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Der Aachener E-Nutzfahrzeughersteller StreetScooter bedeutet für die Deutsche Post DHL Group hohe Verluste – ein Verkauf ist daher nicht ausgeschlossen. 

StreetScooter von DHL
Bjoern Wylezich / Shutterstock.com

Seit 2014 gehört das Aachener Unternehmen StreetScooter zur Deutschen Post DHL Group. Noch läuft das Geschäft nicht profitabel, wie aktuell Konzernchef Frank Appel gegenüber der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung erklärte. Demnach geht Appel davon aus, dass auch 2019 „ein signifikanter zweistelliger Millionenbetrag“ Verlust durch die E-Autos zu erwarten sei. Bereits 2018 machte die Post mit den StreetScootern 70 Millionen Euro Minus. Das berichten u. a. n-tv und das Handelsblatt

Deutsche Post langfristig kein geeigneter Eigentümer 

Bereits seit Längerem ist ein Verkauf von StreetScooter oder zumindest eine Beteiligung von Partnern an dem Subunternehmen im Gespräch. Anfang September erklärte Tobias Meyer, Konzernvorstand Post & Paket Deutschland bei der Deutschen Post, dass ein „breites Interesse entlang der gesamten Wertschöpfungskette“ an den E-Fahrzeugen vorhanden sei und man den StreetScooter zusammen mit einem Partner weiterentwickeln wolle. 

Derartige Pläne bestätigte Appel den Berichten zufolge nun erneut, man würde weiterhin mit potenziellen Partnern und Kaufinteressenten sprechen. Appel erklärte zudem, die Post wäre „langfristig allein nicht der beste Eigentümer“ von StreetScooter – so habe die Post von Anfang an kein Autohersteller werden wollen. 

StreetScooter holt ehemalige Tesla- und Ford-Manager ins Team

StreetScooter verstärkt indes die eigene Führungsriege: Der Tesla-Direktor Peter Bardenfleth-Hansen soll ab sofort als Chief Growth Officer den Aufbau der internationalen Vertriebsorganisation sowie innovative Energie- und Logistikservices verantworten. Des Weiteren löst Ford-Manager Ulrich Stuhec den bisherigen Chief Technology Officer (CTO) Fabian Schmitt ab: Stuhec widmet sich vor allem der Produkt- sowie Plattform- und Technologieentwicklung, inklusive autonomes Fahren, gab DPDHL aktuell bekannt. Schmitt werde andere Aufgaben im Konzern übernehmen, heißt es.

„Der Wechsel zu StreetScooter ist für mich in vielerlei Hinsicht der ideale nächste Schritt auf dem Weg, die Mobilität von fossilen Brennstoffen zu erneuerbaren Energien zu verändern. Es war notwendig, diese Revolution mit der Elektrifizierung der persönlichen Mobilität zu beginnen, aber der wirkliche Unterschied wird erst eintreten, wenn auch der Warentransport zu 100 Prozent nachhaltig ist und die Partikelverschmutzung nicht mehr in unseren Städten stattfindet – und StreetScooter führt diese Veränderung an“, so Peter Bardenfleth-Hansen zu seiner neuen Aufgabe.

/ Geschrieben von Hanna Behn


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