Zusammen mit den Wiener Verkehrsbetrieben testet das Institut Fraunhofer Austria aktuell, ob Straßenbahnen das Paket-Zustellaufkommen in Innenstädten entlasten können.

Straßenbahn in Wien
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Straßenbahnen in die Paketzustellung zu integrieren, ist seit vielen Jahren ein Thema. Das erhöhte Zustellaufkommen durch die Coronapandemie, die steigende Verkehrsbelastung in den Innenstädten und nicht zuletzt die Bestrebungen, den CO2-Ausstoß zu minimieren, sind hier treibende Kräfte. In Wien führt das Institut Fraunhofer Austria in Kooperation mit den Wiener Linien nun eine Machbarkeitsstudie durch. Dabei soll nicht nur die Eignung der Straßenbahnen auf den Prüfstand gestellt werden, sondern auch die Unterstützung durch Fahrgäste.

Die Zukunft der letzten Meile

Um das Verkehrsaufkommen in den vollen Innenstädten zu entlasten, gab es in den letzten Jahren immer wieder Projekte und Überlegungen zur Nutzung von Straßenbahnen im Rahmen der Logistik. Schließlich sind deren Netze vielerorts flächendeckend ausgebaut und sie fahren regelmäßig ihre Routen ab. In Deutschland startete beispielsweise im März ein ähnliches Projekt in Karlsruhe. Dort soll über einen Zeitraum von drei Jahren getestet werden, wie eine kombinierte Güter- und Personen-Tram einen Teil der Sendungen transportieren könnte. In Dresden dagegen fuhr eine reine Gütertram jahrelang Fahrzeugteile ins VW-Werk. Der Transport wurde mittlerweile aufgrund interner Umstrukturierungen eingestellt.

Die Wiener Studie denkt die Zustellung an der Stelle noch einen Schritt weiter und möchte als Zustellpersonal noch die Fahrgäste einspannen, welche auf den Paketrouten ohnehin unterwegs sind. 

Anreize für private Paketboten werden noch gesucht

Kern des Projekts soll eine App sein, welche die täglichen Routen der registrierten Fahrgäste analysiert und ihnen dann Pakete vorschlägt, welche entlang dieser Route transportiert werden müssen. Die Teilnehmer entnehmen die entsprechenden Pakete dann an Paketboxen an den Haltestellen mithilfe eines QR-Codes und lagern diese an der Zielstation wieder ein.

Die Geschäftsführerin der Wiener Linien, Alexandra Reinagl, kommentiert zur Studie: „Bevor das Projekt in einem größeren Pilotversuch getestet wird, wollen wir von unseren Fahrgästen wissen, ob sie überhaupt bereit wären Pakete auf ihren Wegen mitzunehmen und unter welchen Bedingungen. Schlussendlich sind sie das Herzstück dieses Klimaschutzprojektes. Wir freuen uns auf ihre Meinung zu diesem Thema.“

/ Geschrieben von Ricarda Eichler

Kommentare

#3 Frank2 2021-08-23 11:28
Ich frag mich bei solchen Ideen immer, waren da irgendwelche Drogen im Spiel? Demnächst sollen dann noch die Wohnungslosen in den Großstädten die Pakete entgegennehmen oder wie? Transport von Post und Paketen mit einer Bahn, die Idee ist nicht neu, gab es in London schon mal vor keine Ahnung wieviel Jahrzenten, aber dritte in einen Zustellprozess einzubeziehen ist schon die Lachnummer des Jahrtausends... .
#2 Heidemann 2021-08-18 11:19
also vor allem werden dann wohl Arbeitsstellen eingespart, und wieviel Test`s in wieviel Städten müssen noch durchgeführt werden ?
mir fallen auf anhieb mehrere möglichkeiten ein, Straßenbahnen usw. zum Transport einzusetzen, dann aber mit regulären Arbeitskräften.
#1 Dirk 2021-08-18 10:17
???
Interessante Überlegung, Dienstleistungs prozesse kostengünstig oder gar kostenfrei outzusourcen und auf Privatpersonen umzulegen...

Aber nee, mal im Ernst - und wie ist es mit
- Datenschutz (Was hat die Rita in Nummer 5 denn wohl wieder von amorelie bestellt?)
- Haftung/Versich erung (Paket beschädigt/verschwunden/vergessen)
- Sendungsverfolg ung (steht dann da: Tramfahrer Klaus Hitzelsberger hat Ihr Paket übernommen und wid es in Kürze zustellen... Muss ich dem dann Trinkgeld geben?)
usw.

Synergie zum Klimaschutz schön und gut - aber bisweilen scheinen den Hipstern in ihrer "Sharing Economy"-Euphor ie die visionären Gäule durchzugehen...



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