Logo logistik Watchblog

Zunächst München, jetzt Berlin: Der Startschuss für die zweite Großstadt hierzulande ist gefallen, in der Amazon einen eigenen Paketdienst ins Leben gerufen hat. Dabei fokussiert sich der Online-Händler zunächst auf die Mitte sowie den Nordwesten der Hauptstadt – doch dabei soll es natürlich nicht bleiben.

Amazon-Logo

(Bildquelle Amazon-Logo: Adrienne Hoffman via Flickr, ohne Änderungen bestimmte Rechte vorbehalten)

Amazon baut weiterhin seinen eigenen Paketdienst aus: Nachdem der Online-Händler in München bereits seit einiger Zeit verstärkt darauf setzt, Bestellungen selbst auszuliefern, wird dies zukünftig auch in der deutschen Hauptstadt der Fall sein, wie die Deutsche Verkehr-Zeitung (DVZ) berichtet. Um dies erfolgreich zu realisieren, entsteht eine 15.000 Quadratmeter umfassende Logistikanlage in Berlin-Tegel. Die erste Halle, die rund 7.000 Quadratmeter groß ist, soll sich bereits in Betrieb befinden.

Amazon: Zusammenarbeit mit 5 regionalen Transportunternehmen

Auch in Berlin arbeitet Amazon mit kleineren, regionalen Transportunternehmen zusammen. Es handelt sich dabei um AZ Logistik, DRS Postservice, Interkep, Liefery sowie TVS Autoserv, die die Fahrer zur Verfügung stellen. In der Hand von Amazon wiederum liegt die Wahl des Fahrzeugtyps. Auch die Routensoftware und -hardware wird vom Online-Händler bereitgestellt.

Zum Start des eigenen Paketdienstes in Berlin hat die DVZ mit Bernd Schwenger, Director Amazon Logistics, gesprochen. Dieser meint unter anderem, dass die Fahrer weitestgehend von den Sortieraufgaben entlastet werden sollen. Die etwa 40 Mitarbeiter des Logistikzentrums, die größtenteils Teilzeit beschäftigt sind, stellen die Pakete zum jeweiligen Tor. Dort muss der Fahrer diese nur noch einladen. Dieser Arbeitsablauf sei so weitaus effektiver und soll vor allem Zeit sparen.

Fokus zunächst auf Nordwesten & Mitte von Berlin

Dabei wird zu Beginn jedoch noch nicht ganz Berlin vom eigenen Paketdienst abgedeckt. Im Fokus liegen die Bezirke Mitte und Charlottenburg-Wilmersdorf. 10.000 Sendungen am Tag ist die Obergrenze. Zwischen 9.00 Uhr und 11.00 Uhr sollen rund 90 Fahrzeuge diese ausliefern. Ab Juli sollen dann auch mindestens 15 Elektrofahrzeuge zum Einsatz kommen. Derzeit ist dies noch nicht möglich, da hierfür die Lademöglichkeiten fehlen.

Bei dem Logistikzentrum in Tegel soll es jedoch nicht bleiben. Berlin sei dafür schlicht und einfach viel zu groß, weswegen vorerst der Nordwesten und die Mitte erschlossen werden sollen. Nach und nach folgt dann ein Postleitzahlengebiet nach dem anderen. „Während wir in München schnell in die Breite gewachsen sind, gehen wir in Berlin mehr in die Tiefe“, so Schwengler zur unterschiedlichen Herangehensweise bei den beiden Städten. „Wir haben von unserem Pilotversuch in München viel gelernt.“

Paketstationen von Amazon zunächst in München?

Auch zum Thema Paketstationen hat sich Schwenger gegenüber der DVZ geäußert und interessante Einblicke geliefert. Wie bei dem eigenen Paketdienst, gilt auch hier München als potenzielles Startgebiet. „Wenn wir Paketstationen unterstützen, sollen diese offen für andere Paketdienste sein“, erklärt Schwenger, weswegen eine Zusammenarbeit mit den etablierten Logistikunternehmen wie DHL, Hermes und DPD nicht unrealistisch sei. „Ich brauche weiterhin starke, verlässliche Paketdienstleister.“

Es bleibt spannend, inwieweit Amazon die eigene Logistik sukzessiv ausbaut. Der Start des eigenen Paketdienstes in Berlin ist ein weiterer immenser Schritt für den Online-Händler. Noch spannender ist die Frage, wie die etablierten Logistikunternehmen darauf reagieren beziehungsweise inwiefern Amazon dennoch auch zukünftig noch mit diesen zusammenarbeiten wird.

 

/ Geschrieben von Christian Laude


Kommentar schreiben


Sicherheitscode
Captcha aktualisieren

Anchor Top