Der Frachter „Ever Given“ darf nach wochenlangen Streitigkeiten bald wieder in See stechen.

Containerschiff von oben
Avigator Fortuner / Shutterstock.com

Nachdem sich das Containerschiff „Ever Given“ im März festgefahren und den Suezkanal über mehrere Tage blockiert hatte, kam es zum Streit zwischen dem Schiffseigner und den ägyptischen Behörden. Dabei wurde über einen potenziellen Schadensersatz verhandelt. Nun haben sich die Beteiligten offenbar geeinigt: Nach Angaben der Tagesschau hat die ägyptische Kanalbehörde verlauten lassen, dass der festgehaltene Frachter freigegeben werde. Geplant sei eine Zeremonie am Mittwoch, den 7. Juli, bei der ein Vertrag unterzeichnet werden und das Schiff schließlich wieder ablegen soll.

Geforderter Schadensersatz wurde gemindert

Shoei Kisen, die japanische Leasingfirma, die sich als Eigner des Schiffes verantwortlich zeigt, habe eine entsprechende Übereinkunft bestätigt. Allerdings hätten sich weder der Eigner noch die Versicherung noch die zuständige Behörde SCA (Suez Canal Authority), welche die Schadensersatzansprüche erhoben hatte, über Details der getroffenen Vereinbarung geäußert. 

Die jetzige Ankündigung der Kanalbehörde kommt nicht ganz überraschend, denn bereits Ende Juni hatte die Anwaltskanzlei von Shoei Kisen mitgeteilt, dass es im Zuge langer Verhandlungen zu einer „grundsätzlichen Einigung“ im Streitfall Ever Given gekommen sei. Mit Blick auf den anvisierten Schadensersatz hatte die Behörde im Verlauf der Wochen die eigenen Forderungen angepasst und diese „von 916 Millionen Dollar auf 550 Millionen Dollar heruntergeschraubt“, wie es weiter heißt.

„Ever Given“-Blockade mit massiven Auswirkungen

Die sechstägige Blockade, die die „Ever Given“ im Suezkanal durch eine Havarie ausgelöst hatte, wirkte sich auf den gesamten Welthandel aus. Da der Suezkanal als eine der wichtigsten Wasserstraßen der Welt gilt und von vielen Frachtschiffen als schnelle Route zwischen dem Mittelmeer und dem Roten Meer genutzt wird, waren Hunderte Schiffe direkt betroffen und konnten den Wasserweg nicht passieren. Die Konsequenzen waren etwa eine stärkere Auslastung europäischer Häfen, aber auch gestiegene Transport- und Versicherungskosten, wie Experten prognostizierten.

/ Geschrieben von Tina Plewinski




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