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Geht etwas beim Versand schief und der Kunde erfährt es nicht, kann ihn das schnell verärgern und so die Kundenbeziehung dauerhaft schädigen. Parcellab möchte mit seinem Angebot genau das verhindern und bietet Unternehmen die intelligente Überwachung von versendeter Ware an. So kann der Kunde in Echtzeit erfahren, ob es beim Versand zu Problemen kommt.

Innenstadtverkehr

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Logistik-Watchblog: Was ist das Geschäftsmodell von Parcellab, welchen Mehrwert bieten Sie mit Ihrem Angebot den Kunden?

Anton Eder: Wir unterstützen Händler dabei, mehr Transparenz in die Zusammenarbeit mit ihren Versanddienstleistern zu bekommen. Dafür haben wir eine Lösung entwickelt, welche auf einem intelligenten Algorithmus (Big Data) aufbaut, der Pakete in Echtzeit erfasst, analysiert und Abweichungen feststellt. Kommt es zu Zustellproblemen, erkennen wir dies und benachrichtigen die Kunden des jeweiligen Onlineshops in seinem Namen pro-aktiv per E-Mail/SMS. Dadurch ergibt sich die Möglichkeit, Kosten in der Logistik und Aufwand im Kundenservice zu reduzieren, allerdings auch zusätzliche Kontaktpunkte zum Kunden zu schaffen und Frust über eine verspätete Lieferung im Vorfeld entgegenzuwirken. Letztendlich ergibt sich dadurch auch zusätzliches Verkaufspotential für den Shop, indem er personalisierte Gutscheine oder Coupons an diese Benachrichtigung koppelt.

Logistik-Watchblog: Warum ist es so wichtig die Kunden über einen Versandverzug oder generell über Versandprobleme in Echtzeit zu informieren?

Anton Eder: Es ist essentiell, den Kundenkontakt permanent aufrecht zu erhalten:  „Wer nicht ständig im Gespräch mit dem Kunden ist, hat am Markt bald nichts mehr zu sagen“, warnte bereits Horst Skoludek, ehemaliger Vorstandssprecher der Carl-Zeiss-Stiftung. Ein positives Einkaufserlebnis über den gesamten Bestellzyklus ist ein essentieller Bestandteil, um Kunden dauerhaft an den eigenen Shop zu binden. Hier besteht für Shop-Betreiber die Chance, sich im Vergleich zum Wettbewerb zu differenzieren: Nämlich indem Versandprobleme wie Verzögerungen, Nichtantreffen des Empfängers, Alternativzustellungen (Filiale, Nachbar, Kiosk) etc. als „Chance“ und nicht als unüberwindbare Hürde gesehen werden. Dieser eigentlich negative Aspekt kann durch frühzeitiges Erkennen und Einleiten von Maßnahmen zum Positiven gewendet werden. Studien zum Thema „Kundenzufriedenheit nach dem Kauf“, haben gezeigt, dass die Kommunikation mit dem Kunden nach dem Kauf ein maßgeblicher Erfolgsfaktor ist, der Vertrauen schafft und Kontaktpunkte bietet.

Logistik-Watchblog: Wie funktioniert Parcellab?

Anton Eder: Die Online-Shops übermitteln uns die Sendungsnummern, die sie auch an ihre Kunden schicken, woraufhin wir alle sendungsrelevanten Daten ihrer Versanddienstleister über deren Schnittstellen abgreifen können (API Integration). Der Clue ist allerdings, dass wir diese Daten gegen einen Soll-Wert laufen lassen, der sich aus historisch gesammelten Daten zusammensetzt (Big Data Analyse). So kann unser Algorithmus bereits während des Versandprozesses Abweichungen feststellen, die zu Verzögerungen führen können.

Welchen Mehrwert hat die Aufschlüsselung der Versand-Performance der einzelnen Logistik-Dienstleister für Online-Händler?

Anton Eder: Wir stellen jedem Online-Händler/Kunden eine genaue Aufschlüsselung zur Versand-Performance des Logistik-Dienstleisters zur Verfügung, welche Transparenz in Zustellprozesse bringt, Abweichungen zwischen vereinbarten Service-Level-Agreements und tatsächlicher Versandleistung aufzeigt. Zusätzlich stärken wir die Position unserer Kunden, indem wir ihnen eine faktenbasierte Datengrundlage für Verhandlungen mit Logistik-Dienstleistern liefert. Hier findet sich ein exemplarische Beispiel eines Reportings, welches Kunden von uns erhalten: https://portal.parcellab.com/loginAsTest.php

Logistik-Watchblog: Was kostet die Nutzung von Parcellab für Unternehmen?

Anton Eder: Wir haben ein Preismodell welches vier Staffeln enthält, die an Funktionen gekoppelt sind und ab 99 €/Monat beginnen. Wir bieten darüber auch eine Enterprise-Lösung für solche Unternehmen an, deren monatliches Versandvolumen 20.000 Sendungen übersteigt. Hier gehen wir tiefer in die Bedarfsanalyse, was unsere Kunden spezifisch benötigen unter unterbreiten individuelle Angebote.

Logistik-Watchblog: Wie finanziert sich Parcellab? Sucht das Unternehmen aktuell nach Investoren?

Anton Eder: Wir finanzieren uns durch die persönlichen Einlagen von uns 3 Gesellschaftern sowie von EU-Fördergeldern über den Accelerator SpeedUp EUROPE, dem weltgrößten FIWARE Accelerator. Darüber hinaus sind wir gerade mit Business Angels/VCs im Gespräch, um ein stärkeres Wachstum forcieren zu können.

Über Anton Eder

Anton Eder von parcellab

Anton Eder ist Wirtschaftsinformatiker. Der 35-jährige Münchner hat den an der Hochschule in München sowie am Royal Institute of Technology in Stockholm studiert. Nach erfolgreichem Studienabschluss war er in unterschiedlichen Online-Marketing-Positionen, u.a. im Verlagswesen, tätig. Er ist Mitbegründer und Geschäftsführer der parcelLab GmbH. Anton Eder zeichnet in der Geschäftsführung für die Bereiche Sales und Marketing verantwortlich.

 

/ Geschrieben von Giuseppe Paletta


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