Wolt baut sein Geschäft mit Express-Lebensmittellieferanten hierzulande aus.

Frau mit Lebensmitteln im Wolt Market Supermarkt
© Wolt

Der finnische Lieferdienst erweitert in Deutschland sein Geschäft um die Expresszustellung von frischen Lebensmitteln und eröffnet dafür in Berlin eröffnet jetzt seine ersten eigenen virtuellen Supermärkte, heißt es in der Ankündigung. Weltweit betreibt 2014 gegründete Unternehmen bereits 34 der sogenannten Wolt Markets in zehn verschiedenen Ländern, darunter Japan, Griechenland und Finnland. 

Bereits seit Oktober des letzten Jahres können Lebensmittel bestimmter lokaler Supermärkte auf der Wolt-Plattform bestellt werden, noch länger besteht eine Lieferpartnerschaft mit Handmade-Kosmetiker Lush. In den neuen virtuellen Berliner Geschäften gibt es nun zunächst eine Auswahl von 3.000 Produkten. Dafür arbeitet Wolt mit Marken wie Berlin Distillery, MILF cosmetics oder der Berliner Kaffeerösterei zusammen.

Wolt: Bewusste Entscheidung gegen die Zielgruppe der Superungeduldigen

Das Prozedere ist bekannt: Bestellt wird via Smarpthone-App und in kürzester Zeit werden die frischen Zutaten bis zur Haustür geliefert. Dabei soll es sich im Übrigen um die gleiche App handeln, mit der man auch Essen ordern und liefern lassen kann – so will man beide Services im Sinne der Kundschaft vereinen. 

Im Unterschied zu den Quick-Commerce-Anbietern Flink und Gorillas werden bei Wolt Waren innerhalb von etwa 30 Minuten zugestellt. „Was wir das letzte Jahr in Deutschland beobachten konnten, war ein Kampf um Kunden und Marktanteile, der ausschließlich auf maximale Schnelligkeit ausgerichtet war. Wir haben uns bewusst gegen das schwierige Kernversprechen der 10- und zuweilen sogar 7-Minuten-Lieferung für die Zielgruppe der Superungeduldigen entschieden. So müssen wir uns alle fragen: Wäre langsamer auch ok? Sind 30 Minuten wirklich zu lange für eine Lebensmittellieferung?“, erläutert das Unternehmen zu der Wahl seines Lieferzeitraums. Nicht zuletzt stehen die Arbeitsbedingungen der Kurierinnen und Kuriere auch immer wieder auf dem Prüfstand. 

 

Mindestbestellwert und Liefergebühren

Geliefert wird nur innerhalb eines 3-Kilometer-Radius und gegen Gebühr: Bei einer Entfernung von bis zu 1 km werden 1,90 Euro fällig, für weitere Touren sind es 2,90 Euro. Bestellte Waren können aber auch vor Ort selbst abgeholt werden – der Mindestbestellwert beträgt 10 Euro. Die Lieferung übernimmt die bereits bestehende Flotte von Wolt, mit der das Unternehmen derzeit auch Essensbestellungen zustellt. Somit warten die Kuriere nicht vor den Supermarkt-Stützpunkten – eine Tatsache, die vor allem in den Niederlanden in Verbindung mit den Express-Lieferdiensten bereits sehr kritisch wahrgenommen wird. 

Wolt ist bereits in 23 Ländern und in über 250 Städten aktiv, in diesem Jahr will das Unternehmen auch noch weitere Standorte in Deutschland erschließen. Zudem wird Wolt voraussichtlich von Doordash übernommen, Ende vergangenen Jahres hatten die Unternehmen den Kauf angekündigt. Der Abschluss des Deals wird noch in der ersten Jahreshälfte erwartet.

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/ Geschrieben von Hanna Behn




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