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DB Schenker zieht Konsequenzen aus Problemen mit den neuen Zollregeln, die für die Einfuhr von Waren ins Vereinigte Königreich gelten. 

DB Schenker Lkw
Vytautas Kielaitis / Shuttertstock.com

Die Schenker Deutschland AG informiert aktuell ihre Kunden darüber, bis auf weiteres keine Sendungen mehr für Empfänger in Großbritannien abzuholen und zu transportieren. Sämtliche Transporte von Kontinentaleuropa ins Land wurden ausgesetzt. Sendungen, die bereits aufgegeben wurden, werden allerdings noch so schnell wie möglich geliefert, meldet die Deutsche Verkehrszeitung (DVZ). Nicht von der Maßnahme betroffen seien Transporte nach Irland und Nordirland, dorthin könne weiterhin versendet werden. 

Enorme Schwierigkeiten mit dem Zollverfahren wirken sich auf Warenverkehr aus

Nach dem Ausscheiden Großbritanniens aus der Europäischen Union gelten neue Zollvorschriften. Diese führten DB Schenker zufolge derzeit zu „erheblichen Probleme bei der Bewältigung der seit dem Brexit anfallenden Zollformalitäten im Warenverkehr“ zwischen den Staaten. Lediglich 10 Prozent der zu transportierenden Waren seien mit korrekten Papieren versandfähig gewesen, heißt es in dem DVZ-Bericht. 

Auch in die umgekehrte Richtung kam es bereits zu Einschränkungen: Kürzlich hatte DPD UK bekanntgegeben, aufgrund der neuen Zollbestimmungen zunächst nicht mehr in die EU und Irland zuzustellen. Die Pause sollte bis zum 13. Januar dauern, noch steht der Versand aber nicht wieder zur Verfügung (Stand 14.01., 12:00). 

In den folgenden Wochen und Monaten sei grundsätzlich mit Problemen zu rechnen, bis sich die jeweiligen Akteure an die neuen Regelungen im Warenverkehr gewöhnt und darauf eingestellt hätten. Laut EU-Brexit-Unterhändler Michel Barnier sei dies eine logische Folge des Brexit: „Es gibt mechanische, offensichtliche, unvermeidbare Konsequenzen, wenn man den Binnenmarkt verlässt, und das ist es, was die Briten tun wollten“, zitiert die Verkehrsrundschau den französischen Politiker mit Bezug auf einen Bericht der Financial Times. Überdies befürchten aber auch britische Supermarktketten Engpässe bei der Lebensmittelversorgung in Nordirland. 

Steigendes Sendungsaufkommen macht korrekte Zolldeklaration erforderlich

Empfänger hätten DB Schenker zufolge enorme Schwierigkeiten mit den neuen Zollregeln, da sie sich zuvor nicht mit diesen auseinandersetzen mussten – sie benötigten Unterstützung. Der Logistiker der Deutschen Bahn helfe bereits mit zusätzlichen Kräften bei der nachträglichen Erstellung der notwendigen Dokumente. Doch müsse die Anzahl korrekter Unterlagen noch deutlich anwachsen, da das Sendungsvolumen im Januar noch weiter wachse. Das Unternehmen weist zudem darauf hin, dass eine Zollbefreiung für viele in der EU gefertigte Waren dabei nicht von der Pflicht befreie, komplette Zollpapiere vorzulegen. 

Der Zoll informiert auf seinen Webseiten, welche grundsätzlichen Bestimmungen bei der Einfuhr von Waren in und aus Drittländern, als das Großbritannien seit dem Austritt aus der EU gilt, zu beachten sind. Auch wurde vom deutschen Zoll der sogenannte Brexit-Bot, ein Live-Chat-Tool, ins Leben gerufen. In diesem sollen wesentliche Fragen rund um den Brexit beantwortet werden. Über die neuen Bestimmungen für die Verzollung von Waren aus Europa, die nach Großbritannien verschickt werden, informiert die britische Zollbehörde.

/ Geschrieben von Hanna Behn


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