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Der E-Commerce boomt auch dank der Technologie. Kein Wunder, dass die Player aus dem digitalen Handel immer mehr Geld dafür ausgeben. Doch die Softwarehersteller müssen die Trends und Erwartungen der Kunden genau beachten, um die Erwartungen erfüllen zu können. Das Unternehmen commercetools hat uns hier Einblicke in die richtige Strategie gegeben.

Software für den E-Commerce.

(Bildquelle Software: Nmedia - fotolia.com)

Am 04.05.2015 lud commercetools, der Hersteller der Cloud-basierten E-Commerce Plattform SPERE.IO, zu seiner Roadshow nach Köln ein. Unser Autor Randy Meinhard von der eConment GmbH war vor Ort und berichtet hier von seinen Eindrücken. Bereits die vorangegangenen Veranstaltungen in Berlin und in München verliefen, wie Christian Mueller, Head of global Marketing & Communications bei commercetools in einem ersten persönlichen Gespräch berichten konnte, sehr erfolgreich. 

Für commercetools, so Mueller weiter, ist der Austausch mit den Kunden und Partnern besonders wichtig, da das Produkt insbesondere über Partneragenturen vertrieben wird und das Unternehmen sich so voll auf die Weiterentwicklung der Plattform konzentrieren kann. Gleichzeitig gibt es über diese enge Vernetzung ein stetiges Feedback, sodass Anregungen und Wünsche in die kommenden Releases aufgenommen werden.

Die Kundenanforderungen im E-Commerce erfordern ein stetiges Umdenken in den Unternehmen, daher ist es ebenso wichtig, dass die Softwarehersteller im Rahmen einer modernen Softwareentwicklung diese Schritte nicht nur mitgehen, sondern unterstützen.

Lange Inbetriebnahmezeiten, sowie unflexible Softwarestrukturen sind veraltet und werden in den kommenden Jahren für die Hersteller als auch für die Unternehmen die eine solche Software einsetzen, gravierende Wettbewerbsnachteile bedeuten.

Der Komplexität mit Flexibilität begegnen

Egal ob in der Cloud nach einem Schichtenmodell in IaaS, PaaS oder SaaS (Infrastructure, Platform, Software as a Service) unterteilt oder als On Premise Modell also Software auf eigener Hardware im Unternehmen betrieben, jetzt sind moderne Programmieransätze gefragt und tragen dazu bei, dass die Software sich den Anforderungen entsprechend mitentwickeln kann. 

„Es wird eine E-Commerce Software benötigt, mit der Webshops schnell umgesetzt werden können, genauso wie native Apps und kanalübergreifende Einkaufserlebnisse bis ins Ladengeschäft“, erklärt Herr Hörig.

Es gilt also der Komplexität der Anforderungen mit Flexibilität und Geschwindigkeit in der Realisierung zu begegnen um somit Programme anbieten zu können, die diesem Wandel folgen, diesen unterstützen und den Unternehmen somit wieder verstärkt die Möglichkeit geben sich auf Ihr Kerngeschäft zu konzentrieren.

Dirk Hörig, Geschäftsführer bei commercetools, startet nach den Begrüßungsworten mit einigen Zahlen.

B2C E-Commerce Technologie Ausgaben steigen auf ca. 120 Mrd. in 3 Jahren

Da die geschätzten Ausgaben der Händler in 2015 bei ca. 90 Milliarden US-Dollar liegen, bedeutet dies somit eine Steigerung von 30 Mrd USD bis 2018. Gleichzeitig investieren Unternehmen mindestens  5% der B2C E-Commerce Umsätze in die Themen Technologie, Hosting und Services. 

 

Ausgaben für Technologien.

