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Amazons Logistik wird immer ausgefeilter. Wie es scheint, testet der Gigant in München nun auch die Zwei-Mann-Zustellung und greift damit die Deutsche Post DHL und Hermes in einem weiteren Geschäftsbereich an. Außerdem sollen zukünftig Gabelstapler mit Brennstoffzellen-Antrieb in den Logistikzentren eingesetzt werden.

Amazon Prime Paket, Nahaufnahme Auf Logo

pixinoo / Shutterstock.com

Dass Amazon seine Pakete mittlerweile auch selbst ausliefert und dafür auf regionale Dienstleister bzw. auf eigenes Personal zurückgreift, hat in der Branche und vor allem bei DHL und Hermes ein kleines Beben ausgelöst. Auch wenn sich die Unternehmen nach wie vor zuversichtlich zeigen, gräbt Amazon beiden KEP-Dienstleistern weiterhin das Wasser ab und scheint nun auch in einem weiteren Geschäftsbereich lieber selbst Hand anlegen zu wollen.

Deutschland ist Tester für „Heavy Bulk“-Service

Wie DVZ.de berichtet, testet Amazon nämlich bereits seit einigen Wochen in München die Zwei-Mann-Zustellung von Elektrogroßgeräten und Möbeln. Der Konzern hat dies bestätigt. Bisher waren für die Zustellung von Großgeräten die Partner Hermes Einrichtungs Service und DHL Home Delivery zuständig. Nun wird der Service „Heavy Bulk“ erstmals in Europa getestet und spielt laut Amazon-Logistics-Chef Bernd Schwenger „die gesammelten Erfahrungen an andere Länder wie etwa Großbritannien zurück.“

Aktuell werden rund 40 Sendungen am Tag aus dem Paketzentrum Olching im Raum München mit dem Service zugestellt. Besondere Herausforderung ist laut Schwenger dabei die Rücknahme der Altgeräte, wofür mittlerweile mit einem Recycling-Spezialisten zusammengearbeitet wird. Zudem werden Sonderservices übernommen. Amazon will so auch herausfinden, welche Dienstleistungen der Kunde erwartet und was überhaupt als Service angeboten werden kann. Wann der Dienst auch in weiteren deutschen Städten angeboten wird, ist noch nicht bekannt, doch eine Ausweitung ist in Planung.

Umrüstung: Von Akkubetrieb auf Gabelstapler mit Brennstoffzellen

Neben dem neuen „Heavy Bulk“-Service zeigt sich Amazon aber auch in seinen Logistikzentren innovativ. Nach Angaben von golem.de haben das Brennstoffzellen-Unternehmen Plug Power und Amazon einen Vertrag abgeschlossen, der beinhaltet, dass in elf Auslieferungslagern von Amazon Gabelstapler mit Brennstoffzellen genutzt werden sollen. Amazon ersetzt damit seine alten, akkubetriebenen Stapler, die an der Steckdose geladen werden. Amazon lässt sich die Umrüstung etwa 70 Millionen US-Dollar kosten. Neben den Staplern werden auch stationäre Brennstoffzellen als Notstromaggregate sowie die notwendige Wasserstoff-Infrastruktur und das Gas von Amazon eingekauft.

Besonders spannend in diesem Zusammenhang: Nach Angaben von Reuters hat sich Amazon im gleichen Atemzug auch das Recht auf den Kauf von bis zu 23 Prozent des Unternehmens gesichert. Man vermutet, dass Amazon sich damit ein Hoheitsrecht an dem Unternehmen sichern und es der Konkurrenz erschweren will, ebenfalls Brennstoffzellen-Gabelstapler einzusetzen.

 

/ Geschrieben von Julia Ptock


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