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Die Verpackungsstudie der Beratungsgesellschaft PwC belegt: Deutsche Verbraucher haben übertriebenen Verpackungsmüll satt. Gefordert sind hier vor allem Hersteller und Händler.

Berg von Versandverpackungen
© Lisa S. / Shutterstock.com

Pro Jahr wirft jeder Deutsche 220 Kg Verpackungen weg. Damit ist Deutschland trauriger Spitzenreiter im Europavergleich. Dagegen könnte man allerdings etwas tun, denn geht es nach den Verbrauchern, produzieren wir viel zu viel Verpackungsmüll. Das geht aus der Studie „Verpackungen im Fokus“ der Beratungsgesellschaft PwC hervor, die auf Basis einer Befragung von 1.000 deutschen Verbrauchern erstellt wurde. 94 Prozent der Kunden sind der Meinung, dass bei vielen Produkten weniger Verpackungsmaterial ausreichen würde. Die Ergebnisse zeigen: Es braucht ein Umdenken beim Thema Verpackungen.

Mehrweg ist beim Verbraucher beliebt

Mit 95 Prozent sagen die Befragten fast einstimmig, dass die Materialmenge reduziert werden muss und mehr recycelbares Material eingesetzt werden muss. Einzeln verpackte Äpfel und Eier, wie sie in Supermärkten mittlerweile zu finden, stoßen bei den Kunden offenbar nicht unbedingt auf Zustimmung. Neun von zehn Verbrauchern sind generell für einen weitgehenden Verzicht auf Plastik. Die gleiche Zahl würde im Supermarkt sogar generell auf unnötige Umverpackungen verzichten.

Ein Lösungsansatz können Mehrwegverpackungen sein. Zwei Drittel der Befragten bevorzugen diese bereits. Das Problem: 41 Prozent geben an, oft nur schwer erkennen zu können, ob es sich um eine Einweg- oder Mehrwegverpackung handelt. „Hier sind Hersteller und Händler am Zug, ihre Produkte eindeutig zu kennzeichnen. Für den Käufer muss auf den ersten Blick ersichtlich sein, ob es sich um eine Einweg- oder Mehrwegverpackung handelt“, so Hendrik Fink, Leiter Sustainability Services bei PwC.

Die Aufgeschlossenheit gilt übrigens nicht nur für Getränkeflaschen und Lebensmittel im Supermarkt, sondern auch im Online-Handel: Immerhin ein Viertel der Befragten würde ein Mehrwegsystem bei Versandverpackungen begrüßen. Davon wären etwa 70 Prozent bereit, bis zu 2,49 Euro Pfand zu entrichten. Laut PwC würden sich Pfandsysteme und nachhaltige Verpackungen auch im Online-Handel realisieren lassen.

Hersteller und Händler in der Pflicht

Etwas zurückhaltender äußern sich die Verbraucher, wenn es um den eigenen Geldbeutel geht. 23 Prozent würden mehr Geld für nachhaltige Verpackungen bezahlen. Hauptverantwortlich dafür, den Verpackungsmüll zu reduzieren, sind den Kunden zufolge vor allem die Hersteller (45 Prozent), gefolgt von den Händlern (22 Prozent) und dem Gesetzgeber (18 Prozent). Lösungsansätze bei sich selbst sehen nur 15 Prozent. „Unternehmen müssen also aktiv werden, um ihre Verpackungskonzepte im Sinne der Nachhaltigkeit umzustellen. Dabei sollten sie keinen Einzelaktionismus betreiben, sondern einen strategischen Ansatz verfolgen“, fordert Gerd Bovensiepen, Mitherausgeber der PwC-Studie.

PWC-Studie - Verantwortlichkeit
© PwC

Die Studie „Verpackungen im Fokus“ kann an dieser Stelle kostenfrei heruntergeladen werden.

 

/ Geschrieben von Christoph Pech


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