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Amazon löst sich weiter von Paketdienstleistern in Deutschland. Das Unternehmen hat im Raum München Paketautomaten auf dem Gelände von 10 Shell-Tankstellen aufgestellt. Kunden können dort ihre Amazon-Bestellungen abholen. Wenn Amazon möchte, können aus den 10 Tankstellen schnell 2.000 Tankstellen in Deutschland werden. 

Shell-Tankstelle: Logo
© Mike Mozart – Flickr.com

Welche Orte werden von den meisten konsumstarken Menschen in Deutschland besucht? Eine Frage die es zu beantworten gilt, wenn man Paketautomaten aufstellen möchte. In der Vergangenheit hat man ähnliche Automaten bereits an Hauptbahnhöfen, Supermärkten, Universitäten oder eben – wie jetzt in München – an Tankstellen aufgestellt. Amazon hat immer betont, dass man sich auf Grund mangelnder Flexibilität großer Paketdienste über kurz oder lang von diesen lösen wolle. Mit dem Testversuch in Kooperation mit den Shell-Tankstellen bestätigt Amazon nun sein Streben nach Unabhängigkeit. 

Tankstellen als Mitte zwischen Kunden und Amazon

Viele Amazon-Kunden werden im Laufe einer Woche eine Tankstelle besuchen, um ihr Fahrzeug zu betanken. Da trifft es sich natürlich gut, wenn sie in diesem Zug gleich ihre Bestellung abholen und mit dem Auto nach Hause fahren können. Die eigenen Amazon Locker an Tankstellen aufzustellen ist deshalb ein kluger Schachzug von Amazon.

Momentan hat Amazon Deutschland Paketautomaten an zehn Shell-Tankstellen in München aufgestellt und testet diese auch schon seit Juli. Bedenkt man allerdings, dass Shell nach eigenen Angaben in Deutschland über rund 2.000 Tankstellen an logistisch für Amazon relativ einfach zu erreichenden Orten hat, wird schnell klar, warum sich Amazon für eine Tankstelle entschieden hat.

Zudem ist Shell in Deutschland die Tankstelle mit dem zweitgrößten Netz an Standorten, weshalb gerade diese Kooperation auch kein Zufall sein dürfte. Nehmen die Kunden das Angebot gut an und verläuft die Kooperation mit Shell zu Amazons Zufriedenheit, ist es höchstwahrscheinlich, dass mehr Shell-Tankstellen mit Paketautomaten von Amazon aufgerüstet werden.

Die Deutsche Post reagierte gegenüber den Medien relativ entspannt auf den Vorstoß von Amazon. „Es gibt in der Logistik nichts, was Amazon ausprobiert und wir nicht schon machen“, sagte Vorstandsmitglied Jürgen Gerdes. Die Deutsche Post betreibt rund 2.700 eigene Packstationen im ganzen Land. Der wichtige Unterschied zwischen Amazon und der Deutschen Post ist allerdings, dass Amazon die Bestellungen der Kunden in der Hand hat und nicht die Post. Ohne Amazon würde der DHL ein großer Teil der Aufträge im Paketgeschäft wegbrechen.

 

/ Geschrieben von Giuseppe Paletta


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