Um die Rohstoffe aus Plastikverpackungen besser verwerten zu können, will das Naturkosmetikunternehmen für deren richtige Rückführung Pfand erstatten. 

Mehrere Kosmetikbehälter aus Plastik
Mouse family / Shutterstock.com

So, wie wir es hierzulande von der Abgabe von leeren Getränkeflaschen gewohnt sind, sollen sich auch gebrauchte Plastikbehältnisse für Duschgel, Cremes und ähnliche Kosmetikartikel in den Pfandautomaten schieben lassen. Ein solches System testet aktuell die Aromatherapie-, Bio- & Naturkosmetikfirma Primavera mit eigenen Verpackungen. Dafür hat sich das Unternehmen mit Circleback zusammengetan, heißt es in der entsprechenden Ankündigung

Das Berliner StartUp Circleback hat das eigene Geschäftskonzept speziell auf die Kosmetik- und Körperpflegebranche ausgerichtet und will erreichen, dass ein größerer Anteil der für die Verpackungen verwendeten wertvollen Rohstoffe recycelt werden kann. 

Plastik recyclen statt verbrennen

Zwar können Plastikverpackungen im Gelben Sack entsorgt werden, doch da sie während der Sammlung oft stark verschmutzen und/oder sich Sortierung und Reinigung der Abfälle kaum lohne, würden noch immer etwa 60 Prozent der Plastikabfälle hierzulande in der Verbrennungsanlage landen, erläutert Circleback auf der eigenen Website mit Verweis auf den Plastikatlas 2019. Das junge Unternehmen will mithilfe des Pfandsystems den „wertvollen Rohstoff heraus aus Natur, Meer und Verbrennungsanlagen“ halten. Dieser wird stattdessen zu Rezyklat bzw. recyceltem Plastik verarbeitet und geht zur Verpackungsherstellung zurück an die Hersteller. Für das Einsammeln und das Recycling zahlen die Unternehmen eine Gebühr an das StartUp.

Pfandabgabe fürs leere Duschbad – so funktioniert’s

Zunächst wird Primavera die Pfandrückgabe für die Tuben der eigenen Duschbalsame in der Hauptstadt ausprobieren. Dafür werde „in Kürze“ ein erster Automat in einem Supermarkt am Berliner Alexanderplatz in Betrieb genommen, der die leeren Verpackungen annimmt. Solche Pfandautomaten soll es dann mittelfristig auch bundesweit geben. 

„Mit der Beteiligung am Pfandsystem von Circleback möchten wir einen Beitrag dazu leisten, das Thema Kreislaufwirtschaft in unserer Branche auf die Agenda zu setzen und neue Gewohnheiten zu etablieren“, so Nachhaltigkeitsmanagerin bei Primavera, Andrea Dahm. In Zukunft soll es also genauso einfach und selbstverständlich werden, das „Badezimmerplastik“ wie Getränkeflaschen zurückzubringen.

Während der Pilotphase will das Unternehmen herausfinden, wie das System von der Kundschaft angenommen wird, wie gut die Logistik der Wertstoffe funktioniert und wie viel hochwertiges Rezyklat tatsächlich gewonnen werden kann.

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/ Geschrieben von Hanna Behn




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