Werden Lastenräder künftig stärker bezuschusst? Geht es nach den Grünen, heißt die Antwort „Ja!“.

Kommt die Verkehrswende?: Mann auf Lastenrad
Canetti / Shutterstock.com

Der verstärkte Einsatz von Lastenrädern könnte dabei helfen, die CO2-Belastung in Städten zu reduzieren und die Verkehrswende hin zu umweltfreundlicheren Fortbewegungsmitteln zu stützen. Dies ist der Grundgedanke, der hinter aktuellen Forderungen von Grünen-Politikern steht: Sie wollen die sogenannten Cargobikes in der kommenden Legislaturperiode mit Geldern in Höhe von einer Milliarde Euro fördern. „Saubere Mobilität gibt es nicht zum Nulltarif“, kommentierte Haushaltspolitiker Sven-Christian Kindler nach Angaben der FAZ gegenüber dem RND.

In der täglichen Praxis könnten Lastenräder von verschiedensten Zielgruppen genutzt werden – als Beispiel werden etwa Kleinunternehmen und Handwerksbetriebe herangezogen, die den Weg zu ihren Kunden, sofern es die Gegebenheiten zulassen, eben nicht mit dem Auto, sondern mit E-Lastenrädern zurücklegen können. Auch für viele Familien könnten E-Lastenräder im Rahmen von Leihsystemen eine Erleichterung im Alltag darstellen. Allerdings gäbe es aktuell weder für die Unternehmen noch für Familien genügend Fördermittel.

Kritik von CDU, FDP und Linken

Die Idee einer milliardenschweren Bezuschussung von Lastenrädern stößt in anderen Parteien auf wenig Zuspruch. „Die Grünen wollen mit dem Geld der Steuerzahler Klientelpolitik betreiben“, kritisierte etwa Vize-Fraktionschef Christian Dürr laut FAZ gegenüber der Nachrichtenagentur AFP. „Wir werden das Weltklima nicht retten, indem wir Lastenräder in Berlin-Kreuzberg bezuschussen.“ Um den Klimaschutz voranzutreiben, müsse ein „Emissionshandel mit hartem CO2-Deckel“ ins Auge gefasst und keine bürokratiebelasteten Mini-Subventionen angeschoben werden.

Paul Ziemiak, Generalsekretär der CDU, bezeichnete den Vorschlag der Grünen als abstrus und weltfremd. Die Linke sieht Lastenräder hingegen in einigen Städten und Ballungsgebieten als probates Mittel. Allerdings könnten sie laut Fraktionschefin der Linken, Amira Mohamed Ali, in ländlichen Gebieten „praktisch niemandem“ helfen.

Dass die Meinungen rund ums Lastenrad zum Teil stark auseinandergehen, zeigen auch die Reaktionen in den sozialen Netzwerken. Das Thema gehört etwa beim Kurznachrichtendienst Twitter zu den aktuellen Top-Trends in Deutschland.

/ Geschrieben von Tina Plewinski

Kommentare

#1 gunnar 2021-08-25 08:27
leider zeigen doch die ganzen roller in den städten, das es nur klappt, wenn die wege 10m breit sind.
als fußgänger müßte ich dann wahrscheinlich einen hürdenlauf machen, wenn ich in der fußgängerzone, oder so bin.
menschen haben leider oft ein problem mit dem intilligenten parken und absteller der fahrzeuge, egal ob auto, roller, oder fahrrad.
und 2 lastenräder brauchen auch ca 1 pkw parkplatz und ladestationen.
in mein auto passen 5 personen und ca 3m³ ladung.
der gedanke ist spitze, aber die umsetzung braucht viel planung.
hat eigentlich schon mal einer berechnet, wieviel unnötiger strom verschwendet wird, da alle nur noch elektroräder kaufen, anstelle der muskelkraft.?
dazu die umweltbelastung durch die batterien und ihrer herstellung.?



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