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Das Paketvolumen steigt stetig. Letztes Jahr wurden in Deutschland von den Kurier-, Express- und Paketdienstleistern über drei Milliarden Sendungen befördert und zugestellt. Dabei sind die bekannten Dienstleister DHL, Hermes, UPS, DPD und GLS ganz vorn dabei. Die privaten Paketdienstleister fallen kaum ins Gewicht. Woran liegt das?

Paketbote im Auto mit Paketen auf dem Beifahrersitz
© ESB Professional – shutterstock.com

2016 wurden in Deutschland über drei Milliarden Pakete versendet und zugestellt. Hintergrund des in den letzten Jahren so enorm gestiegenen Paketaufkommens ist der Online-Handel. Den Löwenanteil, nämlich ein Drittel, hat dabei die DHL bewältigt. Der Rest verteilt sich auf die anderen KEP-Dienstleister Hermes, UPS, DPD und GLS. Die gestiegenen Paketzahlen lassen auch die Umsätze der Unternehmen in die Höhe schnellen.

Noch nicht im Online-Handel angekommen

Von dem zunehmenden Paketaufkommen profitieren auch die privaten Paketdienstleister und doch sind PostModern, Nordkurier Logistik Brief + Paket und LVZ-Post nicht ansatzweise so erfolgreich wie die Big Player. Aber woran liegt das? Sind die regionalen privaten Paketdienstleister nicht gut genug aufgestellt, um vom stetig wachsenden Versandhandel und den enormen Umsatzpotentialen zu profitieren?

Der Dienstleister HybriLog hat analysiert, ob die privaten Postdienstleister die Entwicklungen der Branche meistern. Das Ergebnis: eher niederschmetternd. So wird beispielsweise die Frage, ob die Anbieter den Anforderungen der Empfänger entsprechen, mit einem klaren „Nein“ beantwortet. Nach Ansicht des Unternehmens hat der private Post-Bereich Online-Handel quasi an sich vorbei gehen lassen. Kaum ein regionales Postunternehmen hat die Möglichkeiten einer modularen Schnittstelle zu den gängigsten Shopsystemen oder die Verknüpfung von eigenen Sendungsverfolgungssystemen mit den gängigen Shopsystemen in Betracht gezogen. 

Digitalisierung des kompletten Sendungsablaufes

Und auch die anderen Entwicklungsfragen scheinen die privaten Dienstleister kaum positiv beantworten zu können. Gerade mit Blick auf die Variabilität der Zustelloptionen sieht es eher mau aus. Neben der viel besprochenen, schnelleren Zustellung gehören hier vor allem die Interaktionen mit dem Empfänger in den Planungshorizont. Diese Anforderungen setzen allerdings eine komplett digitale Begleitung des Paketes von Aufnahme beim Versender bis zur Übergabe an den Adressaten voraus. Generell muss das Thema Digitalisierung bei der Paketzustellung groß geschrieben werden. Problematisch ist dabei oft, dass die meisten internen Post-Systeme auf unterschiedlichen Standards basieren und die digital standardisierte Kommunikation noch nicht auf dem Level ist, auf dem sie eigentlich schon sein könnte. Eine agile Software kann dabei helfen, neue Versandoptionen in den Ablauf des Postunternehmens einzubinden. So kann die Integration der Sendungsverfolgung in Browserdienste und Shopsysteme viel Potenzial bürgen.

Generell lässt sich sagen, dass ohne eine ausreichende und sinnvolle Digitalisierung des kompletten Sendungsablaufes von der Abholung bis zur Zustellung inkl. dynamischer Routenplanung, softwaregestützter Depotverwaltung, Anbindung an ERP- und CRM-Systeme die Wachstumswünsche der privaten Postanbieter eher utopisch sind. Denn wer sich nicht an den Bedürfnissen der Kunden – und damit ist hier sowohl Versender als auch Empfänger gemeint – orientiert, hat keine Chance gegen die Konkurrenz anzukommen.

/ Geschrieben von Julia Ptock


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