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Der Straßen- und Schienengüterverkehr konnte im ersten Halbjahr 2016 Umsatzzuwächse verzeichnen. Das geht aus dem aktuellen Bericht des Bundesamts für Güterverkehr hervor. Weniger rosig sah es in dem Zeitraum für die Binnenschifffahrt aus.

Lkw auf der Straße
© Jaroslav Pachy sr – Shutterstock.com

Dem Bericht des Bundesamts für Güterverkehr zufolge konnten alle Verkehrsträger in der ersten Jahreshälfte 2016 von einer „moderaten Kostenentwicklung“ profitieren. Demnach berichten die Straßengüterverkehrsunternehmen von einem weitgehend konstanten Gesamtkostenniveau. Vor allem die vergleichsweise niedrigen Kosten für Kraftstoff und Energie kamen der Branche deutlich zugute. Im Kontrast dazu stiegen die Personalaufwendungen. Das lag vor allem an tariflichen Lohnsteigerungen, die regional bei über drei Prozent lagen, und Fahrerlöhnen, die viele Unternehmen angepasst hatten – wenn auch nur im unteren einstelligen Prozentbereich.

Nach Angaben des Statistischen Bundesamts stiegen die Umsätze im Wirtschaftszweig „Güterbeförderung im Straßenverkehr, Umzugstransporte“ im ersten Halbjahr 2016 um 1,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

Auch im Eisenbahngüterverkehr sieht es insgesamt rosig aus: Das Güteraufkommen stieg nach Angaben des Statistischen Bundesamts um rund zwei Prozent auf 182 Millionen Tonnen. Vor allem die nicht-bundeseigenen Eisenbahnverkehrsunternehmen konnten ein starkes Wachstum vorweisen, während die Verkehrsleistung der DB Cargo unter dem Niveau des Vorjahreszeitraums lag. Die Deutsche Bahn AG berichtete von Auftragsrückgängen in der Schienengüterverkehrssparte, die vor allem mit einem intensiv geführten Wettbewerb, einer schwächeren Nachfrage bei Stahlverkehren und weltpolitischen Unsicherheiten begründet wurden. Zudem hätten die Bahnstreiks noch nachgewirkt – während der Streikzeit seien acht bis zehn Prozent der DB-Kunden auf Wettbewerber ausgewichen.

Binnenschifffahrt muss Verluste hinnehmen

Die Binnenschifffahrt musste im ersten Halbjahr 2016 ebenfalls Verluste hinnehmen. Zwar blieben die Binnenschiffer in der Zeit von äußeren, negativen Einflüssen verschont (im zweiten Halbjahr 2015 wurden sie noch von einer stark ausgeprägten Niedrigwasserphase geplagt), allerdings verringerte sich die Beförderungsmenge um rund 2,4 Prozent auf 113,6 Millionen Tonnen. Das betraf aber vor allem Schiffe unter ausländischer Flagge – deutsche Schiffe mussten einen Beförderungsmengenrückgang von lediglich 0,7 Prozent auf 33,5 Millionen Tonnen hinnehmen.

Die Gesamtkosten blieben in der Binnenschifffahrt nahezu konstant. Höhere Ausgaben im Personalbereich konnten die Unternehmen durch geringe Kosten für Gasöl ausgleichen. Der Einkaufspreis von 100 Liter Gasöl lag in den ersten sechs Monaten 2016 schließlich rund 23 Prozent unter dem Preis vom Vorjahreszeitraum.

Weitere Entwicklungen in der Branche zeigt die Marktbeobachtung Güterverkehr des Bundesamts für Güterverkehr.

/ Geschrieben von Michael Pohlgeers


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