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In verschiedenen Amazon-Logistikzentren wird aktuell wieder gestreikt. Die Gewerkschaft Verdi hatte zu den Arbeitsniederlegungen aufgerufen.

Streikende Menschen
© Ververidis Vasilis/Shutterstock.com

Seit sieben Jahren setzt sich Verdi dafür ein, dass Amazon-Angestellte einen Tarifvertrag erhalten, bislang ohne Erfolg. Nun hat die Gewerkschaft erneut Schritte eingeleitet, um ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen und hat die Angestellten an sechs Amazon-Standorten zu Streiks aufgerufen. Die Arbeitsniederlegungen in den Logistikzentren in Leipzig (Sachsen), Bad Hersfeld (Hessen/zwei Standorte), Rheinberg, Werne (beide NRW), Graben bei Augsburg (Bayern) und Koblenz (Rheinland-Pfalz) begannen in der Nachtschicht von Mittwoch auf Donnerstag und sollen drei Tage anhalten.

Damit fallen die Streiks auf den Black Friday, einem der umsatzstärksten Einkaufstage des Jahres. An den betroffenen Standorten sei ein Teil der Beschäftigten nach Angaben von Verdi zuhause geblieben, statt auf dem Werksgelände direkt zu streiken. Man hatte sich aufgrund der Coronapandemie und hohen Infektionszahlen für „stille Streiks“ entschieden, so das Handelsblatt.

Keine Beeinträchtigung der Sendungen

Die genaue Anzahl der Streik-Teilnehmer ist unbekannt, Amazon selbst versicherte aber, dass ein Großteil der Belegschaft ganz normal ihrer Arbeit in den Logistikzentren nachgeht. Man konzentriere sich „darauf, die Pakete zum Kunden zu bringen“. Streiks in der Vergangenheit hatten sich nicht auf die Auslieferungen an die Kunden ausgewirkt, auch dieses Mal sieht der Online-Händler keine solche Gefahr.

Mit den aktuellen Arbeitsniederlegungen setzt sich Verdi für die Anerkennung der Flächentarifverträge des Einzel- und Versandhandels sowie für einen Tarifvertrag für gute und gesunde Arbeit ein. Bislang stieß man damit bei Amazon allerdings auf Gegenwehr, noch immer wird eine „tarifvertragliche und existenzsichernde Entlohnung abgelehnt“, kritisiert Verdi-Vertreter Orhan Akman. „Gleichzeitig macht der Konzern mit dem reichsten Mann der Welt an der Spitze durch Coronavirus-Pandemie, 'Black Friday', 'Cyber Monday' und im Weihnachtsgeschäft riesige zusätzliche Milliardengewinne.“

/ Geschrieben von Corinna Flemming


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