Deutschland hat nicht mehr die größte Containerflotte der Welt. Dieser Titel musste jetzt an China abgegeben werden. Durch diesen Wechsel macht sich die seit Jahren anhaltende Schifffahrtskrise auch auf internationalem Boden bemerkbar.

Containerschiff auf Wasser
© StockStudio / shutterstock.com

Seit zehn Jahren befindet sich die deutsche Schifffahrt in der Krise. Die Auswirkungen darauf machen sich nun auch auf dem internationalen Markt bemerkbar: Konnte sich Deutschland noch bis vor Kurzem mit der weltweit größten Containerflotte schmücken, muss dieser Titel nun an China abgetreten werden. Wie der Spiegel mit Verweis auf die Londoner Schiffsdatei Vesselsvalue schreibt, beläuft sich der Wert der deutschen Containerschiffe auf 18,7 Milliarden Dollar. China hingegen kommt auf einen Wert von 21,4 Milliarden Dollar.

Größe der Containerschiffe machen den Unterschied

Schaut man sich die Schiffsbestellungen der letzten Monate an, dann verwundern diese Zahlen kaum. Während die Auftragslage in Deutschland mit 29 Bestellungen für 591 Millionen Dollar recht wenig ausfällt, kann China mit 76 Bestellungen im Wert von 4,1 Milliarden Dollar schon deutlich mehr auffahren. Einer der wichtigsten Unterschiede macht in dieser Hinsicht auch die Größe der jeweiligen Schiffe aus: Während Deutschland eher auf mittelgroße Frachter setzt, benötigt das Reich der Mitte oftmals riesige Schiffe mit Platz für bis zu 20.000 Container.

Auch in den kommenden Jahren wird Deutschland im weltweiten Vergleich wohl immer mehr an Einfluss und Bedeutung verlieren. Das hängt vor allem auch damit zusammen, dass es immer schwieriger wird, Handelsschiffe zu kaufen, da die Möglichkeiten der Finanzierung stetig weniger werden. So wirkt sich nicht nur der Ausstieg der Commerzbank aus dem Geschäft negativ auf die Branche aus, auch der Verkauf der HSH Nordbank, ehemals größter Schiffsfinanzierer des Landes, hat zur seit Jahren anhaltenden Krise seinen Teil beigetragen.

/ Geschrieben von Corinna Flemming




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