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Experten aus der Logistik trafen sich in Berlin, um über aktuelle Entwicklungen in der KEP-Branche zu sprechen. Dabei ging es vor allem um den digitalen Wandel und die Chancen und Herausforderungen, welche dieser für die Branche mit sich bringt. Wir waren vor Ort und haben wichtige Eindrücke festgehalten.

Podiumsdiskussion bei den KEP-Tagen.

Am Wochenende lud der BdKEP nach Berlin in die Hallen des Berliner Postbahnhofs ein. Der Logistik-Watchblog war am Freitag zu Gast und hat sich umgehört, was die KEP-Branche derzeit bewegt. Auf der Veranstaltung trafen freche und innovative StartUps auf gestandene KEP-Unternehmer, die Digitalisierung traf also quasi auf die „alte“ Logistik-Welt.

KEP-Branche muss schwierigen Weg gehen

Die Eröffnungsrede von Andreas Schumann, Vorsitzender des Bundesverbandes der Kurier-Express-Post-Dienste e.V., beschrieb die aktuelle Situation der Branche. Die Branche sei derzeit im Wandel, sagte Schumann, durch die Digitalisierung kämen tief greifende Veränderungen auf die Unternehmen zu, man müsse insgesamt einen schwierigen Weg gehen.

In einem Impulsvortrag, der bewusst provokativ ausgerichtet war, ersetzte Thomas Kraker von Schwarzenfeld, Geschäftsführer von Lockbox, Hans-Peter Friedrich, der abgesagt hatte. Schwarzenfeld wies die Anwesenden daraufhin, dass die Logistik-Unternehmen generell ihr Denken ändern müssten. „Wir müssen der Gatekeeper zum Kunden werden“, sagte der CEO von Lockbox. Schwarzenfeld gab einen Seitenhieb auf die Deutsche Post und nannte deren Paketkasten als nicht mehr zeitgemäß. Vielmehr müssten Unternehmen heute wie StartUps denken. Man müsse sich erst fragen, was die Kunden eigentlich wollten. Und dann danach das Geschäftsmodell ausrichten.

In einem Vortrag präsentierten zwei Abiturienten einen innovativen Ansatz, um bei der Zustellung auf der letzten Meile sowohl Kosten zu sparen, als auch die Umwelt zu schonen. Christian Friedrich und Matteo Kratz präsentierten ihr Konzept „Green Parcel Delivery“. Das Konzept sieht im Wesentlichen eine Zusammenarbeit der verschiedenen Zusteller auf der letzten Meile vor: Sämtliche Paketdienste müssten ihre Sendungen an ein einziges zentrales Paketumschlagzentrum am Rande einer Stadt liefern und würden durch gemeinsame Fahrzeuge ausgeliefert.

Im Zeichen der jungen Logistik-StartUps

Experten wie zum Beispiel Florian Seikel vom Händlerbund lobten die Innovationskraft der jungen Abiturienten. Auf der anderen Seite sahen Experten wie Horst Manner-Romberg, Geschäftsführer der Unternehmensberatung MRU, die Idee in der Realität als nicht umsetzbar an, weil die konkurrierenden Paketdienste nicht zusammenarbeiten wollen würden.

Passend zum digitalen Wandel stellten sich auf den KEP-Tagen auch StartUps aus der Logistik vor, welche die Digitalisierung der Logistik begleiten und mitgestalten wollen. Darunter waren zum Beispiel die Kiwi.Ki GmbH, Parcel Lab und die Locumi Labs GmbH.

Die Kiwi.Ki GmbH möchte die Zustellung erleichtern, auch wenn der Kunde nicht zu Hause ist. Dafür hat das Unternehmen einen Transponder entwickelt, welcher die Hauseingangstür der Kunden entriegeln kann und von den Zustellern benutzt werden soll.

Parcel Lab ist eines der neuen Start-Ups aus der Logistik, die ihre Geschäftsmodelle auf der Auswertung von Daten aufbauen. Das junge Unternehmen aus München bietet seinen Kunden, wie zum Beispiel Online-Händlern, die permanente Echtzeit-Überwachung ihrer Sendungen an und verspricht, über Zustellverzögerungen zu informieren. Die Händler haben dann die Möglichkeit, ihre Kunden wiederum rechtzeitig über die Verzögerung zu informieren.

Locumi Labs bietet ähnlich wie auch Lockbox eine Lösung an, falls der Kunde bei der Zustellung nicht zu Hause ist. Hinter Locumi verbirgt sich eine Art Paketbox, welche für verschiedene Paketdienste kompatibel ist und gerade auch in Wohnungen angewandt werden kann.

 

/ Geschrieben von Giuseppe Paletta


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