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Noch immer steht die Forderung nach einer Subunternehmerhaftung in der Paketbranche im Raum. Die Politik will nun über eine entsprechende Kompromisslösung beraten. Das und mehr im Newsflash.

Leerer Parkplatz
Lindy Klales/shutterstock.com

Jedes sechste Paket wird zurückgeschickt

280 Millionen Pakete und 487 Millionen Artikel wurden im vergangenen Jahr wieder an den Absender zurückgeschickt. Insgesamt jede sechste Bestellung wurde retourniert. Das haben Wirtschaftswissenschaftler der Universität Bamberg laut der FAZ herausgefunden. „Damit entstehen Gesamtkosten in Höhe von schätzungsweise 5,46 Milliarden Euro, die einerseits die Kunden durch höhere Marktpreise tragen, andererseits die Margen der E-Commerce-Händler belasten“, so Björn Asdecker von der Forschungsgruppe Retourenmanagement. Die durchschnittlichen Kosten für eine Retourensendung belaufen sich auf 19,51 Euro, die Hälfte davon fällt auf den Transport. Diese Rückgabeflut belastet aber nicht nur die hiesigen Händler und KEP-Dienstleister, auch die Umwelt wird stark belastet. Im vergangenen Jahr verursachten alleine die Retouren 238 000 Tonnen CO2 oder „täglich 2200 Autofahrten von Hamburg nach Moskau“, wie Björn Asdecker erläutert.

Amazon geht mit Selfies gegen Paket-Betrug vor

Online-Händler Amazon will den hauseigenen Lieferdienst „Amazon Flex“ in den USA sicherer machen und verlangt von den Zustellern Selfies, um deren Identität nachweisen zu können. Wie der Amazon Watchblog schreibt, soll den privaten Paketboten ohne ein entsprechendes Selfie die weitere Nutzung der Amazon-Flex-App verwehrt bleiben. Mit der Gesichtserkennung will der Konzern außerdem gegen Kriminelle vorgehen, „die versuchen, Amazon Flex als Vorwand zu benutzen, um sich bei Häusern von Kunden zu verstecken“ so die weitere Erklärung. Künftig könnten auch biometrische Daten der Fahrer erfasst werden, um den Dienst sicherer zu machen.

Neue App erleichtert die Parkplatzsuche für Lkw-Fahrer

Der Logistikversicherer Kravag hat eine neue kostenlose Parkplatz-App für Lkw-Fahrer entwickelt, die auch Unterstützung von den großen Verbänden BGL, DSLV, BWVL und AMÖ erhält. Bei der Anwendung werden die Fahrer in Echtzeit über freie Flächen informiert, zusätzlich werden Vorschläge entlang der eigenen Route aufgezeigt und die Möglichkeit zur Verfügung gestellt, einen Parkplatz zu reservieren. Nach Informationen der Verkehrsrundschau beinhaltet die App europaweit Informationen zu 34.000 Parkplätzen und 600.000 Stellplätzen, in den Einstellungen lassen sich ebenfalls Wunschkriterien filtern. Die App überwacht im Fahrermodus außerdem die verbleibende Fahrtzeit und zeigt dem Anwender rechtzeitig freie Plätze entlang der Strecke an. Die Kravag-App lässt sich kostenlos für Android-Smartphones und iPhones herunterladen.

Test der unterirdischen „vorletzten Meile“

Mit einer neuen Machbarkeitsstudie soll jetzt die unterirdische City-Logistik in Hamburg erprobt werden. Die Four Parx GmbH hat dafür die Smart City Loop GmbH beauftragt, um die unterirdische logistische Ver- und Entsorgung der Innenstadt von Hamburg zu testen, wie es in der entsprechenden Pressemeldung heißt. Dabei soll ein Lager mit einem Verteiler in der Innenstadt durch unterirdische Röhren verbunden werden, die als Transportsystem von Paletten dienen. Die finale Zustellung an den Kunden soll anschließend von E-Fahrzeugen übernommen werden. Mithilfe des Röhrensystems sollen pro Röhre bis zu 1.000 LKW-/ Transporter-Fahrten täglich eingespart werden. Mithilfe der Machbarkeitsstudie soll das neue innovative Konzept ausführlich getestet werden, erste Ergebnisse werden im dritten Quartal 2019 erwartet.

Missstände der Paketbranche: Politik will Kompromisslösung

Es muss etwas getan werden, um die aktuellen Missstände in der Paketbranche zu beheben. Darüber sind sich die deutschen Politiker einig. Nur das Wie wirft aktuell noch Fragen auf. Während sich Arbeitsminister Hubertus Heil für eine Subunternehmerhaftung einsetzt, kritisiert Wirtschaftsminister Peter Altmaier diesen Vorschlag. Das Risiko für die Unternehmen sei zu groß, so Altmeier. Nun hat sich CDU-Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer zu Wort gemeldet und verkündet, im nächsten Koalitionsausschuss am 14. Mai einen Kompromissvorschlag anzubringen. Laut der Verkehrsrundschau soll diese „Gesamtlösung aus den drei Punkten“ zum Teil an die Nachunternehmerhaftung anknüpfen, allerdings „ordentliche Arbeitgeber“ nicht benachteiligen.

/ Geschrieben von Corinna Flemming


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