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Im Interview spricht DELIVER-Gründer Stephane Tomczak über die letzte Meile der Zukunft, die Coronakrise und was Besucher auf Europas Vorzeigeveranstaltung für e-Logistik erwarten können.

Stephane Tomczak
© DELIVER

Was sind aktuell die größten Herausforderungen in der Logistik?

Die Logistikbranche wandelt sich unheimlich schnell und es gibt heute eine Reihe von Herausforderungen. Die größte ist derzeit die Erholung von der Pandemie und die Verhinderung künftiger Ausfälle in Krisensituationen.

Weitere Ausgaben sind die Kontrolle der Transportkosten, das Erreichen eines verbesserten Kundendienstes und die Einhaltung von Umweltvorschriften. Die Herausforderung besteht auch darin, sich aktiv am Schutz unserer Umwelt zu beteiligen und aus einem großen Pool neuer Technologien die richtigen innovativen Lösungen zu finden und umzusetzen, um sicherzustellen, dass die Prozesse so effizient, kostengünstig und kundenfreundlich wie möglich sind. 

Wie wird die Coronakrise den Markt langfristig beeinflussen bzw. verändern?

Die Coronakrise hat sowohl auf die Branche als auch auf die Art und Weise, wie wir Geschäfte machen, große Auswirkungen gehabt. Es gibt Gewinner und Verlierer. Ich glaube auch, dass die Pandemie ein Licht auf die Mängel in unseren Prozessen geworfen und aufgezeigt hat, was verbessert werden könnte und muss, und damit den Weg für Innovationen und neue Technologien geebnet hat.

Ich weiß zwar, dass es schwierig ist, sich nicht nur auf die negativen Aspekte zu konzentrieren, aber ich glaube auch, dass wir aus jeder Situation, egal wie schlimm sie ist, lernen und die Gelegenheit nutzen können, um die notwendigen Veränderungen und Verbesserungen vorzunehmen.

Zustellroboter, Drohnen, Paketboxen – was wird Ihrer Meinung nach in Zukunft auf der letzten Meile verstärkt zum Einsatz kommen, um die ständig steigenden Paketmengen zu bewältigen?

Ich glaube, dass alle drei eine faire Chance haben, in Zukunft breit eingesetzt zu werden und zu einem entscheidenden Faktor in unserem täglichen Leben zu werden. Alle drei Lösungen liegen bereits vor und werden in Zukunft weiter entwickelt; es hängt wirklich von den persönlichen Präferenzen, der geografischen Lage und dem Budget der Unternehmen ab, welche Lösung sie in ihre Prozesse und Systeme implementieren möchten.

Was ich mit Sicherheit weiß, ist, dass die Innovation in den letzten Jahren aufblühten und wir einige aufregende Zeiten in der Einzelhandelsbranche vor uns haben. 

Die Erwartungen der Kunden an die Paketzustellung steigen ständig, aber nur wenige sind bereit, für die Zustellung mehr zu bezahlen. Wie können Logistikunternehmen auf diesen Trend reagieren? 

Einige der möglichen Lösungen haben Sie bereits in Ihrer letzten Frage erwähnt. Neue Technologien und Innovationen sind der Weg nach vorn, um die Erfahrung für den Kunden, das Unternehmen selbst sowie alle möglichen Logistikpartner so reibungslos wie möglich zu gestalten. Wie Sie bereits erwähnt haben, liegt der Schwerpunkt hierbei auf der Bereitstellung einer schnellen, kostengünstigen und kundenfreundlichen Lösung. 

Im Oktober findet DELIVER zum fünften Mal statt. Worauf können sich die Besucher freuen?

Nach vier erfolgreichen Ausgaben in Luxemburg, Berlin, London und Lissabon hat es die DELIVER geschafft, Europas Vorzeigeveranstaltung für e-Logistik zu werden. Sie bringt die Elite der Einzelhandelsbranche zusammen und ermöglicht ihnen, durch persönliche Einzelgespräche auf möglichst effiziente Weise zu kommunizieren. Dies sind zwei der Hauptelemente, auf die sich die DELIVER konzentriert: Exklusivität und eine bahnbrechende Meeting-Struktur.

Ziel der DELIVER ist es, seiner Einzelhändlergemeinschaft die Werkzeuge an die Hand zu geben, um gemeinsam die Zukunft des Einzelhandels zu gestalten, ihre Lieferkette zu stärken und die profitabelsten Geschäfte abzuschließen, sei es in Form von Präsentationen globaler Vordenker, Sitzungen für gemeinsame Lernaktivitäten oder unseren lösungsorientierten Plenarsitzungen. 

Wird die Corona-Krise das Ereignis bestimmen oder erwarten Sie andere „heiße Themen“? 

Natürlich wird Covid-19 bei der DELIVER 2020 eine Rolle spielen, denn es hatte und hat immer noch einen so großen Einfluss auf unser privates und berufliches Leben und hat die Branche insgesamt verändert. Eine wirksame Erholung und die Verhinderung weiterer Geschäftsunterbrechungen sind entscheidende Elemente unseres derzeitigen Schwerpunkts und unserer täglichen Kommunikation mit unseren Kunden.

Während auf der Veranstaltung sicherlich auch das Leben nach Corona diskutiert wird, wird  sich das Event jedoch nicht nur auf die Erholung und Prävention konzentrieren, sondern auch andere wichtige Geschäfts- und Lieferkettenlösungen, Trends und Innovationen einbeziehen, deren Notwendigkeit die Pandemie hervorgehoben hat.


Über Stephane Tomczak: Stephane Tomczak, Gründer der DELIVER, hat über 15 Jahre Erfahrung im Bereich der internationalen E-Logistik. Nach seinem Abschluss in Politik- und Wirtschaftswissenschaften leitete er mehrere Jahre den globalen Multikanalvertrieb eines der größten E-Commerce-Unternehmen in Europa (Pixmania), bevor er die logistischen Aktivitäten der führenden E-Commerce-Verbände in Europa (Fevad & Ecommerce Europe) leitete. 

/ Geschrieben von Corinna Flemming


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