent
stockphoto-graf / Shutterstock.com

Die bayerische Staatsregierung hat Paketdienstleistern genehmigt, dass Sendungen am vierten Adventssonntag, dem 20. Dezember, ausgeliefert werden dürfen. Diese Entscheidung teilte Bayern nach einer Kabinettssitzung mit, wie Reuters meldet. Grund für die Ausnahme sei der Lockdown, da mehr Menschen wegen der geschlossenen stationären Läden online bestellen.

Im April wurde ein Ersuchen der Post und privater Paketdienste, über die Osterfeiertage zuzustellen, noch gerichtlich untersagt. Allerdings erhielt DHL kurz darauf in Bayern eine Sondergenehmigung für die Zustellung auch an einem Sonntag – diese leistete einen Beitrag dazu, „einen Kollaps des Paketsystems zu vermeiden“, wie der zuständige Betriebschef der Deutschen Post DHL, Thomas Schneider, damals erklärte

Damals hatte DHL Paketmengen wie zur Vorweihnachtszeit gemeldet, mittlerweile meldet das Unternehmen neue Sendungsrekorde von teils über elf Millionen Paketen am Tag. 

„Keine Maschinen“ – Sonntagszustellung in der Kritik

Doch gerade weil die Logistiker und Zusteller derzeit besonders hohe Mengen bewältigen müssen, sollte Angestellten der KEP-Branche in solch Zeiten starker Belastung nicht der freie Sonntag genommen werden: Die Zusteller seien „keine Maschinen“, zitiert Reuters die Gewerkschaft. Auch DPD wolle aufgrund dieser Tatsache nicht sonntags zustellen, die Paketboten bräuchten einen Tag Ruhe. 

Paketverband: Unkomplizierte Paketversorgung durch Paketshops

Allerdings wird das Sendungsvolumen sich weiter steigern: „Wir gehen davon aus, dass durch den Lockdown die ohnehin schon sehr großen Paketmengen in den Tagen vor Heiligabend weiter wachsen werden“, so Marten Bosselmann, Vorsitzender des Bundesverbandes Paket und Expresslogistik (BIEK). In diesem Zusammenhang plädiert er auch dafür, dass die Paketshops aller Paketdienste geöffnet bleiben. „Sie ermöglichen – neben der Lieferung und Abholung an der Haustür – die schnelle und unkomplizierte Paketversorgung der Bevölkerung. Paketshops sind damit klar Geschäfte, die für die Grundversorgung notwendig sind“, so der Verbandschef weiter und betont: „Gerade in Zeiten der Krise sind die Paketdienste wichtiger denn je.“ 

Die Mitgliedsunternehmen, zu denen etwa auch Hermes, GLS und DPD zählen, würden sich darüber hinaus in einem permanenten Austausch mit dem Handel befinden, um abzustimmen, welche Bestellmengen realisierbar seien. Auch zusätzliche Kapazitäten wurden im Vorfeld für die Sendungsflut geschaffen. Dennoch seien sämtliche Ressourcen an einem gewissen Punkt limitiert.  

/ Geschrieben von Hanna Behn


Anchor Top