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Unternehmen in Deutschland müssen länger auf Paletten für den Warentransport warten. Medienberichten zufolge sei die hohe Nachfrage nach Produkten „Made in Germany“ dafür verantwortlich. Die Engpässe betreffen nicht nur kleine Unternehmen. 

Paletten
© Delta Studio / Shutterstock.com

„Es können längst nicht alle Anfragen bedient werden“, erklärt Jan Kurth, Geschäftsführer des Bundesverbands Holzpackmittel, Paletten und Exportverpackungen (HPE) der Welt am Sonntag. Gemeint ist die Anfrage nach Holzpaletten für den Versand von Waren. Wie die Welt berichtet, sollen die Wartezeiten nach Standardwaren wie etwa die Europalette oder die quadratische Chemiepalette mehrere Wochen betragen.

Der Grund für die Paletten-Knappheit sollte die Wirtschaft eigentlich freuen: Die gute Wirtschaftslage und die hohe Nachfrage nach in Deutschland gefertigten Produkten sorgen dafür, dass das Versandmaterial knapp wird. Die heimischen Hersteller von Paletten und Exportverpackungen – 440 an der Zahl – haben ihre Produktion der Welt zufolge zwar „bereits massiv erhöht“, doch damit könne die erhöhte Nachfrage nicht abgedeckt werden. Dabei haben die Hersteller nach HPE-Schätzungen 110 Millionen Paletten im Jahr 2017 gefertigt – so viele wie nie zuvor.

Paletten-Gebrauchtmarkt ist „praktisch leer gefegt“

„Unsere Branche ist der Drehzahlmesser für die Produktionsaktivitäten hierzulande“, so Kurth. „Sobald etwas gefertigt wird, egal ob für den Export oder den Inlandsmarkt, muss es mindestens einmal transportiert werden. Und dafür sind Paletten und Kisten unerlässlich.“

Die Chemie-Industrie habe beispielsweise kürzlich einen Zusatzbedarf von fast 400.000 Paletten angemeldet, so Kurth. Dabei handelt es sich nur um eine Branche und damit nur einen Teil der Nachfrage. Und selbst dieser Bedarf könne nicht gedeckt werden, nur ein Teil kann bedient werden – und auch der Gebrauchtmarkt für Paletten sei „praktisch leer gefegt“.

Preise steigen um zehn Prozent

Wenig überraschend resultiert die Paletten-Knappheit in steigende Preise. Um durchschnittlich vier Prozent stiegen die Palettenpreise laut HPE-Preisindex im vierten Quartal 2017 im Vergleich zum Vorquartal. Beim Vergleich mit dem Vorjahr zeigt sich sogar ein Preisanstieg von rund zehn Prozent.

Bereits im Dezember vermeldete der HPE, dass die Preise für Massivholz, das auch für die Fertigung von Paletten genutzt wird, gestiegen sind. „Die dank guter Branchenkonjunktur hohe Schnittholznachfrage trifft derzeit auf ein deutlich eingeschränktes inländisches Angebot, was mitunter zu echten Belieferungsengpässen führt“, erklärte Kurth damals. „Ausländische Märkte wie beispielsweise China oder Amerika saugen uns den Rohstoff regelrecht weg und sorgen teilweise sogar für Produktionsausfälle.“ Eine Entspannung der Situation sei angesichts der anhaltend guten Wirtschaftslage nicht absehbar.

/ Geschrieben von Michael Pohlgeers


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