Logistikimmobilien sind u. a. aufgrund des wachsenden Online-Handels sehr gefragt. Doch auch für die zunehmende Nutzung von E-Autos wird in den nächsten Jahren mehr Lagerplatz benötigt. 

Elektroauto an Ladestation
guteksk7 / Shutterstock.com


Die Bundesregierung will die Umstellung auf Elektroautos vorantreiben: Bis 2030 sollen etwa 15 Millionen E-Fahrzeuge auf den deutschen Straßen rollen. Neben dem US-Produzenten Tesla entwickeln auch Opel, Audi, BMW und Mercedes zahlreich elektrische Modelle.

Die E-Auto-Produktion bringt mehrere logistische Herausforderungen mit sich. So werden nicht nur Produktionsflächen benötigt, sondern auch zusätzliche Zentral- und Regionallager sowie Flächen für die Ersatzteillogistik. Insbesondere die für den Antrieb notwendigen Lithium-Ionen-Batterien müssen sachgerecht gelagert werden – und brauchen viel Platz. „Ich rechne mit einem Bedarf an Lagerfläche für Lithium-Ionen-Batterien von rund 7 Millionen Quadratmeter bis 2030“, prognostiziert Kuno Neumeier, CEO des Immobilienberaters Logivest und Sprecher des Themenkreises Logistikimmobilien der Bundesvereinigung Logistik (BVL e.V.). 

Standards für sachgerechte Lagerung fehlen

Einem Whitepaper von Logivest zufolge wird der Anteil von Fahrzeugen mit alternativen Antrieben 2030 etwa 38 Prozent betragen – gut ein Viertel mehr als aktuell, Verbrenner nehmen dann noch einen Anteil von 62 Prozent ein. Für die entsprechenden Produktions- und Lagerflächen werden voraussichtlich rund 1.000 zusätzliche Baugenehmigungen eingereicht werden müssen, so Neumeier weiter. Verschiedene Logistiker, darunter DB Cargo, Kühne+Nagel oder Elflein aus Leipzig, arbeiten bereits an Lösungen für den sicheren Transport bzw. der Lagerung.

Allerdings gebe es für die Lagerung der Batterien aktuell keine öffentlich-rechtlichen Vorgaben oder bundesweite einheitliche Standards, gibt er zu bedenken und fordert: „Das muss sich ändern.“ Es existieren derzeit unterschiedliche Genehmigungsverfahren und viele individuelle Lösungen. 

Batterien sind ein hochentzündliches Gefahrgut und müssen in jedem Teil ihrer Lieferkette entsprechend behandelt werden, sodass sie nicht in Brand geraten können oder Erschütterungen, Temperaturschwankungen und Feuchtigkeit nicht ausgesetzt sind. Für die Lagerung brauche es zudem geeignete Brandmelde- und Löschanlagen. Doch nur mit klaren Regeln könne man Gefahren für Mensch und Umwelt so gering wie möglich halten, so Logivest – dies sei nun Aufgabe des Gesetzgebers.

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/ Geschrieben von Hanna Behn

Kommentare

#1 Frank2 2022-06-27 11:03
Haben wir schon wieder Sommerloch oder braucht es ein neues Elektroautobash ing? Mal von der Lagerung von Batterien abgsehen, ist der Beitrag absoluter schwachsinn, denn es fallen Ersatzteile die für Verbrennerfahrz euge vorgehalten werden weg. So ein paar hundert pro Fahrzeug, ergo werden Lagerflächen wieder frei, da Batterien und sonstige Bauteile just in time in der Automobilfertig ung angeliefert werden, sind genügend Flächen vorhanden die für die Zwischenlagerun g von Batterien entsprechend nachgerüstet bzw. umgerüstet werden können.....



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