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Das E-Commerce-Unternehmen Amazon und die Fracht-Airline Atlas Air haben eine strategische Partnerschaft verkündet. Damit kann Amazon den Aufbau seiner Flugzeugflotte weiter vorantreiben und in Sachen Logistik unabhängiger werden. Noch in diesem Jahr sollen die ersten Maschinen für Amazon starten.

Boeing 747 von Atlas Air
© Atlas Air

Die Fracht-Airline Atlas Air wird im Zuge der strategischen Partnerschaft 20 Flugzeuge vom Typ Boeing 767-300F für Amazon betreiben. Das meldet das Luftfahrtnachrichtenportal Aero.de. Amazon wolle gleichzeitig 30 Prozent Anteile an der Airline übernehmen. Die Partnerschaft sei dabei langfristig angelegt: Für die Flugzeuge seien Dry-Lease-Perioden von jeweils zehn Jahren vereinbart worden, heißt es bei dem Nachrichtenportal. Das dann noch benötigte Personal, die Versicherung und die Wartung zum Betrieb der Maschinen werde Atlas Air zunächst für sieben Jahre übernehmen.

Die ersten Maschinen sollen bereits in der zweiten Hälfte dieses Jahres den Flugbetrieb aufnehmen. Bis 2018 soll die Flugzeugflotte komplett aufgebaut sein.

Amazon will Lieferengpässe vermeiden

Amazon hatte bereits vor rund zwei Monaten für Aufsehen gesorgt, als das Unternehmen verkündete, 20 Transportflugzeuge mieten zu wollen. Im selben Zug hatte das Unternehmen von Jeff Bezos 20 Prozent Anteile an der Air Transport Services Group (ATSG) übernommen (wir berichteten). Mit den Maschinen von Atlas Air baut Amazon diese Zahl an eigenen Flugzeugen nun weiter aus, „um von Dienstleistern wie FedEx oder UPS unabhängiger zu werden“, wie auch Aero.de urteilt. Der Konzern hatte in der Vergangenheit immer wieder moniert, dass die Logistiker mitunter an Kapazitätsengpässen litten und damit die Belieferung der Kunden erheblich verzögert wurde.

Hintergrund ist vor allem das Lieferversprechen von Amazon an seine Prime-Kunden: Diese sollen ihre bestellten Waren spätestens 48 Stunden nach Bestellung in den Händen halten. Durch den Aufbau einer eigenen Flugzeugflotte für die Logistik kann Amazon dieses Versprechen leichter erfüllen und ist nicht mehr so abhängig von den Logistikanbietern, die offenbar mit dem starken Wachstum des Online-Händlers überfordert sind. „Amazon wächst so schnell, dass viele Partner nicht mithalten können“, meint zumindest der Analyst Colin Sebastian.

/ Geschrieben von Michael Pohlgeers


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