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Zwischen den Monaten Januar und März hat sich die Lage bei der Lufthansa Cargo, immerhin eines der größten deutschen Logistikunternehmen, nicht zum Guten entwickeln können. Stattdessen hat die Frachtsparte weiterhin mit Gewinneinbußen und Umsatzverlusten zu kämpfen. Höchstwahrscheinlich muss sich die Lufthansa Cargo also auf ein schwaches Geschäftsjahr einstellen.

Boeing der Lufthansa Cargo
© Lufthansa Cargo

Im ersten Quartal 2016 hat die Lufthansa Cargo einen Ergebnisrückgang von 71 Millionen Euro hinnehmen müssen. Weil das Logistikunternehmen mit Überkapazitäten und starkem Preisdruck zu kämpfen hat, hat die Frachtsparte Umsatzeinbußen von 21,8 Prozent auf 480 Millionen Euro hinnehmen müssen. Simone Menne, Vorstand Finanzen der Deutschen Lufthansa AG, hat die Entwicklung wie folgt kommentiert: „Der Effekt bei der Fracht ist überhaupt nicht schön. Da müssen wir überlegen, wie wir strukturell agieren.“

Schwaches Geschäftsjahr droht

Besonders dramatisch ließt sich der Vorjahrsvergleich. Denn vor gut einem Jahr präsentierte die Lufthansa Cargo noch einen Gewinn von 52 Millionen Euro. Davon ist man inzwischen weit entfernt. Dies wird auch anhand der angebotenen Fracht-Tonnenkilometer deutlich. Die insgesamt 2,8 Milliarden Fracht-Tonnenkilometer bedeuten 1,6 Prozent weniger als der Wert im Vorjahreszeitraum. Demzufolge droht ein schwaches Geschäftsjahr mit einem erwarteten EBIT, der deutlich unter dem des Vorjahreszeitraums liegen wird. Diesem Trend versucht die Lufthansa Cargo mit einem Kostensenkungsprogramm (wir berichteten) entgegenzuwirken. „Alles ist möglich“, soll Simone Menne diesbezüglich gesagt haben. Doch was bedeutet dies für die Mitarbeiter?

Mitarbeiterkürzungen wohl unumgänglich 

Laut einem Kommentar bei der Frankfurter Neuen Presse sollten sich die Mitarbeiter auf alles gefasst machen. Denn bereits das Kostensenkungsprogramm hat der Cargo-Sparte einen Sparkurs verordnet, der Auswirkungen auf die Mitarbeiterzahl haben könnte. Dabei ist alles andere als klar, ob der Konzern auf weitere betriebsbedingte Kündigungen verzichten kann. Denn der Plan eines neuen Logistikzentrums konnte nicht realisiert werden. Und vor dem Hintergrund, dass sich beispielsweise British Airways oder AirFrance KLM dabei sind, sich ihrer Fracht-Flotte zu entledigen, muss die Frage gestellt werden, ob sich die Lufthansa weiter zur Cargo-Tochter bekennt. Aus der Pressemitteilung geht hervor, dass sich alle Geschäftsfelder entsprechend der Prognose entwickelt haben, mit Ausnahme der Lufthansa Cargo. Rosige Zukunftsaussichten klingen anders.



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