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Der 24. Handelslogistik Kongress ist vorbei. Mehrere Hundert Entscheider aus den Bereichen Logistik, Verpackung, Industrie und Handel waren der Einladung des EHI Retail Institute, der GS1 Germany und dem Markenverband gefolgt. Diskutiert wurden auf dem Branchen-Event vor allem aktuelle Themen der Handelslogistik wie Automatisierung, Robotik, Nachhaltigkeit, Herausforderungen auf der letzten Meile sowie das Thema Fahrermangel.

Handelslogistik Kongress
© GS1 Germany / Axel Schulten

Welchen Herausforderungen muss sich die Handelslogistik stellen? Wo geht die Reise hin? Wie können Logistiker, Handel, Industrie und Co. den Wünschen der Kunden gerecht werden und dabei die Schwierigkeiten, wie beispielsweise den stetig wachsenden Lkw-Fahrermangel oder den Problemen in der urbanen Logistik Herr werden?

Zukunftstrends und Problemfelder in der Handelslogistik

Diese und weitere Fragen wurden auf dem 24. Handelslogistik Kongress in Köln diskutiert. Schon in der Keynote von Prof. Dr. Ingrid Göpfert wurde deutlich, dass sich in Zukunft noch einiges ändern wird und ein Umdenken einsetzen muss. Göpfert stellte in ihrem Vortrag fünf Zukunftsbilder vor, die die Entwicklungen in der Handelslogistik nachhaltig verändern werden. Neben dem Online-Handel, der aktuell rund zwölf Prozent des Anteils am Handel ausmacht und bis 2036 auf 42 Prozent ansteigen soll, standen die Felder „Lieferverkehr und Zustelloptionen“, „Smart City und Urbane Logistik“, Preismodelle für Logistik Services“ sowie die „Vernetzte Logistik Welt“ im Fokus ihres Vortrages.

Spannende Impulse lieferten auch die anderen Referenten am ersten Veranstaltungstag. Egal, ob es um die intelligente Bevorratung des neuen Otto.de Marktplatzes ging oder die Wandlung von Jeans Centre hin zur Ominichannel-Organisation, die Referenten konnten sich über ein volles Haus freuen. Besonders der Vortrag von Marco Atzberger, der die Ergebnisse der EHI-Studie aus der Robotics4Retail-Initiative vorstellte, sorgte für Begeisterung.

Im Rahmen des Kongress stellte die GS1 zusammen mit Partnern ein groß angelegtes Pilotprojekt zum Nutzen von Blockchain-Technologie im Palettenaustauschprozess vor. Die Initiative soll Erkenntnisse über Vor- und Nachteile der Datenbank-Technologie für die Logistik schaffen.

Die Podiumsdiskussion zum Thema „Konsequenzen der Laderaumverknappung infolge des akuten Fahrermangels“ zeigte zudem eines der größten Probleme in der Handelslogistik auf – nämlich den stetig wachsenden Mangel an Fachkräften. Auf die Frage, wie man aber den Beruf des Lastkraftfahrers gerade für junge Menschen attraktiver gestalten könne, wurde keine allgemeingültige Antwort gefunden.

Lean and Green Award geht an Eckes Granini, Lidl und Reemtsma

Neben den Vorträgen gab es in den zahlreichen Pausen genug Möglichkeiten zum Netzwerken. Die Aussteller konnten sich ebenfalls über zahlreiche Interessierte freuen. Nach Abschluss des ersten Veranstaltungstages luden die Veranstalter zur „Logistik-Nacht“ ein, bei der auch der begehrte „Lean and Green“-Award verliehen wurde. Der Preis wird an Unternehmen verliehen, die ihren CO2-Austoß innerhalb von fünf Jahren um 20 Prozent gesenkt haben. Diesjährige Preisträger waren die Unternehmen Eckes Granini, Lidl und Reemtsma. Bei Eckes Granini setzt der Lean Green Star ein Zeichen für das langjährige aktive Engagement für umweltschonende Prozesse und Kooperationen. „Wir freuen uns sehr, dass wir mithilfe der Initiative den Nachhaltigkeitsgedanken innerhalb unserer Belegschaft sowie unseren Partnern im Bereich Spedition und Logistik weiter verankern konnten“, kommentiert Steffen Riedel, Leiter Logistik bei Eckes Granini.

Lidl erreichte die Zertifizierung für den Lean Green Star durch ein umfassendes Maßnahmenpaket. Die Nachhaltigkeit wurde unter anderem durch Änderungen im Lagerbau sowie den verstärkten Transport von Waren mit Bahn und Schiff erreicht. „Gleichzeitig haben wir die Auslastung der Lkw durch Erhöhung der Palettenfaktoren und die Einführung von Doppelstocktransporten gesteigert“, berichtet Christian Stangl, Geschäftsführer Einkauf Logistik bei Lidl. Durch ähnliche Maßnahmen konnte auch Reemtsma seine Nachhaltigkeitsziele erreichen und zugleich die Kosten zu senken.

/ Geschrieben von Julia Ptock


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