Logo logistik Watchblog

Die Taxi-App-Dienste Uber und Lyft mussten eingestehen, dass sie maßgeblich zur Verkehrsbelastung in Städten beitragen. 

Schild: Uber- und Lyft-Abholstation
Jonathan Weiss / Shutterstock.com

Die von Uber und Lyft vermitteln Fahrten haben einen nicht unerheblichen Anteil an der Streckenlänge, die in Städten mit Auto gefahrenen werden. Das ergab eine Studie der Verkehrsberatung Fehr & Peers. Diese Untersuchung hatten die Fahrdienstvermittler selbst beauftragt. In der Vergangenheit hätten sie häufiger ähnliche Untersuchungsergebnisse unabhängiger Institute angezweifelt, schreibt The Verge.

Uber- und Lyftfahrten mit bis zu 13,4 Prozent Anteil an in Städten zurückgelegten Strecken

Gemessen wurden die insgesamt, also über beide Dienste, gefahrenen Fahrzeugmeilen (VMT) in Boston, Chicago, Los Angeles, San Francisco, Seattle und Washington, D.C. im September vergangenen Jahres. Hierbei wurde zum einen das Umland der Stadt inklusive Vororte und umliegende Städte sowie das Kerngebiet betrachtet. 

Dabei zeigte sich: Im städtischen Umland machen die Uber- bzw. Lyftfahrten nur 1-3 Prozent der insgesamt gefahrenen Meilen aus, in Hinblick auf die Stadtzentren jedoch stieg dieser Anteil stark an: In San Fransicso County lag dieser bei 13,4 Prozent, Boston kam auf 8 Prozent und Washington, D.C. auf 7,2 Prozent. 

Dies sei dem Bericht zufolge in einigen Gebieten sogar eine größere Mehrbelastung, als bisher angenommen: Eine im Jahr 2017 durchgeführte Studie in San Francisco schätzte den Anteil der durch Fahrdienstvermittler gefahrenen Kilometer noch auf ca. 6,5 Prozent unter der Woche bzw. an den Wochenenden auf 10 Prozent. Damit wäre dieser Anteil nun bereits doppelt so hoch – allerdings habe die Nutzung derartiger Fahrservices in den vergangen zwei Jahren auch zugenommen.

Rund ein Drittel der mit Uber- oder Lyft-Fahrzeugen zurückgelegten Kilometer ohne Fahrgast

Auch legte die Analyse offen, dass ein nicht geringer Anteil, nämlich rund ein Drittel, der Fahrten ohne zusätzlichen Mitfahrer durchgeführt werde. Bei dieser Art von Leerfahrten seien Uber- oder Lyftfahrer noch auf der Suche nach dem passenden Passagier. Im Schnitt würden nur 54 bis 62 Prozent der Strecke mit Fahrgast auf dem Rücksitz zurückgelegt werden, heißt es. 

Eine Auswertung der aktuellen Untersuchungen hatte auch Chris Pangilinan, Leiter Global Policy for Public Transportation bei Uber, im Uber-Blog veröffentlicht. Seiner Einschätzung nach zeige die Studie, dass die Nutzung von Uber- und Lyftfahrten „trotz des enormen Wachstums in den letzten zehn Jahren im Vergleich zu allen anderen Verkehrsarten immer noch gering ist.“ Und: Obwohl diese Fahrten „wahrscheinlich zu einer Zunahme der Verkehrsüberlastung beitragen, wird deren Ausmaß durch die des Privatwagens und des gewerblichen Verkehrs in den Schatten gestellt.“

/ Geschrieben von Hanna Behn


Kommentar schreiben


Sicherheitscode
Captcha aktualisieren

Anchor Top