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Die Zahl der Ladungsdiebstähle hat 2018 einen neuen Rekordwert erreicht. Allerdings dürften die 4.000 gemeldeten Fälle nur ein kleiner Teil wiederspiegeln.

Lkw auf Parkplatz
Gorodenkoff/Shutterstock.com

Frachtdiebstähle stellen Unternehmen regelmäßig vor hohe, unvorhergesehene Kosten. Die Transportsicherheitsvereinigung Tapa hat jetzt aktuelle Zahlen für 2018 veröffentlicht. Demnach wurden im vergangenen Jahr rund 4.000 Fälle von Ladungsdiebstahl in 35 Ländern der Regionen Europa, Naher Osten und Afrika registriert, 2017 lag dieser Wert noch bei 2.900. Die Anzahl entspricht einem neuen Rekordhoch, dürfte allerdings nur die Spitze des Eisberges sein, denn noch immer werden Ladungsdiebstähle nur in den wenigsten Fällen von der Polizei statistisch erfasst.

Dunkelziffer weitaus höher

In dem Bericht der Tapa, welcher der DVZ vorliegt, wird Deutschland mit 142 Fällen aufgeführt. Deutsche Branchenverbände schätzen allerdings, dass hierzulande jedes Jahr aus rund 26.000 Lkw Ladung gestohlen wird. Der Wert dieser Waren wurde 2016 auf 1,3 Milliarden Euro geschätzt, 900 Millionen Euro an Folgekosten durch Lieferverzögerungen, Produktionsausfälle und Umsatzeinbußen sollen noch dazugekommen sein. In ganz Europa geht die Tapa von Schäden von mehreren Milliarden Euro aus.

Das beliebteste Diebesgut stellt mit elf Prozent die Warengruppe mit Zigaretten, Nahrungsmitteln und Getränken dar. Generell haben es die Täter allerdings auf alle Produkte abgesehen, die sich zu Geld machen lassen, dazu gehören auch Kleidung, Schuhe, Einrichtungswaren, Haushaltsgeräte und Kosmetikprodukte. Rund 60 Prozent der Frachtdiebstähle ereignen sich aktuell auf ungesicherten Parkplätzen. Die Tapa ist deshalb stets bemüht, mit dem eigenen Zertifizierungsprogramm höhere Sicherheitsstufen für Parkplätze in Europa einzuführen.

Paketboten im Visier der Diebe

Laut dem Bericht der Tapa steht in letzter Zeit aber auch immer mehr eine andere Berufsgruppe im Visier der Gauner: die Paketzusteller. In Spanien sei die Zahl der Straftaten besonders hoch, aber auch in anderen europäischen Ländern sei ein deutlicher Trend nach oben zu erkennen. Da die Transporter oft deutlich schlechter gesichert seien als dies bei Lkw der Fall ist und Fahrer ihre Fahrzeuge häufiger unbeaufsichtigt lassen müssen, rät die Transportsicherheitsvereinigung hier schnellstmöglichst entsprechende Sicherheitsmaßnahmen einzuleiten.

/ Geschrieben von Corinna Flemming


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