Quelle:  © commercetools

 

Die Nutzung der digitalen Kanäle hat sich komplett verändert

SoLoMo (Social, Local, Mobile), der Trend der bereits vor Jahren vorhergesagt wurde, ist längst Realität. Der Kunde unterscheidet durch die stetige Vernetzung nicht mehr bewusst zwischen Mobile, Tablet oder der Desktopversion, und gleichzeitig werden die Übergänge zwischen Online und Offline (also der Kauf im Onlineshop und/oder im Retail Store) immer fließender. Konkret bedeutet das, dass der Kunden in seiner Wahrnehmung nicht nach Kanälen trennt, und grundsätzlich alle Services die Ihm geboten werden, auch zukünftig auf allen Kanälen erwartet.

Wie Dirk Hörig zeigt, ist Mobile weiterhin auf dem Vormarsch. Bereits im letzten Jahr wurde das Delta erreicht in dem die weltweite Zahl der User die ihre Mobilgeräte nutzen, die Nutzeranzahl der Desktopvariante überholt haben. So wird schon für 2016 erwartet, dass 25% der weltweiten E-Commerce-Umsätze auf mobilen Endgeräten getätigt werden. Und auch wenn es ein wenig ruhiger um die nativen Shopping-Apps geworden ist, so werden diese lt. der Quelle  eMarketer gegenüber der responsive Websites vom Konsumenten bevorzugt.

 

Nutzung digitaler Kanäle.

Quelle:  © commercetools

 

Die Customer Experience zerfällt - Katalog vs. Magazin

Onlineshopsysteme, so Hörig, arbeiten traditionell mit den klassischen Handelsfunktionen, aber hochwertige Inhalte auch über die Produktpräsentation hinaus, werden immer wichtiger. Die Kunden bevorzugen hier immer mehr Magazinkonzepte, die auch die Marke und Branding deutlich hervorheben und stärken. Gleichzeitig zeigt die Praxis, dass auch die neuen Kanäle und Endgeräte eine flexible Strategie erfordern.

Digitale Geschäftsmodelle und die dazugehörigen Produkte werden immer komplexer und müssen immer individueller mit flexiblen und zukunftsfähigen Technologien umgesetzt werden. Anforderungen wie kombinierte On- und Offline-Modelle z.B. Click & Collect, Abonnements, Marktplätze, digitale Güter, Wearables bzw. Internet of Things erfordern moderne Technologien und gleichzeitig eine Trennung von Daten, Prozessen und UI (User Interface). McKinsey spricht hier von „Two-Speed IT-Architecture“, in der Handelsprozesse und Daten im Backend eher traditionell in Release-Zyklen aktualisiert werden, während die Frontends losgelöst davon mit Hilfe moderner Microservices-Architektur extrem schnell und marktnah den Konsumenten-Bedürfnissen angepasst werden. (Quelle: http://www.mckinsey.com/insights/business_technology/a_two_speed_it_architecture_for_the_digital_enterprise , Dez. 2014 )

 

Customer Experience zerfällt.

Quelle:  © commercetools

 

Der Endkunde rückt in den Mittelpunkt

Die Erfahrung zeigt, dass es somit zukünftig immer wichtiger wird Software nicht nur für die Unternehmen zu entwickeln, sondern primär mit dem Fokus auf den Endkunden. Die ECommerce-Systeme der Zukunft sollen dem Kunden im Frontend ein tolles Kauferlebnis bieten, und darüber hinaus im Backend eine bestmögliche Administration, sowie umfangreiche und aussagekräftige Auskünfte zu den Zahlen, Daten, Fakten liefern. 

„Gleichzeitig, auch wenn es heute der Status Quo ist, sind architekturbedingte technische Silos die heute durch die stetig steigenden Anforderungen, Anwendungen und Kanäle entstanden sind bzw. entstehen, zu vermeiden“, so Hörig. „Der E-Commerce, so Hörig weiter, wird sich als integrierter Bestandteil unseres Alltags zukünftig immer weniger nach E-Commerce anfühlen, sondern sich mehr und mehr nach den Bedürfnissen der Konsumenten richten“.

 

 

/ Geschrieben von Randy Meinhard


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