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Das Finden von Fachkräften wird für die Logistik zunehmend schwerer. Die Digitalisierung und das angeblich oft schlechte Image der Branche macht die Gewinnung nicht gerade leichter. Eine neue Studie der DHL zeigt, wie schwer es ist, Mitarbeiter im Bereich Supply-Chain-Management zu finden.

Lagerhalle mit DHL Mitarbeitern
© DHL

Neue Anforderungen, schlechtes Image und fehlende Mitarbeiterentwicklung

Der Fachkräftemangel in der Logistik wird zunehmend größer. Nach Schätzung des U.S. Bureau of Labor Statistics wird sich die Zahl der Arbeitsplätze in der Logistikindustrie von 2010 bis 2020 um 26 Prozent erhöhen. Dabei soll die Nachfrage nach Supply-Chain-Mitarbeitern das Angebot um ein Sechsfaches übersteigen. Einige Prognosen gehen sogar davon aus, dass sich das Verhältnis auf 9:1 erhöhen wird.

Die Studie „The Supply Chain Talent Shortage: From Gap to Crisis“ der DHL, die unter mehr als 350 Supply-Chain- und Logistikexperten aus fünf globalen Regionen zu dieser Problematik durchgeführt wurde, hat hierfür mehrere Gründe identifiziert. So sind es vor allem die neuen Anforderungen, die die Suche nach geeigneten Supply-Chain-Fachkräften extrem erschweren. Der ideale Mitarbeiter sollte heute sowohl über taktische/operative Expertise als auch über professionelle Kompetenzen wie Analysefähigkeiten verfügen. 58 Prozent der Unternehmen geben an, dass diese Kombination nur schwer zu finden ist. Die Nachwuchskräfte von morgen müssen aber auch erstklassige Führungskompetenzen, strategisches Denken, Innovationsstärke und allgemeine analytische sowie technische Qualifikationen mitbringen. Weitere Gründe sind aber auch die zunehmend alternde Belegschaft, fehlende Mitarbeiterentwicklung, sprich der Aufbau eines Talent-Pools, oder die Verbesserung des Images von Supply-Chain-Berufen.

Grafik: Geforderte Talente für Mitarbeiter im Supply-Chain-Management.
© DHL | „The Supply Chain Talent Shortage: From Gap to Crisis“

Strategische Mitarbeitergewinnung wirkt sich auf Unternehmensergebnis aus

„Führende Unternehmen wissen, dass ihre Supply Chains – und die dafür verantwortlichen Mitarbeiter – einen unverzichtbaren Beitrag zu ihrem profitablen Wachstum leisten“, so Lisa Harrington, Autorin der Studie und Präsidentin der lharrington group LLC. „Für die Unternehmen wird es aber immer schwieriger, Nachwuchskräfte zu finden, die über die nötigen Kompetenzen verfügen, um diese hochkomplexen Prozesse zu steuern. Das gilt insbesondere für die mittleren und höheren Führungsebenen. Marktteilnehmer, die dieses Problem nicht erfolgreich adressieren, riskieren ihre globale Wettbewerbsfähigkeit.“ Dabei hat die strategische Mitarbeitergewinnung wesentliche Auswirkungen auf die Ergebnis und die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen. Jene, die es geschafft haben, ein solides Talent-Management aufzubauen, konnten ihren Umsatz und Ertrag 2,2 bzw. 1,5 Mal so schnell steigern wie Unternehmen, die in punkto Nachwuchsförderung unterdurchschnittlich abschneiden. 

Doch wie kann gegen die Talentlücke vorgegangen werden? Die Studie zeigt auf, dass klar strukturierte Karrierepfade und ein Bekenntnis zur professionellen Weiterentwicklung der eigenen Supply-Chain-Mitarbeiter in Verbindung mit einer konkurrenzfähigen Vergütung dabei helfen können, Nachwuchskräfte im Unternehmen zu halten. Wie es in der Meldung der DHL heißt, muss die Branche deutlich machen, dass die Supply-Chain-Fachkräfte von morgen im Umgang mit Robotern, künstlicher Intelligenz und audiovisuellen Technologien vertraut sein müssen. Louise Gennis, Vice President Talent Management/Acquisition, Learning & Development bei DHL Supply Chain, sagt: „Wir empfehlen den Unternehmen, als erstes die Entwicklung ihres bestehenden Talent-Pools in Angriff zu nehmen und Schulungen zu den sich wandelnden Anforderungen an die Beschäftigten durchzuführen. Als zweites sollten sie klare Karrierepfade aufzeigen, um Nachwuchskräfte im Unternehmen zu halten. Wir wollen falsche Vorstellungen von Supply-Chain-Berufen bekämpfen, indem wir auf technologische Entwicklungen und die Digitalisierung der Branche hinweisen, die gerade für jüngere Erwerbstätige attraktiv sind.“

 

/ Geschrieben von Julia Ptock


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