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Unser Autor Randy Meinhard hat sich auf der Trade World und der LogiMat 2015 umgesehen. Was waren wichtige Themen und wohin geht die Reise?

Eindrücke der Trade World.
© Randy Meinhard

Zu der internationalen Fachmesse für Distribution, sowie Material- und Informationsfluss, kamen in diesem Jahr über 35.000 Besucher (Vorjahresvergleich: 32.800), sowie 1.162 Aussteller, was ein Vorjahrsplus von 15,4 % ausmacht, wie Logistik Heute berichtet hat.

Trade World - Eine Messe in der Messe

Dieser positive Trend unterstreicht die Wachstumsprognosen, die weltweit im E-Commerce vorausgesagt werden. Und das auch trotz eines in 2014 vorsichtig agierenden Verbrauchermarktes und den im Zuge dessen nach unten korrigierten Zahlen, was die Ursprungsprognosen angeht.

 

Während die LogiMat somit bereits ein fest etabliertes Format darstellt, findet die Trade World in diesem Jahr zum zweiten Mal im Rahmen der LogiMat statt.

 

Doch was macht die Trade World anders, um sich zukünftig weiter zu etablieren, und um eine eigenständige Ergänzung zur LogiMat darzustellen?

 

Die Zielgruppe der Trade World, das sind insbesondere die logistikverantwortlichen Vertreter, oder auch Geschäftsführer von Unternehmen die im interaktiven Handel tätig sind. Die Trade World wurde mit dem Ziel ins Leben gerufen, den Handel und die Intralogistik stärker miteinander zu vernetzen.

 

Durch den starken Einfluss des E-Commerce, die veränderten Anforderungen an die Unternehmen durch den Markt und somit durch den Kunden, ist es erforderlich diese beiden Bereiche zukünftig noch stärker aufeinander abzustimmen, als es bis heute notwendig war.

Verlagerung von Retail zu Distanzhandel

Zu dieser Entwicklung trägt zum einen die Verlagerung vom Retail in den Distanzhandel bei, was sich in einem stark veränderten kundenseitigen Kaufverhalten darstellt.

 

Wie in einigen vorangegangenen Beiträgen bereits angesprochen, führt dies nicht selten zu kleineren Auftragsgrößen auf die sich insbesondere die Logistik einstellen muss. Und das bei einer steigenden Frequenz.

 

Gleichzeitig steigen die Anforderungen an die Durchlaufzeiten der Kundenaufträge, eine der wesentlichen Grundvoraussetzungen für eine schnelle Auslieferung.

 

Diese Entwicklungen laufen jedoch durchaus gegensätzlich zu den Prozessen, die im Versandhandel in den letzten Jahrzehnten aufgebaut wurden. Denn Logistik hat bisher Tätigkeiten und Prozesse gebündelt und Sondertätigkeiten möglichst minimiert, oder sie wurden zumindest mit entsprechend hohen Kosten kalkuliert. Und dies gilt natürlich insbesondere auch bei den Kommissionierprozessen, im Retourenhandling, bei der Sendungsoptimierung, Frachtführerkosten etc.

 

Nur wer den Spagat schafft, trotz neuer kostenintensiver Anforderungen und verfolgten Trends, Einsparpotenziale zu heben, schafft die Voraussetzungen dafür, auch zukünftig als Händler wettbewerbsfähig zu sein und zu bleiben. Dies erfordert eine sehr viel stärkere Flexibilisierung in Bezug auf die eingesetzte Technik, sowie im Rahmen des Prozessmanagements, und an die Organisations- und Ressourcenplanung.

 

Die Trade World möchte sich im Rahmen ihres Konzeptes stärker auf ein Anbieterspektrum fokussieren, dass diese benötigten modernen Handelsprozesse abbildet.

 

Es sind somit Anbieter aus Transport und Logistik, Paymentsystemen und Forderungsmanagement, Services mit Angeboten zu Fulfillment-Dienstleistungen oder auch DWH (Datawarehousing), Marketing, Sales Promotion, Softwarelösungen als auch Agenturen und Beratungsunternehmen vertreten.

Breite Themenpalette im Angebot

Ergänzend gab es, im Rahmen der Messe, ein interessantes Forenprogramm. Dort diskutierten Experten aus der Branche aktuelle Themen wie „Fulfillment in der Praxis“, „Kunden-Kanalübergreifend im Fokus“, „Retourenmanagement: Herausforderungen und Lösungsansätze“, oder auch die „Herausforderung E-Commerce: Droht der Paketstau“ (mit Fokus auf die KEP-Dienstleistungen). Das „Zukunftsforum Handel“, fokussierte sich wiederum auf aktuelle Trends und mögliche Zukunftsentwicklungen und deren Auswirkungen auf die Logistik.

 

Diese Beiträge umfassten Erfahrungsberichte und Beispiele sowie die abgeleiteten Maßnahmen der jeweiligen Referenten bzw. deren Unternehmen, und waren somit sehr Anwender- und Praxisorientiert.

 

Im Rahmen einer Besucherführung über das Messegelände, mit weiteren Vertretern der E-Commerce Branche und in Begleitung von Christoph Huss (Geschäftsführer der EuroExpo Messe- und Kongress GmbH), sowie Dr. Petra Seebauer (Geschäftsführerin des Instituts des Interaktiven Handels), gab es am zweiten Messetag weitere Einblicke zu den Planungen der Trade World, sowie Informationen über die Entwicklung der Intralogistik aus erster Hand durch Standbesuche bei den Unternehmen Dematic, Swisslog, Easypack, AEB, SALT, IPO.Plan, ALSO, Flexirobots, sowie gaxsys.

 

Der Ansatz der Trade World ist durchaus vielversprechend, denn sie bietet ein interessantes Konzept, und der Schwerpunkt der Messe schließt eine Lücke, die in der Zukunft eine immer stärkere Relevanz bekommen wird.

 

Die Trade World ergänzt somit die bestehenden Fachmessen um ein weiteres spannendes Format und unterstreicht damit gleichzeitig den hohen Stellenwert des E-Commerce als Branche.

/ Geschrieben von Randy Meinhard


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