Die Logistik tut sich schwer mit innovativen Ansätzen und radikalen Veränderungen. Deshalb lohnt sich erst Recht ein Blick auf die noch überschaubaren StartUps aus der Branche. Im Interview haben wir diesmal mit Gerrit Jan Reinders, Geschäftsführer des Berliner StartUps Box at Work gesprochen, das den deutschen Markt für sich gewinnen möchte.

Interview mit Box at Work.

Logistik-Watchblog: Was ist das Geschäftsmodell von Boxie24? 

Gerrit Jan Reinders: Boxie24 vermietet Umzugsboxen und Lagerboxen. Im Mittelpunkt steht dabei eine patentierte, nachhaltige Box, die extrem belastbar ist. Sie ersetzt den herkömmlichen Karton, der viele Nachteile hat, zum Beispiel schnell kaputt geht und schlecht zu tragen ist. Wer umzieht, kann sich die Boxen nach Hause liefern und nach dem Umzug wieder abholen lassen. Der Kunde zahlt beim Umzug pro Woche und Box. Bei der Einlagerung passiert dasselbe, nur dass wir gefüllte Boxen abholen und dann in eines unserer Lagerhallen bringen. Der Kunde zahlt bei der Einlagerung pro Monat und Box. Online hat jeder Kunde die volle Kontrolle und kann jederzeit auch einzelne Boxen zurückordern. Außerdem verkaufen wir Packmaterialien und nehmen auch Sperrgut und größere Volumina für die Lagerung an (nach m²).

Was sind bei der Umsetzung dieses Modells die wesentlichen Herausforderungen und wie meistern Sie diese?

Die Herausforderungen sind zahlreich und ändern sich ständig. Jetzt da wir Kapital und Wachstum haben, geht es vor allem darum, gute Partner für die Expansion zu finden und immer mehr Menschen von den Vorteilen unserer Box zu überzeugen, sei es für das dauerhafte Lagern von Sachen oder den vorübergehenden Umzug. Grundsätzlich sehen wir aber keine unlösbaren Hürden, sondern eher typische Themen wie Recruiting, Marketing, Sales und so weiter. Da das Konzept von Anfang an auf Skalierung ausgelegt war, haben wir auch kaum Wachstumsschwierigkeiten, wie das bei anderen Unternehmen in der Startup-Phase oft der Fall ist, wenn zum Beispiel die Website nicht auf den Kundenansturm vorbereitet ist.

Können auch Logistikunternehmen von Ihrem Angebot profitieren? Wie können Sie diese für Ihren Dienst begeistern? 

Logistikunternehmen können zu unseren Partnern werden, Überkapazitäten in ihren Lagerhallen abbauen und so ihre Umsätze steigern. Wir sind bereits in Gesprächen mit einigen bedeutenden Playern auf dem Markt; für einige Städte suchen wir derzeit jedoch noch nach passenden Partnern mit eigenen Flächen. Zudem können wir natürlich in den Städten, in denen wir vor Ort sind, bei Lastspitzen Paletten-Stellplätze zur Verfügung stellen.

In welchen Städten sind Sie bislang vertreten, wo möchten Sie in Zukunft noch hin?

Wir haben den "Proof of Concept" in Berlin erbracht und erschließen jetzt nach und nach die 20 größten Städte Deutschlands. Auch darüber hinaus gibt es Pläne, jedoch sind die noch nicht spruchreif. Grundsätzlich wollen wir uns auf Europa fokussieren und glauben, dass der Markt vor allem in Deutschland noch ganz am Anfang steht.

Über Gerrit Jan Reinders

Gerrit Jan Reinders von Box at Work.

Bevor Gerrit Jan Reinders "Box at Work" gegründet hat, war er fünf Jahre als Wirtschaftsprüfer bei Deloitte tätig. Der gebürtige Niederländer hat an der Erasmus Universität Rotterdam, an der Freien Universität Amsterdam, sowie an der INSEAD Fontainebleau mit den Schwerpunkten Business, Finance und Accounting studiert.

 

/ Geschrieben von Giuseppe Paletta