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Um dem wachsenden Lebensmittelhandel über das Internet in Zukunft gewachsen zu sein, testet die australische Supermarktkette Woolworths nun eine neue Art von Warenlager: einen „Dark Store“.

Einkaufswagen im Supermarkt
© xy - Fotolia.com

Der Lebensmittelhandel über das Internet wird weltweit immer mehr zu einem Boom-Geschäft, in das mittlerweile auch viele Supermarktketten einsteigen wollen oder schon eingestiegen sind. Doch der Online-Kauf von Lebensmitteln stellt die Supermärkte vor einige logistische Probleme. So müssen Warenlager gebaut und die Mitarbeiter trainiert werden, damit die Bestellungen möglichst schnell und reibungslos zusammengestellt und versendet werden können.

Supermarkt ohne Kunden

Doch es geht auch anders: Die australische Supermarktkette Woolworths lässt die Bestellungen von ihren Pickern nicht in Warenlagern zusammenstellen, sondern schickt sie in lokale Woolworths-Filialen, damit sie dort in der Zeit zwischen Ladenschluss am Abend und Ladenöffnung am Morgen die Bestellungen aus den Regalen für die Kunden zusammenstellen können. Das System funktioniert offenbar und Woolworths konnte bislang gut eine Milliarde australischer Dollar über den Online-Lebensmittelhandel umsetzen.

Doch wenn der Lebensmittelhandel weiter an Beliebtheit gewinnt, dann stößt das System womöglich an seine Grenzen, da die Zeit vor Ladenschluss nicht mehr ausreichen könnte, um alle bestellten Produkte aus den Supermarktregalen zu holen und diese dann parallel auch wieder aufzufüllen. Um diesem Problem Herr werden zu können, hat Woolworths nun ein Experiment gestartet: In Mascot, einem Vorort von Sydney wurde nun ein Supermarkt errichtet, in dem Kunden nicht einkaufen können: ein sogenannter „Dark Store“.

Picker als „persönliche Einkäufer“

Dort spielt keine Musik, die zum Kauf animieren soll und auch Kassen und andere Service-Leistungen sucht man dort vergeblich, denn dieser Supermarkt ist eigentlich ein Warenlager. Wie der Sydney Morning Herald (SMH) berichtet, befinden sich dort auf über 7000m² übergroße Regalreihen, die genau so organisiert sind, wie es auch in den richtigen Supermärkten der Fall wäre. Nur, dass hier die Picker mit ihren Wagen zwischen den Regalen unterwegs sind, um für die Online-Kunden „einzukaufen“. Ein weiterer Unterschied ist die etwas andere Auslegung der Produktpalette der Lager. Diese sind vor allem auf Familien mit Kindern ausgerichtet, sodass vor Ort die dreifache Menge an Windeln und anderen sperrigen Waren wie Toilettenpapier, Waschmittel oder auch Katzenstreu vorrätig ist.

Der SMH schreibt weiter, dass die Consulting Firma AT Kearney herausgefunden hat, dass andere Supermarktketten, die solche Dark Stores betreiben, bis zu dreimal effizienter bei der Zusammenstellung von Lieferungen an Kunden sind als herkömmliche Supermärkte, die nicht auf die Bedürfnisse der Picker konzipiert sind. Durch die breiteren Gänge, können diese ihre Wagen besser durch das Lager manövrieren und müssen zudem nicht auf Kunden achten, die im Weg stehen. Außerdem sind sie nicht durch die Öffnungszeiten der Märkte beschränkt.

Der Nachteil an diesem System ist allerdings, dass sich diese Art von Warenlager nur wirklich rentiert, wenn sie in Gebieten liegen, in denen häufig online bestellt wird.

Bei Erfolg errichtet Woolworths mehr „Dark Stores“

Sollte sich das „Dark Store“-System als effektiv erweisen, so will Woolworths weitere solche Lager in Ballungsgebieten errichten und spielt zudem mit dem Gedanken in Zukunft auch 24 Stunden lang Lieferungen zusammenstellen zu lassen. 

/ Geschrieben von Ralf Krämer


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